Der Goldpreis hat am Donnerstag, dem 5. November 2026, die Marke von 4.100 US-Dollar je Feinunze überschritten, während der Nasdaq Composite um 5,29 Prozent einbrach. Beide Bewegungen gehen auf dieselbe Nervosität zurück: Anleger warten auf die Fed-Sitzung am 9. Dezember 2026 und verarbeiten zugleich das Resultat der Zwischenwahlen in den USA vom 3. und 4. November 2026.
Konkret notierte die Feinunze nach Angaben von Kitco News bei 4.120,60 US-Dollar und damit 1,5 Prozent höher. Die Tageshochs lagen laut 24/7 Wall St. bei bis zu 4.138 US-Dollar. Schon am Vortag hatte Gold rund 3,5 Prozent gewonnen - so kräftig wie zuletzt am 19. August 2026 nicht mehr. Der Nasdaq Composite dagegen fiel auf 24.374,70 Punkte zurück.
Leitzins bleibt stabil - zwei Gegenstimmen im FOMC
Ausgangspunkt der Unsicherheit ist die Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) vom 28. Oktober 2026. Mit zehn zu zwei Stimmen hielt die US-Notenbank Fed den Leitzins innerhalb der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, wie die Notenbank in ihrer Mitteilung festhielt. Dagegen stimmten die beiden Gouverneurinnen, Lisa D. Cook und Beth M. Hammack. Beide sprachen sich dafür aus, den Zins umgehend um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Geldpolitisch ist das eine ungewöhnliche Phase: Anders als in früheren Lockerungszyklen diskutiert die Fed im Herbst 2026 über eine weitere Anhebung statt über eine Senkung. Der Grund ist eine hartnäckig erhöhte Inflation bei zugleich robustem Wachstum.
Warum der Goldpreis vor der Dezember-Sitzung zulegt
Für den 9. Dezember 2026 preisen die Terminmärkte einen weiteren Zinsschritt von 25 Basispunkten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein. Auswertungen auf Basis des CME-FedWatch-Tools ergaben am 5. November 2026 Wahrscheinlichkeiten in einer Spanne von rund 77 bis 83 Prozent, wobei der konkrete Wert je nach Abfragezeitpunkt variierte; eine unabhängige, laufende Überprüfung des Tools ließ sich zum Redaktionsschluss nicht durchführen. Gestützt wurde die Zinserwartung zusätzlich vom Arbeitsmarkt: Nach Angaben von Kitco News sanken die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 189.000 und lagen damit um 6.000 unter dem Vorwochenwert - der tiefste Wert seit Ende Juli 2026 und spürbar unter der von Analysten erwarteten Marke von 197.000. Die schwächer als erwartet ausgefallenen Anträge stützten nach Angaben von Kitco News zugleich die Rally beim Goldpreis.
Nasdaq und Chipwerte brechen massiv ein
Während Gold zulegte, gerieten US-Aktien unter erheblichen Druck. Der marktbreite S&P 500 sackte nach Angaben von Yahoo Finance um 4,19 Prozent ab und schloss bei 7.366,51 Punkten. Der Dow Jones büßte 3,36 Prozent ein und landete bei 51.565,23 Punkten. Noch deutlicher erwischte es den Nasdaq-100: Zeitweise verlor er 5,95 Prozent und beendete den Tag bei 26.840,20 Punkten. Laut Yahoo Finance sackte der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) um rund zehn Prozent ab. Bei den Einzelwerten verlor Nvidia 8,96 Prozent, Micron sogar 15,59 Prozent. Dahinter steht eine massive Gewinnmitnahme bei KI- und Halbleiterwerten. Gleichzeitig schnellte der Volatilitätsindex VIX um 54,69 Prozent auf 25,65 Punkte nach oben - ein derart kräftiger Tagessprung war zuletzt 2024 zu beobachten.
| Index/Anlage | Veränderung | Stand |
|---|---|---|
| Nasdaq Composite | -5,29 Prozent | 24.374,70 Punkte |
| Nasdaq-100 | -5,95 Prozent | 26.840,20 Punkte |
| S&P 500 | -4,19 Prozent | 7.366,51 Punkte |
| Dow Jones | -3,36 Prozent | 51.565,23 Punkte |
| Philadelphia Semiconductor Index (SOX) | rund -10 Prozent | kein genauer Schlussstand verfügbar |
| VIX (Volatilitätsindex) | +54,69 Prozent | 25,65 Punkte |
| Gold (Spot, Kitco) | +1,5 Prozent | 4.120,60 US-Dollar je Feinunze |
Wahlergebnis drückt Dollar und treibt den Goldpreis
Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Goldpreis durch die Zwischenwahlen in den USA vom 3. und 4. November 2026: Die Demokraten sicherten sich sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit, wie CBS News und CNBC berichten. Als voraussichtlicher neuer Sprecher des Repräsentantenhauses gilt Hakeem Jeffries. Der klare Wahlsieg hat Erwartungen auf eine geringere künftige Staatsverschuldung geschürt. Entsprechend rutschte der US-Dollar-Index laut FXStreet auf ein mehrwöchiges Tief ab, das bei rund 101,2 bis 101,5 Punkten lag, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf etwa 4,87 bis 4,89 Prozent zurückging. Beides gab Gold zusätzlichen Auftrieb.
Goldpreis, Zinserwartung und Volatilität hängen eng zusammen
Auf den ersten Blick widersprechen sich die beiden Bewegungen des Handelstags: Flucht in Sicherheit beim Gold, Risikoabbau bei Technologiewerten. Für Finanzberater und Vermögensverwalter ist jedoch vor allem relevant, wie eng Zinserwartungen, Aktienvolatilität und Goldpreis an diesem Tag miteinander verknüpft waren. Alle drei Größen können sich binnen Stunden deutlich verschieben. Der Sprung des VIX verweist damit auf eine erhöhte Unsicherheit bei der Asset-Allokation zum Jahresende. Die nächsten Signale liefern der kommende US-Arbeitsmarktbericht und die Fed-Sitzung am 9. Dezember 2026.













