Altersvorsorge-Depot: Warum das geplante Standarddepot an den Wünschen der Sparer vorbeigeht

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Prisma Life CEO Stefan Opel
Foto: PrismaLife
Stefan Opel, CEO der Prisma Life

Eine Yougov-Umfrage im Auftrag von Prisma Life zeigt: Das geplante Standarddepot der Altersvorsorgereform passt kaum zu den Wünschen der Sparer. Was sich Kunden stattdessen erhoffen und wo viele noch im Dunkeln tappen.

Die Reform der Altersvorsorge stößt auf Interesse, auch wenn sich viele Menschen noch nicht im Detail mit den Inhalten beschäftigt haben. Das im Altersvorsorge-Reformgesetz vorgesehene Standardprodukt entspricht den Bedürfnissen der Mehrheit künftiger Kunden jedoch offenbar nicht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die Yougov im Auftrag der BarmeniaGothaer-Tochter Prismalife durchgeführt hat.


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Von den Befragten, die von ihrer privaten Altersvorsorge eine höhere Rente oder einen höheren Kapitalertrag erwarten, wollen 88 Prozent eine Option, die mehr Rente bringt, gegebenenfalls auch in Kombination mit einer Kapitalleistung. Nur zwölf Prozent bevorzugen eine reine Kapitalleistung.

„Auch wenn das im Widerspruch zur heutigen Realität steht, in der meist die Kapitalleistung bevorzugt wird, zeigt es dennoch, dass die Sorge um die Rente groß ist“, sagt Stefan Opel, CEO der Prisma Life. „Das Altersvorsorge-Depot trifft also den Nerv der Zeit.“

Viele kennen das neue Angebot noch nicht

Trotz des Interesses besteht weiterhin Informationsbedarf. Rund drei Monate vor dem Start ist das Altersvorsorge-Depot vielen Menschen noch unbekannt. Nur 40 Prozent der Befragten wissen, dass es sich um eine neue, staatlich geförderte Sparform handelt, 41 Prozent geben an, nicht zu wissen, was damit gemeint ist. Männer halten sich dabei für besser informiert als Frauen: 47 Prozent von ihnen geben die richtige Antwort, bei den Frauen sind es 34 Prozent. Besonders groß ist die Wissenslücke bei den 18- bis 24-Jährigen – hier kennen nur 27 Prozent die korrekte Antwort.

Beratung ist für die meisten Sparer Pflicht

Entsprechend wünschen sich 83 Prozent der Befragten, die sich zu der Frage positionieren, eine professionelle Beratung. Ein Abschluss ohne Beratung, wie ihn das sogenannte Standarddepot vorsieht, kommt nur für 17 Prozent infrage. Frauen legen dabei mehr Wert auf Beratung als Männer: 90 Prozent gegenüber 76 Prozent. Auch bei den 18- bis 24-Jährigen ist der Beratungsbedarf hoch, 87 Prozent halten eine Beratung für wichtig oder sehr wichtig.

Garantie oder breite Fondsauswahl statt zwei Fonds

Auch beim Produktdesign weichen die Wünsche der potenziellen Kunden von den Eigenschaften des Standarddepots ab. Nur 14 Prozent der Befragten, die das Altersvorsorge-Depot kennen und investieren möchten, präferieren ein Produkt mit nur zwei Fonds. 52 Prozent wünschen sich dagegen Produkte mit einer Kapitalgarantie, 48 Prozent achten auf eine große Auswahl an Investmentfonds.

Für Opel ist der Wunsch nach Garantien nachvollziehbar, für Prisma Life steht dennoch die Kapitalmarktorientierung im Vordergrund: „Wir werden für das AV-Depot ein fondsgebundenes Versicherungsprodukt ohne Garantien und mit lebenslanger Rentenoption anbieten. Das passt sehr gut zu unserer DNA“, sagt Opel. „Wir sind seit vielen Jahren überzeugt, dass langfristige Altersvorsorge für unsere Kunden vor allem über eine renditeorientierte Kapitalanlage funktioniert. Eine Beitragsgarantie begrenzt dagegen die Renditechancen erheblich und kann langfristig sogar dazu führen, dass die Inflation nicht ausgeglichen wird.“

Förderung lockt, ersetzt aber keine Beratung

55 Prozent der Befragten möchten monatlich in das Altersvorsorge-Depot investieren. Davon wollen 47 Prozent das Fördermaximum von 150 Euro im Monat oder sogar mehr einzahlen. 31 Prozent möchten nur 30 Euro oder weniger investieren, 22 Prozent denken an Beträge zwischen 31 und 149 Euro.

„Die staatliche Förderung macht den Einstieg attraktiver, ersetzt aber keine individuelle Vorsorgeplanung“, sagt Opel. „Die eigentliche Beratungsleistung beginnt dort, wo es um höhere Sparbeiträge, Versorgungslücken und die Frage geht, welche Kombination aus geförderter Vorsorge, privater Vorsorge und betrieblicher Altersversorgung für den einzelnen Kunden sinnvoll ist.“

„Vieles spricht dafür, dass versicherungsbasierte Produkte im Altersvorsorge-Depot ihren Platz haben werden. Sie ermöglichen laufende Rentenzahlungen und sind dennoch kapitalmarktorientiert. Dafür braucht es allerdings mehr als zwei Standardfonds“, sagt Opel. „Damit werden auch die Werbeaussagen einiger Marktteilnehmer relativiert, die minimale Kosten für Altersvorsorge-Depots versprechen. Denn sie beziehen sich ausschließlich auf beratungsfreie Standarddepots und gehen offenbar am Kundeninteresse vorbei. Vielmehr eröffnet das Altersvorsorge-Depot ein echtes Beratungsfenster für Vermittler, die eine ganzheitliche Beratung anbieten.“

ThemaErgebnis
Erwartung an die Altersvorsorge88 Prozent wünschen sich mehr Rente (allein oder kombiniert mit Kapitalleistung), nur 12 Prozent bevorzugen reine Kapitalleistung
Bekanntheit des Altersvorsorge-Depots40 Prozent kennen die korrekte Definition, 41 Prozent wissen nicht, was gemeint ist; Männer (47 Prozent) fühlen sich informierter als Frauen (34 Prozent); bei 18- bis 24-Jährigen nur 27 Prozent informiert
Beratungsbedarf83 Prozent wünschen sich professionelle Beratung, nur 17 Prozent bevorzugen einen Abschluss ohne Beratung; Frauen (90 Prozent) stärker als Männer (76 Prozent); bei 18- bis 24-Jährigen 87 Prozent
ProduktdesignNur 14 Prozent befürworten ein Zwei-Fonds-Produkt; 52 Prozent wünschen Kapitalgarantie; 48 Prozent legen Wert auf breite Fondsauswahl
Investitionsbereitschaft55 Prozent wollen monatlich einzahlen; davon 47 Prozent zum Fördermaximum von 150 Euro oder mehr; 31 Prozent planen 30 Euro oder weniger; 22 Prozent zwischen 31 und 149 Euro

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