Mit dem Klimawandel nehmen Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen an Häufigkeit und Intensität zu. Gleichzeitig sind viele Wohngebäude weiterhin nur unzureichend geschützt. Das geht aus dem aktuellen Präventionsreport von Axa hervor.
20 Prozent der Befragten in Deutschland fühlen sich nicht gut auf Naturgefahren wie Starkregen oder Hochwasser vorbereitet. Vier von zehn Personen schätzen ihre Vorbereitung als eher gut bis sehr gut ein. Dabei bewerten Männer ihre eigene Vorsorge deutlich positiver als Frauen. 46 Prozent der Männer fühlen sich gut vorbereitet, bei den Frauen sind es 35 Prozent.
Auch zwischen den Generationen zeigen sich Unterschiede. 47 Prozent der 61- bis 79-Jährigen geben an, sich gut auf Starkregen und Hochwasser vorbereitet zu fühlen. In der Generation der 45- bis 60-Jährigen liegt dieser Wert bei 36 Prozent.
Risikowahrnehmung und Investitionsbereitschaft
Trotz zunehmender Extremwetterereignisse hält jede zweite Person Schäden durch Hochwasser oder Starkregen in den kommenden zehn Jahren für eher bis sehr unwahrscheinlich. Unter Immobilieneigentümern teilen 47 Prozent diese Einschätzung.
Entsprechend zurückhaltend ist die Investitionsbereitschaft. 54 Prozent der Eigentümer stimmen der Aussage zu, dass das Risiko von Schäden durch Naturgefahren zu gering sei, um gezielt in Umbaumaßnahmen zu investieren.
„Wir dürfen uns von einem vergleichsweise ruhigen Jahr 2025 nicht täuschen lassen. Extremwetterereignisse bleiben ein reales Risiko – und sie kommen meist plötzlich und überraschend für die Menschen. Prävention entscheidet darüber, ob Starkregen und Hochwasser zu einem beherrschbaren Ereignis werden oder existenzielle Folgen haben“, sagt Dr. Marc Daniel Zimmermann, Vorstand Sachversicherung bei Axa Deutschland.
Schutzmaßnahmen oft lückenhaft umgesetzt
Die geringe Risikowahrnehmung spiegelt sich in der Praxis wider. Nur vier Prozent der Eigentümer verfügen über ein fest installiertes oder mobiles Hochwasserschutzsystem wie Schutzmauern oder Schutzwände. 32 Prozent haben verschließbare Kellerfenster. Dabei können gerade diese verhindern, dass bei Starkregen Wasser in den Keller eindringt.
Noch seltener sind Rückstauklappen. Lediglich 18 Prozent der Eigentümer haben dieses Bauteil installiert. Es verhindert, dass Abwasser bei Starkregen über die Kanalisation ins Gebäude zurückfließt. Fehlt diese Sicherung, kann Wasser auch von innen in das Haus gelangen und erhebliche Sach- und Gesundheitsschäden verursachen.
Auffällig ist, dass Eigentümer, die sich selbst als gut oder sehr gut vorbereitet einschätzen, seltener einfache Schutzmaßnahmen umgesetzt haben als der Durchschnitt. Nur 23 Prozent von ihnen verfügen über verschließbare Kellerfenster, 14 Prozent über eine Rückstauklappe.
„Noch immer sehen wir zu viele Häuser, in die Wasser nahezu ungehindert in den Keller fließen kann. Dabei lässt sich mit verhältnismäßig einfachen Maßnahmen viel Schaden vermeiden – etwa durch Rückstauklappen, hochwasserdichte Kellerfenster oder bauliche Anpassungen rund ums Haus. Prävention ist kein Luxus, sondern ein zentraler Schutz für Immobilienwerte und damit für die Menschen, die darin leben“, mahnt Dr. Marc Daniel Zimmermann.
Wissen über Risikozonen vorhanden
63 Prozent der Eigentümer geben an zu wissen, ob ihre Immobilie in einer Hochwasserrisikozone liegt. 33 Prozent kennen die Einstufung genau, weitere 30 Prozent zumindest ungefähr. Solche Risikozonen helfen, das individuelle Überschwemmungsrisiko besser einzuschätzen. Sie berücksichtigen auch ausgetrocknete Flussarme oder tieferliegende Bereiche, die bei Starkregen wieder zu Wasserläufen werden können – häufig dort, wo Eigentümer keine akute Gefahr vermuten.
Für den Präventionsreport hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov im Auftrag der Axa 2.005 Personen in Deutschland befragt, darunter 991 Immobilieneigentümer.
















