Cash.-Hitliste der Asset Manager: Ein Jahr zum Abgewöhnen

New York Stadtbild, Tourismuskonzept Foto
Foto: PantherMedia / UTBP
Freiheitsstatue vor der Skyline New Yorks: Die USA sind bei deutschen Anlegern weiterhin angesagt (Symbolbild).

Dass 2023 ein schwieriges Jahr für Sachwertanlagen war und die Platzierungszahlen nicht so besonders gut ausfallen würden, hatte sich schon länger abgezeichnet. Dass es so heftig gekommen ist, überrascht jedoch – und dass deutsche Immobilien nicht länger das beliebteste Segment sind.

Um über 50 Prozent ist das Platzierungsvolumen von Sachwertanlagen für Privatanleger, also hauptsächlich alternativen Investmentfonds (AIFs) sowie Vermögensanlagen und Crowdinvestments, im vergangenen Jahr gegenüber 2022 zurückgegangen. Noch nicht einmal eine Milliarde Euro Eigenkapital haben die Unternehmen, die ihre Zahlen an Cash. gemeldet haben, 2023 insgesamt im Retailgeschäft platziert. Gemessen an der einstigen Größe und dem Selbstverständnis als Sachwertbranche war 2023 – nicht für alle Unternehmen, aber insgesamt – schlicht ein Debakel. Ein Jahr zum Abgewöhnen.

Die Gründe sind bekannt: Allen voran die steil gestiegenen Zinsen, zunehmend schlechte Nachrichten vom Immobilienmarkt, eine durch Inflation und Ukraine-Krieg verunsicherte Kundschaft. Dazu kam die Pleite des über viele Jahre etablierten Anbieters Project Immobilien im August 2023. Sie erschütterte die gesamte Branche bis aufs Mark. So zeichnete sich spätestens im Herbst deutlich ab, dass 2023 alles andere als toll werden würde. Doch einen Absturz – gegenüber dem schon schwachen Jahr 2022 – um die Hälfte haben wohl nur wenige erwartet. 

Zum Teil ist der Rückgang indes auch auf die gesunkene Auskunftsbereitschaft der Unternehmen auf die diesjährige Cash.-Abfrage zurückzuführen. Vier Anbieter nutzten immerhin die Möglichkeit, ihr Ergebnis unter der Voraussetzung zu melden, dass sie nicht namentlich genannt werden. Eine Reihe anderer sah sich noch nicht einmal dazu in der Lage, darunter in erster Linie Crowdinvesting-Plattformen.


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Dazu zählt die Plattform Engel & Völkers Digital Invest, die im Vorjahr mit 59,9 Millionen Euro noch in den Top Ten rangiert hatte. In diesem Jahr teilt das Unternehmen lediglich mit: „Wir nehmen dieses Jahr nicht an der Erhebung teil.“ Die Raiffeisenbank im Hochtaunus winkt für ihre Plattform GenoCrowd (Vorjahr 18 Millionen Euro) ebenfalls ab und auch Dagobertinvest (Vorjahr 12,8 Millionen Euro) lässt über die PR-Agentur ohne Begründung ausrichten, dass es „sich in diesem Jahr nicht daran beteiligen wird.“ Andere Unternehmen wie Bergfürst (Vorjahr 30,2 Millionen Euro) oder Finexity (letzte Meldung für 2021) reagierten überhaupt nicht auf die Cash.-Anfrage.

So umfasst die Cash.-Hitliste in diesem Jahr lediglich 31 namentlich genannte Unternehmen sowie die Ergebnisse der vier anonymisierten Melder in einer Sammelposition (siehe Tabelle Seite 127). Ob die Ergebnisse der Zahlen-Verweigerer besonders viel am generellen Trend der Branche ändern würden, ist indes wenig wahrscheinlich. Schließlich ist kaum anzunehmen, dass sie deshalb keine Auskunft geben, weil sie 2023 so überaus erfolgreich waren. Allerdings sind vor allem die Crowdinvesting-Zahlen damit ziemlich unvollständig.

In diesem Segment setzt sich trotz eines spürbaren Rückgangs mit einem vermittelten Volumen von 90 Millionen Euro erneut Exporo mit deutlichem Abstand an die Spitze. Das Unternehmen rückt damit sogar um einen auf Platz zwei der Gesamtliste vor. Den Spitzenplatz im Cash.-Ranking, das nach dem Platzierungserfolg im Publikumsgeschäft („Retail“) sortiert ist, belegt indes erneut die Deutsche Finance Group, die (teilweise umgerechnet) rund 111 Millionen Euro mit Publikums-AIFs einsammeln konnte. Auch beim Eigenkapital gesamt, also einschließlich institutionelle Anleger, liegt sie mit Abstand vorn. 

Besonderheit bei BVT

In dieser Spalte werden auch Platzierungen bei semi- und professionellen Anlegern berücksichtigt, also in erster Linie Spezialfonds und Private Placements ab 200.000 Euro Mindestbeteiligung. Nicht einbezogen werden im Cash.-Ranking offene Fonds und Wertpapier-Emissionen; letztere wiederum mit Ausnahme von Crowdinvestings und Inhaber-Schuldverschreibungen mit Sachwert-Charakter. Dabei werden die Crowd-Emissionen grundsätzlich den Plattformen zugerechnet, auch wenn diese meistens formal nur als Vermittler fungieren.

Eine Besonderheit gibt es bei BVT. Sie sicherte sich neben Platzierungen der eigenen Fonds über die Tochter Derigo als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) ein riesiges Mandat im Bereich Energie und Infrastruktur. Derigo verwaltet demnach für das „Südwest Konsortium“ (SWK) als Service-KVG eine Beteiligung an der EnBW-Tochter TransnetBW von 876,5 Millionen Euro. Hinter SWK stehen laut BVT rund 50 Unternehmen, mehrheitlich Sparkassen aus Baden-Württemberg, unter Führung der SV Sparkassen Versicherung Holding AG. Da es sich nicht um klassisches Platzierungsgeschäft handelt, wurde dieses Mandat jedoch nicht in der Cash.-Statistik berücksichtigt.

Zurück zum Ranking im Publikumsgeschäft. Hier findet sich auf Platz drei der erste Asset Manager, der 2023 einen Zuwachs hingelegt hat: RWB. Sie feiert 2024 Jubiläum: „Seit nunmehr 25 Jahren ermöglichen wir mit der RWB Privatanlegern den Zugang zur Anlageklasse Private Equity“, sagt Nico Auel, Geschäftsführer der RWB Partners GmbH. „Das werden wir in 2024 beibehalten. Noch bis 30. Juni 2024 ist der RWB International 8 in Platzierung. Im Sommer werden wir den Nachfolger dieser Flaggschiffserie und die sechste Generation unseres bewährten Direct-Return-Fondskonzepts auf den Markt bringen.“ 

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