Altersvorsorgedepot 2027: Warum sich Sonderzahlungen in die Basisrente weiterhin lohnen

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Auch Selbstständige können künftig von zusätzlichen Fördermöglichkeiten der privaten Altersvorsorge profitieren.

Die Basisrente bleibt, auch wenn das Altersvorsorgedepot 2027 die Riester-Rente für Neuverträge ablöst. Für 2026 liegt der absetzbare Höchstbetrag bei 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für Paare. Wer noch Spielraum hat, kann ihn per Sonderzahlung bis Jahresende nutzen.

Wer seinen Basisrente-Vertrag noch für dieses Steuerjahr aufstocken will, hat dafür Zeit bis zum Jahresende. Für 2026 erkennt der Fiskus Beiträge zur Rürup-Rente bis zu 30.826 Euro bei Ledigen an. Zusammen veranlagte Ehepaare kommen auf 61.652 Euro, wie die Continentale Versicherung mitteilt. Der Versicherer weist darauf hin, dass Kunden ihren Vertrag zusätzlich über Sonderzahlungen aufstocken können. Die Basisrente selbst bleibt unverändert bestehen - anders als die Riester-Rente, die der Staat zum 1. Januar 2027 durch das neue Altersvorsorgedepot 2027 ersetzt.

Was ist das Altersvorsorgedepot 2027?

Das Altersvorsorgedepot 2027 ist der gesetzliche Nachfolger der Riester-Rente. Ab dem 1. Januar 2027 können Sparer nur noch dieses neue, ungarantierte Produkt neu abschließen. Bestehende Riester-Verträge laufen dagegen unverändert weiter, ein freiwilliger Wechsel in das neue Depot ist möglich. Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz (AVRG). Der Bundestag verabschiedete das Gesetz am 27. März 2026 mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD; die Linke votierte dagegen, AfD sowie Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Anschließend billigte der Bundesrat das Vorhaben am 8. Mai 2026, mittlerweile ist es im Bundesgesetzblatt verkündet.

Für Sparer, die eine Alternative zur Riester-Rente suchen, ist das Altersvorsorgedepot damit ab 2027 die neue staatlich geförderte Option. Daneben bleibt die Basisrente bestehen - unabhängig von der Reform und mit eigenem Fördersystem über den Sonderausgabenabzug.

Förderung beim Altersvorsorgedepot: höhere Zulagen, neue Boni

Bei der Förderung sieht das Gesetz mehrere Bausteine vor. Die Grundzulage steigt auf 540 Euro im Jahr. Darüber hinaus fördert der Staat laufende Beiträge bis zu einer Jahressumme von 360 Euro mit 50 Cent pro eingezahltem Euro. Oberhalb dieser Grenze reduziert sich der Zuschuss auf 25 Cent je Euro, gedeckelt bei 1.800 Euro. Für jedes Kind zahlt der Staat zusätzlich 300 Euro Kinderzulage. Berufseinsteiger erhalten einmalig 200 Euro Bonus, sofern sie den Vertrag vor ihrem 25. Geburtstag abschließen.

Im parlamentarischen Verfahren erweiterten die Abgeordneten den Kreis der Förderberechtigten zudem um Selbstständige. Gleichzeitig vergrößerten sie das Anlageuniversum auf Fonds (OGAW) bis Risikoklasse fünf. Die maximale Effektivkostenquote des Standarddepots senkten sie von 1,5 auf 1,0 Prozent.


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Berechnung des Basisrente-Höchstbetrags für 2026

Maßgeblich ist dabei die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung. Diese liegt 2026 bei 124.800 Euro im Jahr, also 10.400 Euro im Monat. Diese Werte legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jährlich in der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung fest. Wird dieser Betrag mit dem Beitragssatz von 24,7 Prozent multipliziert und anschließend aufgerundet, resultiert daraus der für Ledige geltende Höchstbetrag von 30.826 Euro. Verheiratete, die gemeinsam veranlagt werden, können den doppelten Betrag geltend machen. Zum Vergleich dazu: Die Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung erhöht sich 2026 auf 101.400 Euro.

Seit dem Veranlagungsjahr 2023 lassen sich die Altersvorsorgeaufwendungen zur Basisrente vollständig, also zu 100 Prozent, als Sonderausgaben absetzen. Zuvor galt eine stufenweise Anhebung der Abzugsquote.

Basisrente und Altersvorsorgedepot 2027 im Vergleich

Die folgende Übersicht stellt die beiden Fördersysteme gegenüber, die ab 2027 nebeneinander bestehen.

MerkmalBasisrente (Rürup-Rente)Altersvorsorgedepot (ab 2027)
StatusProdukt der ersten Schicht, von der Reform unberührtneu ab 1. Januar 2027, ersetzt Riester für Neuverträge
Förderung 2026Sonderausgabenabzug bis 30.826 Euro (Ledige) beziehungsweise 61.652 Euro (Paare)Grundzulage 540 Euro, 50 Cent/25 Cent je Spareuro, Kinderzulage 300 Euro, Berufseinsteigerbonus 200 Euro
Anlageformklassisch, fondsgebunden oder hybrid, je nach TarifKapitalmarktanlage ohne Garantie, OGAW bis Risikoklasse fünf
Kostenobergrenzekeine AngabeEffektivkostenquote Standarddepot maximal 1,0 Prozent
Bestandsverträge Riesternicht betroffenlaufen unverändert weiter, Wechsel freiwillig möglich
Quelle: Bundesregierung, BMAS, aba, Continentale

Was das Altersvorsorgedepot 2027 für Selbstständige bedeutet

Selbstständige kamen erst im parlamentarischen Verfahren als förderfähige Gruppe hinzu. Damit steht ihnen ab 2027 auch das Altersvorsorgedepot 2027 offen - neben der Basisrente, die sie weiterhin über den Sonderausgabenabzug nutzen können. Welche Lösung passt, hängt nach Einschätzung der Continentale von Einkommen, Steuersatz, Familiensituation und Vorsorgezielen ab. In Betracht kommen demnach die Basisrente, das Altersvorsorgedepot oder eine Kombination aus beidem.

Sonderzahlungen in die Basisrente: Frist bis Jahresende

Schon mit überschaubaren Summen lässt sich ein Basisrente-Vertrag abschließen: Laut Continentale sind laufende Beiträge bereits ab 25 Euro monatlich möglich, alternativ steht ein Einmalbeitrag ab 3.000 Euro zur Wahl. Zudem können bestehende Verträge mit zusätzlichen Sonderzahlungen aufgestockt werden. „Je nach Einkommenssituation lässt sich die lebenslange Rente jährlich flexibel ausbauen“, sagt Thomas Pollmer, Leiter Produktmanagement Leben bei der Continentale Versicherung. Damit eine solche Zahlung noch für das Steuerjahr 2026 zählt, muss sie nach Angaben des Versicherers vor dem Jahreswechsel erfolgen.

Bei den fondsgebundenen Varianten verweist Pollmer zudem auf feste Rentenfaktoren: „Bei unseren Fondsprodukten sorgen bereits bei Vertragsabschluss garantierte Rentenfaktoren für Planbarkeit.“ Continentale bietet die Basisrente in drei Varianten an: BasisRente Invest als fondsgebundenen Tarif, BasisRente Classic Pro als klassischen Tarif und die hybride BasisRente Invest Garant. Laut Angaben des Versicherers zeichnete die Ratingagentur Franke und Bornberg alle drei Tarife mit der Bestnote FFF+ aus; eine unabhängige Überprüfung dieser Einstufung lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

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