Die gesetzliche Rente allein wird nach Einschätzung vieler Experten nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu sichern. Der Online-Broker Freedom24 hat deshalb eine nach Altersgruppen gegliederte Investmentstrategie vorgelegt, die den Vermögensaufbau für die private Altersvorsorge strukturieren soll.
Grundlage der Berechnungen ist ein Renteneintritt mit 65 Jahren. Zudem unterstellt das Unternehmen eine jährliche Rendite von sieben Prozent und bezieht den Zinseszinseffekt ein. „Bei monatlichen Einzahlungen ist dieser Effekt exponentiell. Das heißt: Wenn ich zum Beispiel mit 30 Jahren monatlich 500 Euro bis 65 Jahre anlege, beträgt die Gesamtsumme 828.000 Euro – 210.000 Euro durch die 500 Euro monatlich und 618.000 Euro durch eine jährliche siebenprozentige Rendite“, erklärt Dominik Mayr, Manager bei Freedom24.
Als Referenz verweist Freedom24 auf historische Daten des MSCI World Index. Demnach habe die mittlere jährliche Rendite zwischen 1970 und 2018 bei 8,08 Prozent gelegen, die Rendite über 15 Jahre bei 8,78 Prozent. Die Annahme von sieben Prozent versteht der Broker damit als Orientierungswert für langfristige Szenarien.
Für Anleger zwischen 20 und 30 Jahren hält Freedom24 eine hohe Aktienquote für sinnvoll. In dieser Phase gehe es wegen Studium oder Berufsstart oft zunächst weniger um absolute Beträge als um eine möglichst hohe Sparquote. „100 Prozent in Aktien und breite Diversifizierung – ohne Berücksichtigung der Volatilität. Mit einem Zeithorizont von 35 bis 40 Jahren werden Bärenmärkte – also Börsenphasen mit anhaltend fallenden Kursen – so überstanden“, erläutert Mayr.
Als Bausteine nennt er weltweit anlegende ETFs auf Indizes wie MSCI World oder MSCI ACWI. Schon vergleichsweise kleine monatliche Beiträge könnten langfristig Wirkung entfalten. „Selbst 100 bis 200 Euro pro Monat, die im Alter von 22 Jahren angelegt werden, verwandeln sich bei einer jährlichen Rendite von sieben Prozent ohne weiteres Zutun bis zum Alter von 65 Jahren in 47.000 bis 94.000 Euro. Jedes Jahr, das gezögert wird, kostet etwa sieben Prozent des angesammelten Gesamtkapitals“, erläutert Mayr.
Für die Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren empfiehlt Freedom24 einen ausgewogeneren Ansatz. Hintergrund sind meist steigende Einkommen, aber auch wachsende finanzielle Verpflichtungen etwa durch Familie oder Immobilienfinanzierung. „Diese Phase geht mit einer komplexen Balance zwischen Leben und Kapital einher. Man sollte 80 bis 90 Prozent in Aktien investieren. 10 bis 20 Prozent in Anleihen oder alternative Anlagen, wie zum Beispiel Sachwerte. Dabei sind 300 bis 500 Euro pro Monat als Mindestbetrag für den Aufbau von Rentenkapital ausreichend, wenn man in diesem Alter mit dem Investieren als Altersvorsorge beginnt“, zeigt Mayr auf.
Sparquote steigt mit dem Alter
Für Anleger zwischen 40 und 50 Jahren sieht der Broker eine Art Aufholphase. In vielen Fällen erreiche das Einkommen in dieser Lebensphase seinen Höhepunkt, während Kinder finanziell unabhängiger würden und ein Teil der Hypothek bereits getilgt sei. „Das ist die effektivste Lebensphase für einen beschleunigten Vermögensaufbau, wenn die Vorjahre versäumt worden sind. Hier gilt: 70 bis 80 Prozent in Aktien. Dabei sind 600 bis 800 Euro monatlich das Minimum. Boni, Erbschaften oder andere unregelmäßige Einkünfte sollten zu 100 Prozent für Investitionen genutzt werden“, sagt Mayr.
Parallel dazu sollte nach Einschätzung von Freedom24 auch die Sparquote steigen. Während für 20- bis 30-Jährige ein Anteil von zehn bis 15 Prozent des Nettoeinkommens genannt wird, veranschlagt der Broker für 40- bis 50-Jährige 20 bis 25 Prozent.
Zugleich rät Mayr dazu, den Kapitalbedarf im Ruhestand möglichst konkret zu berechnen. „Es gilt ‚Rule of 25‘: Das erforderliche Kapital entspricht dem 25-fachen der jährlichen Ausgaben, was laut Trinity Study (1998) einer sicheren Entnahmerate von 4 Prozent pro Jahr entspricht. Wenn also die Zielausgaben im Ruhestand 30.000 Euro pro Jahr betragen, beträgt das erforderliche angesammelte Kapital 750.000 Euro“, schließt Mayr ab.
















