US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng haben sich am 20. September 2026 in der New Yorker Zentrale von JPMorgan Chase getroffen. Das Treffen diente der Vorbereitung des Gipfels zwischen Donald Trump und Xi Jinping am 24. September in Washington. Gelöst ist der Handelsstreit zwischen den USA und China damit nicht. Genau das prägt derzeit die Goldpreis-Prognose vieler Marktteilnehmer, denn Gold gilt weiterhin als klassischer sicherer Hafen, wenn geopolitische Risiken zunehmen.
Bessent schlug China dabei einen Mechanismus vor, um Informationen zu Sicherheitsrisiken bei Künstlicher Intelligenz auszutauschen. „We want a shared vision of common goals and common threats“, sagt der US-Finanzminister. Details zur konkreten Ausgestaltung nannte er nicht.
Der Gipfel selbst findet am 24. September 2026 im Weißen Haus statt. Für Xi ist es der erste Besuch dort seit 2015. Zentrale Streitpunkte bleiben dennoch ungelöst: Beide Seiten hatten die beim Busan-Gipfel im Oktober 2025 vereinbarte Zollpause im Mai 2026 bis zum 10. November verlängert, ohne einen grundlegenden Durchbruch zu erzielen.
Das Wichtigste in Kürze
Bessent und He Lifeng bereiteten in New York den Trump-Xi-Gipfel vom 24. September in Washington vor. Die Zollpause läuft am 10. November 2026 aus, zentrale Streitpunkte bei Zöllen, Taiwan und KI-Sicherheit bleiben offen. Der Goldpreis liegt rund 20 Prozent unter dem Rekordhoch von 5.589 US-Dollar je Feinunze vom 28. Januar 2026. Die Goldpreis-Prognose der LBMA-Analysten für das Jahresende liegt bei rund 4.500 US-Dollar. Zentralbanken kauften im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold; für das Gesamtjahr rechnet der World Gold Council mit 700 bis 900 Tonnen.
Worum es beim Trump-Xi-Gipfel geht
Auf der Agenda des Washington-Treffens stehen laut Berichten neben Handelsfragen auch die Taiwan-Frage, der Nahost- und Iran-Konflikt sowie der Wettbewerb bei Künstlicher Intelligenz und kritischen Mineralien. Damit kommen gleich mehrere Themen zur Sprache, die die Märkte unmittelbar berühren. Ein konkretes Ergebnis ist bislang offen.
Goldpreis-Prognose: Warum Gold vor dem Gipfel gefragt ist
Die Mischung aus ungelösten Konflikten und einer auslaufenden Zollpause lenkt den Blick vieler Anleger erneut auf Gold als sicheren Hafen. Entsprechend beeinflusst sie die Goldpreis-Prognose vieler Marktbeobachter. Der Goldpreis hatte bereits am 28. Januar 2026 mit 5.589,38 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch erreicht, ein Plus von rund 113 Prozent gegenüber dem Niveau von Anfang 2025. Seither hat der Kurs einen Teil der Rallye wieder abgegeben, was auch die Chancen bei Goldaktien trotz des Rückgangs wieder in den Fokus rückt.
Am 21. September 2026 notierte Gold je nach Handelszeitpunkt und Datenquelle zwischen etwa 4.350 und 4.490 US-Dollar je Feinunze. Das sind rund 20 Prozent weniger als zum Rekord im Januar. Der Referenzpreis der London Bullion Market Association lag am 14. September 2026 bei 4.267,10 US-Dollar. In einer Umfrage der LBMA unter 16 Analysten liegt die Goldpreis-Prognose für das Jahresende bei durchschnittlich rund 4.500 US-Dollar.
Was frühere Krisen über den Goldpreis lehren
Ein Blick in die Historie relativiert die Erwartung, geopolitische Ereignisse würden den Goldpreis zuverlässig treiben. Nach der irakischen Invasion Kuwaits im August 1990 stieg Gold binnen zwei Wochen um rund zehn Prozent. Die Bewegung erwies sich jedoch als vorübergehend. Am ersten Tag des Golfkriegs im Januar 1991 fiel der Preis sogar um rund fünf Prozent, weil die Märkte die Eskalation bereits eingepreist hatten. Auch der Beginn des Irakkriegs 2003 löste kaum eine Bewegung aus, da der Konflikt seit Monaten erwartet worden war.
