Ein Betriebshaftpflichtversicherung Vergleich zeigt in diesem Jahr deutliche Qualitätsunterschiede zwischen den Anbietern. Im aktuellen Betriebshaftpflicht-Rating 2026, das die Franke und Bornberg GmbH durchgeführt hat, erreichen branchenübergreifend lediglich 35,1 Prozent der Tarife die Bestnote FFF+ (hervorragend). 4,1 Prozent der Tarife schneiden mit der Note F+ (ausreichend) oder schlechter ab. Das Analysehaus mit Sitz in Hannover veröffentlichte die Ergebnisse am 27. Oktober 2026.
Das Ratingverfahren bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert: Kriterien, Gewichtungen und Mindeststandards entsprechen dem Update von 2025. Dadurch lassen sich die Ergebnisse direkt mit dem Vorjahr vergleichen. Veränderungen im Notenspiegel gehen nach Angaben des Unternehmens auf verbesserte Tarife zurück, nicht auf eine strengere Bewertung.
Betriebshaftpflichtversicherung Vergleich: Wen das Rating einschließt
Insgesamt nimmt Franke und Bornberg die Betriebshaftpflichttarife von 50 Versicherern in zwölf Branchen unter die Lupe. Je nach Branche umfasst der Kriterienkatalog zwischen 66 und 118 Detailkriterien, jeweils mit eigener Gewichtung. Das Rating prüft das Standardgeschäft für Betriebe mit bis zu zehn Millionen Euro Jahresumsatz. Diese Betriebe sind überwiegend in Deutschland tätig - vom Kleingewerbe bis zum Mittelstand.
Für die Beratungspraxis heißt das: Wer eine Betriebshaftpflichtversicherung für ein Kleingewerbe oder einen mittelständischen Betrieb sucht, findet im Rating belastbare Anhaltspunkte. Großrisiken und internationale Geschäfte bleiben außen vor und verzerren die Bewertung nicht.
Bau, IT, Gastronomie und Industrie im Vergleich
Exemplarisch wertet Franke und Bornberg vier Branchen detailliert aus: Bau, Gastronomie und Beherbergung, IT-Unternehmen sowie produzierendes Gewerbe. In sämtlichen vier Bereichen legt der FFF+-Anteil im Vergleich zum Vorjahr um neun bis zwölf Prozentpunkte zu.
| Branche | FFF+ 2026 | FFF+ 2025 | Veränderung | Tarife / Versicherer |
|---|---|---|---|---|
| Bau | 32,1 Prozent | 21,4 Prozent | +10,7 Prozentpunkte | 137 / 49 |
| IT-Unternehmen | 43,3 Prozent | 31,5 Prozent | +11,8 Prozentpunkte | 67 / 43 |
| Gastronomie und Beherbergung | 28,0 Prozent | 16,9 Prozent | +11,1 Prozentpunkte | 93 / 49 |
| Produzierendes Gewerbe | 45,2 Prozent | 36,1 Prozent | +9,1 Prozentpunkte | 84 / 43 |
Beim Bau prüft Franke und Bornberg mit 118 Kriterien so detailliert wie in keiner anderen Branche. 11,7 Prozent der Bau-Tarife erreichen nur die Note FF (befriedigend) oder schlechter. Bei 0,7 Prozent reicht es lediglich für F+ (ausreichend) oder darunter. Der einzige betroffene Tarif fällt sogar auf die Note F- (ungenügend).
Den größten Sprung unter den vier Branchen schafften die IT-Tarife mit einem Plus von 11,8 Prozentpunkten. Das spricht für einen harten Wettbewerb um diese Kundengruppe. Nur ein Tarif, das sind 1,5 Prozent, erhält dort F+ oder schlechter.
Die größte Streuung bleibt hingegen in der Gastronomie: 6,5 Prozent der Tarife erreichen dort F+ (ausreichend) oder schlechter. Das ist der höchste Anteil unter den vier Beispielbranchen. Immerhin sinkt der Anteil der Tarife, die nicht über die Note FF hinauskommen, von einem Fünftel im Vorjahr auf 15,1 Prozent.
„Ein Rating nimmt niemandem die Entscheidung ab, aber es zeigt, wo die Unterschiede liegen. Wer bei der Betriebshaftpflicht nur auf den Preis schaut, spart womöglich an der falschen Stelle“, so Christian Monke, der bei Franke und Bornberg den Bereich Ratings leitet.
Mindeststandards entscheiden über die Top-Note
Damit die Spitzennoten aussagekräftig bleiben, setzt Franke und Bornberg feste Mindeststandards voraus. Die Höchstnote FFF+ setzt voraus, dass die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden branchenübergreifend bei mindestens zehn Millionen Euro liegt. Für die Note FFF reichen mindestens fünf Millionen Euro Deckungssumme und eine Nachhaftung von mindestens fünf Jahren. In Bau, Handwerk, Kfz, Landwirtschaft und produzierendem Gewerbe gelten zusätzliche Anforderungen. Unklare Klauseln bewertet das Analysehaus stets in der für Versicherte ungünstigeren Auslegung.
Warum sich ein Betriebshaftpflichtversicherung Vergleich gerade jetzt lohnt
Während die Schaden- und Unfallversicherung insgesamt wächst, tut sich die Allgemeine Haftpflicht schwer. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stiegen die Beitragseinnahmen der Allgemeinen Haftpflicht 2025 nur um 0,9 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Die gesamte Schaden- und Unfallversicherung legte dagegen um 7,8 Prozent auf 99,6 Milliarden Euro zu. Dabei verbesserte sich die Combined Ratio von 96,1 auf 89,5 Prozent. Die Allgemeine Haftpflicht bündelt private und betriebliche Risiken - einen separaten Wert für die Betriebshaftpflicht veröffentlicht der Verband nicht.
Parallel dazu nimmt der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen zu. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, meldeten die Amtsgerichte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 15.185 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Dies entspricht einem Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nach Verkehr und Lagerei weisen Gastgewerbe und Baugewerbe die höchste Insolvenzquote auf. Pro 10.000 Unternehmen zählte man dort 70,0 beziehungsweise 62,9 Insolvenzfälle - branchenübergreifend lag der Schnitt bei 42,8.
Gerade für Kleingewerbe und kleine Betriebe mit wenig finanziellem Puffer kann eine unterdurchschnittliche Betriebshaftpflichtversicherung zum Risiko werden. Wer deshalb jetzt einen Betriebshaftpflichtversicherung Vergleich zieht, sollte nicht nur auf den Beitrag schauen. Wichtig sind außerdem Deckungssumme, Nachhaftung und die branchenspezifischen Klauseln.
„Ein einziger großer Haftpflichtschaden kann einen Betrieb die Existenz kosten. Wenn die Reserven ohnehin knapp sind, bleibt für eine Deckungslücke kein Puffer“, erklärt Michael Franke, der die Franke und Bornberg GmbH gegründet hat und sie als Geschäftsführer leitet.
Franke und Bornberg stellt sowohl die Bewertungsrichtlinie als auch die tarifgenauen Ergebnisse sämtlicher zwölf Branchen gebührenfrei bereit.













