Gold hatte einen starken August. Der Preis legte um 9,67 % zu und schloss am 31. August bei 4.437,38 US-Dollar, die beste Monatsperformance seit Januar1. Der Anstieg verlief in zwei Schüben. Anfang August sorgten Hoffnungen auf eine Entspannung in der Straße von Hormus und die möglichen Folgen für den geldpolitischen Kurs der Fed für einen ersten Sprung. Die zweite Bewegung folgte am 19. August, als Finanzminister Bessent ankündigte, die Rückkäufe längerfristiger Anleihen deutlich ausweiten zu wollen. Das drückte die Renditen langfristiger Staatsanleihen und belastete den US-Dollar, beides verlieh dem Goldpreis Auftrieb. Abseits dieser beiden Ereignisse blieb die Lage unterstützend. Die People’s Bank of China kaufte im Juli den 21. Monat in Folge Gold und bestätigte damit die strukturelle Nachfrage der Zentralbanken. Zugleich rückte die wachsende Sorge über eine US-Staatsverschuldung von rekordhohen 40 Billionen US-Dollar das Thema Geldentwertung in den Fokus.
Am 25. August erreichte Gold mit 4.657 US-Dollar sein Monatshoch, gab anschließend aber wieder nach. Auslöser war Fed-Chef Kevin Warsh, der beim Jackson-Hole-Symposium signalisierte, die Fed werde „noch Arbeit vor sich haben“, falls die Inflation nicht klar in Richtung ihres 2-%-Ziels zurückkehre. Die Erwartungen an eine Zinserhöhung bei der FOMC-Sitzung am 16. September stiegen daraufhin schlagartig und setzten Gold unter Druck. Goldminenaktien profitierten von der Augustrallye. Der MarketVector Global Gold Miners Index (MVGDXTR) legte im Monatsverlauf um 20,29% zu und übertraf damit das Metall, da der Hebeleffekt wirkte.² Eine Monatsbewegung dieser Größenordnung ist außergewöhnlich, und derselbe Hebel wirkt in die andere Richtung, wenn Gold fällt.
Wir haben kürzlich unsere Einschätzung dargelegt, mit welchen Schritten Goldminenunternehmen ihre Aktien aus unserer Sicht wieder auf den Radar globaler Investoren bringen können. Entscheidend ist, die eigene Geschichte so überzeugend und konsistent zu erzählen, dass auch die breitere Anlegerschaft erkennt, warum diese Titel die zusätzliche Komplexität und das höhere Risiko wert sind.
Im Kern ging es darum, Vertrauen in Goldaktien als geeigneten Weg für ein Engagement am Goldmarkt aufzubauen. Viele dieser Unternehmen haben diese Arbeit bereits geleistet und setzen sie fort. Die Frage ist nun, ob die Investoren ihrerseits ihre Hausaufgaben gemacht haben, um diesen komplexen und anspruchsvollen Sektor zu verstehen.
In Goldminenaktien investieren: Risiken, Chancen und langfristiger Wert
Goldminenaktien zu halten ist nicht dasselbe, wie Gold zu besitzen. Dahinter stehen operativ komplexe Unternehmen, die mit Hebelwirkung auf den Goldpreis reagieren. Steigende Preise können die Renditen deutlich verstärken, zugleich entscheiden aber unternehmensspezifische Risiken, der jeweilige Rechtsraum, die Qualität des Managements und die Kostenstruktur über das Ergebnis. Wer ein Engagement in diesem Sektor erwägt, muss deshalb, deutlich mehr im Blick behalten als den Goldpreis.
Der Sektor hat gute Arbeit geleistet, und die Bewertungen könnten niedrig bleiben
Die Augustrally gab einen Vorgeschmack darauf, was dieser Sektor leisten kann, aber das langfristige Agrument für Goldminenaktien beruht auf etwas Dauerhafterem. Der Sektor ist unseres Erachtens in der besten Verfassung aller Zeiten. An den meisten Bewertungsmaßstäben gemessen, Kurs-Cashflow-Verhältnis, Kurs-NAV-Verhältnis, relativ zur eigenen Geschichte, relativ zu Gold und relativ zum breiteren Aktienmarkt, erscheinen Goldminenaktien unserer Einschätzung nach diskontiert, und das in einem Moment, in dem die zugrunde liegenden Unternehmen einige der stärksten Niveaus an freiem Cashflow in ihrer Geschichte generieren.
Es gibt gute Gründe dafür, dass der Markt diese Unternehmen noch immer danach bewertet, wer sie waren, und nicht, wer sie sind. Das mag eine Weile anhalten, aber wir glauben nicht, dass es unbegrenzt anhält. Irgendwann erwarten wir, dass sich die Bewertungslücke schließt. Für Anleger, die bereit sind, sich fundiert damit auseinanderzusetzen, sieht der Goldminensektor so attraktiv wie eh und je aus. Es gibt jedoch keine Garantie, dass sich die Bewertungslücke schließen wird oder dass sich diese Einschätzung als richtig erweist. Goldminenaktien sind volatil und unternehmensspezifischen, operativen und jurisdiktionalen Risiken ausgesetzt; der Wert von Anlagen kann sowohl fallen als auch steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.
Autorin Imaru Casanova ist Portfoliomanagerin Gold und Edelmetalle bei VanEck.













