„Das hybride Niveau wird die Zukunft sein“

Foto: 1zu1 AG
Patrick Afflerbach (links) und Sascha Sönning: „Wir bleiben agil und in Bewegung.“

Cash.-Interview mit Dr. Patrick Afflerbach und Sascha Sönning, Vorstände der 1:1 Assekuranzservice AG, über den neuen hybriden Makleralltag, die Verjüngung ihrer Führungskräftestruktur und die Zukunftsfähigkeit des Maklerberufs.

Welche Erkenntnisse haben Sie in den letzten beiden Corona-Jahren für die Zukunft Ihres Unternehmens und der Branche gewonnen?

Afflerbach: Corona hat die gesamte Branche betroffen und vor Herausforderungen gestellt. Als Fazit aus dieser extremen Zeit nehmen wir die finanzielle Stabilität der 1:1 AG mit sowie den Fortbestand des Maklerberufs für die Zukunft. Wir haben in dieser Zeit eigene Corona-Hilfspakete ausbezahlt, um die Liquidität unserer Vermittlerinnen und Vermittler zu sichern. Wir haben in Online-Meeting-Programme investiert und diese kostenfrei zur Verfügung gestellt, um die digitale Kundenberatung zu gewährleisten. Schulungsmaßnahmen haben wir verdreifacht und damit die Expertise im Vertrieb beibehalten. Sicher ist, dass es für jeden Marktteilnehmer schwer war, die Umsatzzahlen stabil zu halten. Jedoch hat die Branche der Maklerpools ihre Ziele grundsätzlich erreicht. Auch weil sich die Vermittlerinnen und Vermittler auf den neuen hybriden Makleralltag eingelassen und diesen umgesetzt haben. Das hybride Niveau wird auch die Zukunft sein. Grundsätzlich haben wir die letzten beiden Corona-Jahre zusammen mit unseren Vermittlerinnen und Vermittlern gut umgesetzt und blicken voller Vorfreude in den Jahresendspurt 2022 und das neue Vertriebsjahr 2023. 

Wie will sich 1:1 auf dem Maklerpool-Markt positionieren?

Sönning: Durch die zunehmende Digitalisierung und das Voranschreiten an technischen Möglichkeiten sind Bewegungen und Veränderungen programmiert. Wichtig ist uns, unsere Dienstleistungen für die Maklerinnen und Makler an unserer Seite und für die zukünftigen Vermittlerinnen und Vermittler immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Ist unser Angebot aktuell? Sind die Dienstleistungen und Services zukunftsfähig? Was brauchen unsere Maklerinnen und Makler? Das sind Fragen, die wir uns als zukunftsfähiges und stabiles Unternehmen stellen. Prozesse und Angebote gehören wieder und wieder überprüft und angepasst. Es gilt, das eigene Geschäftskonzept unter die Lupe zu nehmen. Dabei bewegen wir uns mit dem Markt mit und agieren wie auch reagieren flexibel auf gesetzliche oder auch zielgruppenkonforme Wünsche und Richtlinien. Das ist es auch, was in meinen Augen langfristigen Erfolg verspricht – Agilität und Flexibilität inklusive ein der Zielgruppe angepasstes Geschäftsmodell. Unsere langjährige Erfahrung am Maklerpool-Markt hat uns in unserem Vorgehen bestätigt. Unser Geschäftsmodell bauen wir für unsere Maklerinnen und Makler weiter aus, um den vertrieblichen Erfolg zu ermöglichen. Dafür setzen wir stets auf neue Highlights, individuelle Vertriebsaktionen und attraktive Vertriebsmodelle. 

Afflerbach: Die Modernisierung im Vertrieb zeigt sich gleichermaßen im Backoffice. Corona hat es bewiesen – an der Digitalisierung kommt unsere Branche nicht vorbei. Dabei wird das angebotene Servicekonzept für unsere Makler zunehmend intensiver, die individuellen Anfragen häufen sich und die fachliche Expertise ist von großem Wert. Durch unser digitales Büro, die komplett automatisierte und digitalisierte Vertragsoptimierung, haben wir unseren Vertriebspartnern administrative Tätigkeiten eingespart und somit die Kundenberatungszeit erhöht. Der Betreuungsschlüssel innerhalb des Backoffice ist mit einer Innendienstkraft auf zehn Vermittler extrem hoch. Was uns die Sicherheit gibt, unseren Service sowie individuelle Anfragen mit einem hohen Servicelevel bearbeiten zu können. Unsere Maklerinnen und Makler dürfen den bestmöglichen Service erwarten. In Richtung Zukunft werden wir die Digitalisierungsprozesse der 1:1 AG weiter modernisieren und ausbauen. Auf diesem Weg lässt sich die zunehmende Komplexität des Makleralltags für unsere Partner vereinfachen, Bürokratie und Administration eindämmen und Service manifestieren. 

