Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwacher Zahlen – worauf Anleger jetzt setzen

Rheinmetall-Schild neben einem Panzer
Foto: ChatGPT
Die Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwacher Quartalszahlen. Margen und Auftragsbestand bleiben im Fokus.

Rheinmetall hat im ersten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn verfehlt. Dennoch reagiert die Börse positiv. Anleger richten den Blick vor allem auf Margen, Auftragsbestand und geopolitische Entwicklungen. Am Donnerstag dürften die vollständigen Zahlen mehr Klarheit bringen.

Anleger von Rüstungsaktien scheinen das Verfehlen der Erwartungen bei Umsatz und Gewinn derzeit zu tolerieren. Das zeigt die Marktreaktion auf die vorläufigen Q1-Zahlen von Rheinmetall. Die Aktie legte seit Wochenbeginn um rund 6 Prozent zu. Der Kurs liegt aktuell 28 Prozent unter dem Rekordhoch. Der schwächere Umsatz ist laut Unternehmen auf Lieferverschiebungen in das 2. Quartal zurückzuführen. Das spricht zunächst gegen ein strukturelles Problem.


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Im Mittelpunkt stehen die Margen und der Auftragsbestand. Die operative Marge verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent, der Auftragsbestand wuchs auf rund 73 Milliarden Euro. Offen bleibt, ob es sich im 1. Quartal lediglich um Verzögerungen bei der technischen Abnahme durch Behörden handelt oder ob es auch Engpässe in der Lieferkette gibt.

Seit Jahresbeginn hinkt Rheinmetall dem breiten Markt hinterher. Die Aktie liegt 8 Prozent im Minus, während der DAX weniger als 1 Prozent verloren hat. Im Jahr 2025 legte Rheinmetall mit 155 Prozent rund 6,7-mal stärker zu als der DAX mit 23 Prozent. Am Donnerstag wird der vollständige Quartalsbericht veröffentlicht, der das „Fleisch am Knochen“ zu den bisherigen Eckdaten liefert. 

Geopolitische Instabilität, etwa durch den Iran-Konflikt, könnte am Markt als eine Art Sicherheitsnetz wirken, da sich der Druck zur Wiederaufrüstung und Bevorratung weiter erhöht. Hohe Ölpreise treiben zwar die Produktionskosten an, gleichzeitig bleiben Verteidigungsbudgets politisch so priorisiert, dass konjunkturelle Schwächen weniger ins Gewicht fallen. Ein Risiko entsteht erst, wenn die Inflation so stark anzieht, dass Staaten zu Sparmaßnahmen gezwungen werden.

Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.

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