Anders verlief es beim russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Der Goldpreis stieg binnen weniger Wochen um 15 Prozent auf rund 2.070 US-Dollar. Anschließend drückten steigende Zinsen und ein stärkerer Dollar den Kurs wieder um 18 Prozent. Ein ähnliches Muster zeigte sich im Juni 2025 bei der Eskalation des Iran-Konflikts: Gold näherte sich kurzzeitig der Marke von 3.400 US-Dollar, danach erwiesen sich die Gewinne erneut als instabil.
| Ereignis | Zeitpunkt | Kursbewegung | Dauerhaftigkeit |
|---|---|---|---|
| Invasion Kuwaits | August 1990 | plus zehn Prozent binnen zwei Wochen | Temporär, danach Korrektur |
| Beginn Golfkrieg | 17. Januar 1991 | minus fünf Prozent am ersten Kriegstag | Eskalation war eingepreist |
| Beginn Irakkrieg | 20. März 2003 | Kaum Bewegung | Konflikt war erwartet |
| Russischer Überfall auf die Ukraine | 24. Februar 2022 | plus 15 Prozent auf rund 2.070 US-Dollar | danach minus 18 Prozent durch Zinsen und Dollar |
| Eskalation Iran-Konflikt | Juni 2025 | kurzzeitig nahe 3.400 US-Dollar | erneut instabil |
| Vorfeld Trump-Xi-Gipfel | September 2026 | rund 4.350 bis 4.490 US-Dollar, minus 20 Prozent zum Rekord | Konsolidierung nach Rekordhoch Januar 2026 |
Das Muster ist über die Jahrzehnte hinweg konsistent: Überraschende Eskalationen lösen häufig kurzfristige Kursausschläge aus. Sobald der Schock eingepreist ist oder andere Faktoren wie Zinsniveau und Dollarkurs die Oberhand gewinnen, geben die Kurse einen Teil der Gewinne wieder ab. Ein seit Wochen angekündigtes Gipfeltreffen dürfte daher kaum für vergleichbare Ausschläge sorgen wie eine echte Überraschung.
Zentralbanken treiben die Goldreserven nach oben
Unabhängig von der Tagespolitik wirkt ein zweiter, struktureller Treiber: die Nachfrage der Zentralbanken. Laut World Gold Council kauften Notenbanken im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold. Das entspricht einem Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und ist ein Rekord für ein zweites Quartal. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit Netto-Käufen von 700 bis 900 Tonnen. Damit setzt sich der Trend fort, wonach Zentralbanken ihre Goldreserven kontinuierlich ausbauen.
In einer begleitenden Umfrage geben 89 Prozent der befragten Notenbanken an, künftig steigende globale Goldreserven zu erwarten. 45 Prozent planen, die eigenen Bestände auszubauen – ein Rekordwert. Die weltweite Goldnachfrage erreichte im ersten Halbjahr 2026 mit 2.522 Tonnen einen Wert von 380 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich stützten Rekord-Zuflüsse von 89 Milliarden US-Dollar in Gold-ETFs im Jahr 2025 den Markt. Geopolitisches Risiko nennt der World Gold Council ausdrücklich als einen der zentralen Preistreiber für 2026. Damit stützt diese Nachfrage auch die längerfristige Goldpreis-Prognose.
Auch die Deutsche Bundesbank profitiert von der Entwicklung: Ihre Goldreserven von rund 3.352 Tonnen waren Ende 2025 rund 395,2 Milliarden Euro wert, gegenüber etwa 270 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Deutschland hält damit die zweitgrößten Goldreserven der Welt nach den USA.
Was das für die Portfoliostruktur bedeutet
Für Berater und Anleger ergeben sich daraus zwei unterschiedliche Zeithorizonte. Kurzfristig kann die Unsicherheit rund um den Gipfel und die auslaufende Zollpause zu Kursschwankungen führen. Wie stark diese ausfallen, lässt sich anhand der historischen Beispiele kaum verlässlich vorhersagen. Mittel- bis langfristig spricht die strukturelle Nachfrage der Zentralbanken hingegen für eine gewisse Preisstütze, unabhängig vom Ausgang einzelner Verhandlungsrunden.
Wer Gold als Depotbaustein nutzt, betrachtet es damit eher als Diversifikationsinstrument denn als reine Krisenspekulation. Die Goldpreis-Prognose der LBMA-Analysten von rund 4.500 US-Dollar zum Jahresende deutet zumindest kurzfristig eher auf eine Seitwärtsbewegung als auf neue Rekorde hin.