Sie haben eine Verjüngungskur und Modernisierung angekündigt. Worauf beziehen Sie das?

Sönning: „Be the Next Generation“ lautet das neue Recruiting-Konzept. Wir wollen die nächste Generation innerhalb der Branche entwickeln und etablieren. Dafür haben wir ein attraktives Modell für Nachwuchsführungskräfte geschaffen. Jünger, moderner, frischer wollen wir wahrgenommen werden. So digital wir sind, so zukunftsweisend müssen wir auf dem Markt wirken. In naher Zukunft wird das noch deutlicher. Unsere Ansprache, unsere Außendarstellung sowie unsere Website werden generalüberholt und damit auf das nächste Level in eine erfolgreiche Zukunft gehoben. Mit diesen Maßnahmen sichern wir unsere zukünftige Weiterentwicklung. 

Die Maklerbranche leidet unter einem großen Nachwuchsmangel. Wie wollen Sie die Verjüngung der Führungskräftestruktur konkret angehen? 

Sönning: Wir haben bereits mit unserer großen Recruiting-Offensive begonnen. Das neue attraktive Führungskräfte-Modell des Regionalleiters ist veröffentlicht und der Grundstein für die nächste Generation gelegt. Unsere „Be the Next Generation“-Offensive soll motivierten Nachwuchsführungskräften die Möglichkeit bieten, sich zu entwickeln und gemeinsam mit uns zu wachsen. Dabei gibt es einen ausführlichen und umfangreichen Onboarding-Prozess, der sowohl erfahrene wie auch neue Führungskräfte am Status quo abholt und langfristig begleitet. Dazu haben wir ein ausgiebiges Aus- und Weiterbildungsangebot konzipiert, dass den individuellen Bedürfnissen unserer Führungskräfte gerecht wird. Wir legen Wert auf eine hochmoderne technische Ausstattung und eine attraktive Vergütung. So ermöglichen wir unseren Führungskräften, sich erfolgreich innerhalb der Branche zu etablieren. Dabei streben wir eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit auf Augenhöhe an. Gleichzeitig steht das umfangreiche Weiterbildungsangebot natürlich auch unseren bestehenden Führungskräften zur Verfügung. Egal ob es nun das Thema Persönlichkeitsentwicklung oder fachspezifische Weiterbildung betrifft, dazulernen können wir alle. Dem gegenüber positionieren wir uns mit einer offenen Haltung. Wir bleiben agil und in Bewegung – mit dem Ziel, eine kompetente Expertise aus erfahrenen Führungskräften und Nachwuchsführungskräften aufzubauen. 

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran, was bedeutet das für die Zukunftsfähigkeit des Maklerberufs?

Afflerbach: Das Thema Versicherungen und Vorsorge wird zukünftig ein sehr wichtiges Thema bleiben. Hier wird der Kunde auf ausgebildetes Fachpersonal setzen, immer. Damit wird der Maklerberuf essenziell bleiben. Die Frage bleibt offen, über welchen Kanal die Kundenberatung stattfindet. Persönlich oder digital? Kunden, die eine Vor-Ort-Betreuung wünschen, bekommen diese. Wiederum Kunden, die digital fit sind, bevorzugen zunächst ein Online-Gespräch. Doch die Tatsache, dass eine Kundenberatung und Empfehlung nach Analyse der individuellen Situation und Bedürfnisse stattfinden muss, ist unberührbar. Mit der 1:1 AG können unsere Vermittlerinnen und Vermittler entsprechend den Bedürfnisse ihrer Zielgruppe agieren. 

Welche Pläne hat 1:1 vor diesem Hintergrund für das kommende Vertriebsjahr?

Sönning: Unsere Zielrichtung für Ende 2022 und das Vertriebsjahr 2023 ist das kontinuierliche Wachstum. Die ersten Nachwuchsführungskräfte sind eingestellt, mehr sollen es werden. Zusätzlich möchten wir Vermittlerinnen und Vermittler für unser Servicekonzept gewinnen, um somit auch vertrieblich zu wachsen. Die Stärken der 1:1 AG fokussieren wir, automatisierte Arbeitsprozesse werden zunehmend vereinfacht, um unsere Maklerinnen und Makler in der vertrieblichen Tagesarbeit zu unterstützen. Besonderen Anklang im Vertrieb findet unser Highlight, die digitale Vertragsoptimierung. Denn hierdurch ist der effiziente Bestandsaufbau gewährleistet. Damit bieten wir bestehenden und zukünftigen Maklerinnen und Maklern ein einzigartiges Vertriebskonzept und Serviceversprechen für eine erfolgreiche Vertriebsperformance. 

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