Helvetia hat am 12. Oktober 2026 eine überarbeitete Betriebshaftpflichtversicherung für Firmenkunden vorgestellt. Es ist das erste gemeinsame Firmenkundenprodukt seit der Fusion mit Baloise, wie der Versicherer mitteilt. Die neue Lösung verbindet das bisherige Baloise-Angebot mit zusätzlichen Leistungen von Helvetia. Vermittler sollen dadurch ein einheitliches Produkt für unterschiedliche Branchen erhalten.
Grundlage ist das etablierte Haftpflichtprodukt von Baloise. Die Rating-Agentur Franke und Bornberg hatte es zuvor mit der Bestnote „FFF+“ bewertet. Dieses Fundament hat Helvetia nun um eigene Deckungsinhalte ergänzt. Dadurch entsteht laut Unternehmen ein Angebot, das über verschiedene Betriebsarten hinweg vergleichbar gute Konditionen bietet.
Höhere Sublimits und längere Nachhaftung
Im Zentrum der Überarbeitung stehen mehrere Sublimits, die Helvetia deutlich angehoben hat. Jeweils 500.000 Euro gelten künftig für drei Bereiche: Schäden am Gewerk von Subunternehmern, Schäden durch den Ausfall von Alarmanlagen und Vermögensschäden aus gutachterlichen Tätigkeiten. Zugleich verlängert der Versicherer die Nachhaftung nach einer Betriebsaufgabe von fünf auf zehn Jahre. Frühere Kunden bleiben damit länger abgesichert, wenn Spätschäden auftreten.
| Leistungsbereich | Neue Deckungssumme |
|---|---|
| Schäden am Gewerk von Subunternehmern | 500.000 Euro |
| Schäden durch Ausfall von Alarmanlagen | 500.000 Euro |
| Vermögensschäden aus gutachterlicher Tätigkeit | 500.000 Euro |
| Vermögensschäden-Datenschutz | bis 15 Millionen Euro |
| IT-Zusatzleistungen (dreifach maximiert) | eine Million Euro |
Unbegrenzter Schutz bei Abbrucharbeiten und beim Datenschutz
Auch bei Abbrucharbeiten erweitert Helvetia den Schutz. Die Mitversicherung gilt künftig ohne Einschränkung auf einen bestimmten Umkreis. Beim Baustein Vermögensschäden-Datenschutz greift die neue Betriebshaftpflichtversicherung bis zur vollen Versicherungssumme, maximal bis 15 Millionen Euro. Damit reagiert Helvetia auf steigende Haftungsrisiken, die aus Verstößen gegen Datenschutzvorgaben entstehen können.
Branchenlösungen für IT, Gastronomie, Kfz und Heilwesen
Neben den allgemeinen Verbesserungen hat Helvetia auch branchenspezifische Deckungen ausgebaut. Erweitert hat der Versicherer unter anderem die Bausteine für Kfz-Betriebe, Gastronomie und Hotellerie, das Heilwesen sowie IT-Unternehmen. Besonders umfassend fällt die Erweiterung für IT-Betriebe aus.
Cyber-Basisrisiko: Einstieg in den Schutz der Betriebshaftpflichtversicherung
Schon seit rund einem Jahr lässt sich über die Betriebshaftpflichtversicherung von Helvetia ein erster Cyber-Schutz abschließen. Mit dem Zusatzbaustein Cyber-Basisrisiko erhalten Firmenkunden Schutz gegen zentrale Kosten-, Dritt- und Eigenschäden aus Cyber-Vorfällen. Wächst ein Unternehmen oder wünscht ein Kunde von Beginn an umfassenderen Schutz, verweist Helvetia auf die separate Cyber-Police.
Erstes Firmenkundenprodukt auf der Plattform Guidewire
Technisch markiert das neue Angebot einen weiteren Schritt. Es ist das erste Firmenkundenprodukt von Helvetia, das der Versicherer vollständig über die Plattform Guidewire abbildet. Der gesamte Underwriting-Prozess läuft dadurch digital - von der Anfrage über die Risikoprüfung bis zur Policierung. Vertriebspartner profitieren laut Unternehmen von kürzeren Durchlaufzeiten und mehr Transparenz. Nach eigenen Angaben liegt der Versicherungsschein bei einer Zustellung per E-Mail innerhalb von zehn Minuten vor. Helvetia erweitert damit kontinuierlich sein Produktangebot für Firmen- und Privatkunden; erst kürzlich hat der Versicherer etwa seine Grundfähigkeitenversicherung um Erwerbs- und Psycheschutz erweitert.
Christoph Willi, im Vorstand für das Nichtleben-Geschäft zuständig, ordnet die Neuerung so ein: „Unser neues gewerbliches Haftpflichtprodukt führt die Stärken beider Häuser in einem zukunftsorientierten Angebot zusammen. Wir verbinden ein bewährtes Fundament mit gezielten Leistungsverbesserungen und einer durchgängig digitalen Prozesswelt.“ Vertriebspartner und Kunden profitierten nach seinen Worten von einem inhaltlich starken Produkt und einer einfacheren, schnelleren Abwicklung.
Was die Fusion von Helvetia und Baloise für Firmenkunden bedeutet
Helvetia und Baloise sind fusioniert; am deutschen Markt tritt der Versicherer weiterhin unter der Marke Helvetia auf. Die neue Betriebshaftpflichtversicherung ist laut Unternehmen das erste Firmenkundenprodukt, das die Integration beider Häuser inhaltlich sichtbar macht. Für Vermittler heißt das: Statt zweier getrennter Produktlinien gibt es künftig ein gemeinsames Angebot mit einheitlichen Konditionen. Auch im Vertrieb setzt Helvetia auf engere Zusammenarbeit: So haben Vfm und Helvetia eine Kooperation für Ausschließlichkeitsagenturen gestartet.
Was deckt eine Betriebshaftpflichtversicherung ab?
Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt Unternehmen vor Ansprüchen Dritter, wenn bei der betrieblichen Tätigkeit Personen-, Sach- oder Vermögensschäden entstehen. Je nach Vertrag übernimmt sie Schadenersatzleistungen und Abwehrkosten bei unberechtigten Forderungen.
Hinzu kommen ergänzende Bausteine, beispielsweise der jetzt erweiterte Schutz bei Datenschutzverstößen oder der Einstieg in den Cyber-Schutz. Neben dem Ausbau der Firmenkundensparte investiert Helvetia auch in die Altersvorsorge: Der Versicherer hat kürzlich eine Investmentplattform vor dem Altersvorsorgedepot gestartet.













