Globale Dividenden steigen auf Rekordwert

Dividenden steigen auf Rekordwert symbolisiert durch Münzen, Chart und Weltkugel
Foto: ChatGPT
Dividenden erreichen Rekordwert: Nordamerika und Europa treiben das Wachstum im ersten Quartal 2026.

Die weltweiten Dividenden haben im ersten Quartal 2026 einen Rekordwert erreicht. Vor allem Nordamerika und Europa trugen zum Wachstum bei. Doch nicht alle Regionen entwickelten sich gleich.

Die globalen Dividendenausschüttungen wuchsen im ersten Quartal 2026 über den langfristigen Trend hinaus und erreichten mit 421  Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert. Zu diesem deutlichen Plus des Nettowachstums von 6,7 Prozent zum Vorjahr trugen nahezu vollständig die entwickelten Märkte bei. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausschüttungen in Europa (ohne UK) um 34 % auf 68 Milliarden US-Dollar. Größter Treiber der Rekordausschüttungen war saisonbedingt aber Nordamerika, mit einem Plus von 9 % auf 205 Milliarden US-Dollar.Damit entfielen fast die Hälfte der globalen Ausschüttungen auf Nordamerika. Doch auch in UK, Japan und dem Pazifik stiegen die Ausschüttungen.  

Zwei Branchen im Fokus

Im ersten Quartal konnten zwei Branchen besonders Punkten: In Nordamerika waren Finanzwerte der mit Abstand größte Wachstumstreiber und trugen 8,3 Milliarden US-Dollar (31 % des globalen Dividendenwachstums) bei, getragen von zusätzlichem Kapital und widerstandsfähigen Erträgen. Dividendenerhöhungen sowie beschleunigte Aktienrückkäufe folgten darauf, dass US‑Banken die Stresstests der US‑Notenbank bestanden hatten. Von den gesamten Dividendenausschüttungen in Nordamerika in Höhe von 205Milliarden US‑Dollar entfielen 45 Milliarden US‑Dollar auf Finanzwerte – ein deutlicher Beleg für den überproportionalen Einfluss des Sektors.


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In Europa war das Wachstum stark im Gesundheitssektor konzentriert: Einzelne Pharma-Unternehmen trugen den Großteil des Zuwachses, getrieben durch höhere jährliche März-Dividenden vor dem Hintergrund solider Fundamentaldaten. So entfielen zum Ausschüttungswachstum von 17 MilliardenUS-Dollar in Europa insgesamt 7 Milliarden US-Dollar auf den Gesundheitssektor.

Rückgang in China und EM durch Basiseffekte

Diese starken Ergebnisse kompensierten die durch Basiseffekte bedingten Rückgänge in China und den Schwellenländern, insbesondere im Finanzsektor. Insgesamt steuerten Nordamerika und Europa 27 Milliarden US-Dollar zum Wachstum bei, während sich China und die Schwellenländer unterm Strich negativ auf die Gesamtentwicklung auswirkten.

Der Rückgang der Dividendenausschüttungen im chinesischen Finanzsektor um 10 Milliarden US‑Dollar spiegelt allerdings keine schwächeren Fundamentaldaten wider, sondern resultiert aus einer zeitlichen Verschiebung: Die vier größten Banken stellten auf halbjährliche Dividenden um und zahlten die Zwischen­dividenden für das erste Halbjahr 2025 bereits im Dezember 2025 aus. Dadurch wurden Ausschüttungen in das Kalenderjahr 2025 vorgezogen, sodass im ersten Quartal 2026 nur begrenzte Mittel zur Verfügung standen. Diese Vorverlagerung belastete die Q1‑Ausschüttungen, obwohl die jährliche Ausschüttungskapazität unverändert blieb.

Auch die Schwellenländer (ohne China) verzeichneten im Jahresvergleich einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, bedingt durch ein außergewöhnlich starken erstes Quartal 2025, das vor allem von brasilianischen. Ein starkes Quartal voraus Finanzwerten getragen wurde. Trotz Brasiliens fortbestehender Bedeutung als Quelle hoher absoluter Ausschüttungen – und eines stabileren Wechselkurses zwischen BLR und USD – lagen die Dividenden unter dem Vorjahresniveau.

Mit Blick auf das zweite Quartal dürfte Europa die globalen Dividendenausschüttungen dominieren, was die strukturell ausgeprägte Dividendensaison im April und Mai widerspiegelt. Energie‑ und Rohstoffwerte könnten im weiteren Jahresverlauf 2026 erneut zu Treibern werden, sofern hohe Rohstoffpreise im Umfeld anhaltender geopolitischer Risiken Bestand haben.

In einem Umfeld, in dem Anleger verstärkt auf stabile Ausschüttungen und geringere Bewertungsrisiken setzen, könnten Unternehmen mit soliden Bilanzen und nachhaltigen Ausschüttungsquoten ihre Dividendenpolitik weiter ausbauen. Diversifizierte High Dividend Strategien dürften daher 2026 weiter eine wichtige Rolle spielen – sowohl zur Stabilisierung des Gesamtportfolios als auch als zuverlässige Quelle für laufende Erträge.

Autor Viktor Nossek ist Investment & Product Strategic Intelligence bei Vanguard Europa.

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