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So wirkt sich der Fed-Zinsentscheid auf den Goldpreis aus

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Börsenhändler blickt konzentriert auf Bildschirme mit fallender roter Goldpreis-Kurve.
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Nur noch wenige Tage bis zur Fed-Sitzung - an den Märkten wächst die Nervosität bereits spürbar.

Der Goldpreis aktuell rutscht erstmals seit Wochen unter die Marke von 4.000 Dollar - nur Tage vor der Fed-Zinsentscheidung am 28. Oktober. Während Chinas Notenbank weiter zukauft und die Schweizer Goldexporte steigen, bleibt die Unsicherheit an den Märkten groß. Was das für die Goldallokation bedeutet.

Der Goldpreis aktuell bietet Beratern keine Verschnaufpause vor der US-Zinsentscheidung. Am Freitag, 23. Oktober 2026, rutschte der Kurs des Edelmetalls erstmals seit mehreren Wochen wieder unter die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze. Zum Handelsschluss standen 3.997,48 US-Dollar zu Buche. Auslöser ist die Unsicherheit vor der nächsten Fed-Zinsentscheidung am 27. und 28. Oktober.

Fed-Zinsentscheid am 28. Oktober: Markt erwartet Zinspause

Die Federal Reserve hatte im September 2026 zum ersten Mal seit 2023 wieder ihren Leitzins angehoben. Sie erhöhte ihn um 25 Basispunkte und setzte damit eine neue Zielspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent fest. Zur Begründung verwies die Notenbank auf die anhaltend hohe Inflation. Die geldpolitische Entscheidung unterstütze eine zeitnähere Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel, heißt es in der Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC) vom 16. September 2026.

Für die kommende Sitzung am 27. und 28. Oktober rechnen Marktteilnehmer laut dem CME FedWatch Tool dagegen nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt. Je nach Bericht liegt sie zwischen rund zehn und 16 Prozent. Für die Dezember-Sitzung gehen die Terminmärkte dagegen zu etwa 89 bis 90 Prozent von einer erneuten Zinsanhebung aus. Schon einen Tag später, am 29. Oktober, steht mit dem PCE-Preisindex die nächste wichtige US-Inflationskennzahl an.

DatumEreignis
23. Oktober 2026Gold schließt bei 3.997,48 US-Dollar je Feinunze - erstmals seit Wochen unter der Marke von 4.000 Dollar
27./28. Oktober 2026FOMC-Sitzung der Fed, Zinsentscheidung und Pressekonferenz am 28. Oktober erwartet
29. Oktober 2026Veröffentlichung des PCE-Preisindex als nächste wichtige US-Inflationskennzahl
Dezember 2026Nächste FOMC-Sitzung - Terminmärkte preisen rund 89 bis 90 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung ein
Quelle: Federal Reserve, CME FedWatch, Marktdaten

Steigende Ölpreise nähren neue Inflationssorgen

Parallel zur Zinsdebatte sorgt der Ölmarkt für zusätzlichen Druck. Zuletzt kletterte der Brent-Preis auf ein Niveau von etwa 113 bis 117 US-Dollar je Barrel. Grund dafür waren Attacken mit Drohnen auf eine saudi-arabische Ölförderstätte sowie der fortdauernde Streit um die Straße von Hormus, die beide die Versorgungssicherheit infrage stellten. Höhere Ölpreise gelten als Treiber der Inflation und stützen damit die Erwartung einer länger restriktiven Fed-Politik - ein Szenario, das dem zinslosen Edelmetall Gold tendenziell zusetzt.

Noch am 19. Oktober hatte sich die Lage anders dargestellt: Ein leichter Rückgang des Ölpreises verschaffte der Fed zunächst Spielraum. Niedrigere Ölpreise nähmen Druck von der Notenbank und stützten damit Gold, sagte der UBS-Rohstoffanalyst Giovanni Staunovo laut der Nachrichtenagentur Reuters. Zusätzlich befeuert wurden die Inflationssorgen zuletzt durch den US-Verbraucherpreisindex. Dieser stieg im September von zuvor 3,40 Prozent auf 3,70 Prozent - maßgeblich getrieben von Rekord-Benzinpreisen.


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Goldpreis aktuell: Zentralbanken kaufen weiter kräftig zu

Während die kurzfristige Zinserwartung den Kurs bremst, bleibt die strukturelle Nachfrage robust. Laut Angaben des World Gold Council erweiterte die chinesische Notenbank PBOC ihren Goldbestand im September um 23 Tonnen - das ist der höchste monatliche Zuwachs seit Oktober 2023. Damit kommt die PBOC nun auf 2.410 Tonnen Gold, was 8,5 Prozent der gesamten chinesischen Reserven ausmacht. Im dritten Quartal 2026 erwarb die Notenbank zusätzlich 63 Tonnen - ein Quartalswert, der seit dem dritten Quartal 2023 nicht mehr erreicht wurde. Die PBOC baut ihre Bestände bereits seit 23 Monaten in Folge aus; allein im laufenden Jahr 2026 summierten sich die Zukäufe bislang auf 103 Tonnen.

Schweizer Exportzahlen untermauern die physische Nachfrage

Auch der physische Handel signalisiert weiterhin reges Interesse. Nach Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung legten die Schweizer Goldexporte im September gegenüber dem Vormonat um sechs Prozent zu und erreichten 165,2 Tonnen. Davon flossen gut drei Viertel, nämlich etwa 126 Tonnen, in das Vereinigte Königreich. Das ist der höchste Monatswert seit mindestens 2012.

Was die Gemengelage für Berater und Vermögensverwalter bedeutet

Für den Goldpreis sind damit zwei Ebenen entscheidend. Auf kurze Sicht geben die Erwartungen zu Zinsen und Dollar den Ausschlag: Verzichtet die Notenbank am 28. Oktober erwartungsgemäß auf eine Erhöhung, deutet zugleich aber einen möglichen Schritt im Dezember an, bleibt das Zinsumfeld für das zinslose Edelmetall belastend. Zieht die Inflation durch anhaltend hohe Ölpreise dagegen weiter an, verschiebt sich das Kalkül der Notenbank erneut.

Auf lange Sicht deuten die fortgesetzten Käufe der Zentralbanken sowie die kräftigen physischen Exportmengen auf eine Nachfrage hin, die sich kaum von kurzfristigen geldpolitischen Signalen beeinflussen lässt. Der Goldpreis aktuell bewegt sich zwischen rund 4.000 und 4.170 Dollar je Feinunze und liegt damit etwa ein Viertel unterhalb seines Allzeithochs vom 29. Januar 2026. Damals waren rund 5.598 Dollar erreicht worden. Für die taktische Gewichtung von Gold bleiben folglich Realzins-Erwartung, Dollarentwicklung und geopolitisches Risiko die maßgeblichen Größen.

Warum steht der Goldpreis aktuell unter Druck?

Der Rückgang hängt vor allem mit der Unsicherheit vor der Fed-Zinsentscheidung zusammen. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen, was die Erwartung einer länger restriktiven Geldpolitik verstärkt. Da Gold keine Zinsen abwirft, belastet ein solches Umfeld die Nachfrage nach dem Edelmetall zusätzlich.

Wann war der höchste Goldpreis aller Zeiten?

Das bisherige Allzeithoch erreichte Gold am 29. Januar 2026 mit rund 5.598 US-Dollar je Feinunze im Intraday-Handel. Der aktuelle Kurs liegt damit etwa ein Viertel darunter.

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