Immobilien-Teilverkauf: Nachfrage bleibt hoch, Abschlüsse gehen 2025 zurück

Foto: KI-generiert (ChatGPT)
KI-generiertes Symbolbild.

Die Nachfrage nach Modellen zur Freisetzung von Immobilienvermögen im Alter bleibt hoch. Dennoch gingen 2025 insbesondere beim Immobilien-Teilverkauf die tatsächlichen Abschlüsse deutlich zurück. Eine neue Marktstatistik des Verbands BVIV zeigt, welche Faktoren dahinterstehen – und wie sich andere Modelle entwickeln.

Der Bundesverband für Immobilienverrentung (BVIV) hat seine vorläufige Marktstatistik für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild: Während die Zahl der tatsächlich abgeschlossenen Verträge in einzelnen Segmenten zurückging, bleibt das Interesse von Immobilieneigentümern an Verrentungsmodellen weiterhin hoch.

Grundlage der Statistik sind die Transaktionen der BVIV-Mitgliedsunternehmen im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025. Der Verband erfasst damit die Entwicklung der wichtigsten Modelle der Immobilienverrentung in Deutschland, darunter Teilverkauf, Leibrente, Erbbaurecht und Darlehen.


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Im Jahr 2025 registrierten die Mitgliedsunternehmen fast 20.000 konkrete Anfragen. Viele Eigentümer suchen damit weiterhin nach Möglichkeiten, gebundenes Vermögen aus der eigenen Immobilie zu mobilisieren, ohne ihr Zuhause vollständig aufgeben zu müssen.

Teilverkauf bleibt gefragt, Abschlüsse gehen zurück

Der Immobilien-Teilverkauf war auch 2025 das nachfragestärkste Modell. Allerdings führten ein schwierigeres Finanzierungsumfeld und Veränderungen auf Anbieterseite dazu, dass deutlich weniger Anfragen in tatsächliche Verträge mündeten.

Zu den Ursachen zählen unter anderem strengere Ankaufskriterien finanzierender Banken sowie das zeitweise Aussetzen der Marktaktivitäten eines großen Anbieters. Insgesamt verzeichneten die BVIV-Anbieter EV LiquidHome, Hausvorteil, Heimkapital, Lebenswert vobahome, Wertfaktor und Wohnwert AG im vergangenen Jahr 705 Abschlüsse. Das entspricht einem Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der durchschnittliche Marktwert der teilverkauften Immobilien lag bei rund 500.000 Euro. Verkäufer gaben im Schnitt 40 Prozent ihrer Immobilie ab. Daraus ergibt sich ein angekauftes Marktvolumen von mehr als 140 Millionen Euro im Segment Teilverkauf innerhalb der BVIV-Mitglieder. Nach Einschätzung des Verbandes decken diese rund 85 Prozent der Transaktionen institutioneller Anbieter im Gesamtmarkt ab.

BVIV-Vorstand Thomas Weiss: „Der Rückgang der Abschlüsse ist kein Nachfrageproblem, sondern Ausdruck eines veränderten Marktumfelds auf Finanzierungs- und Anbieterseite.“ Seniorinnen und Senioren suchten weiterhin aktiv nach Alternativen zum Gesamtverkauf oder zu klassischen Krediten. „Diese Nachfrage ist strukturell intakt“, so Weiss.

Erbbaurecht gewinnt als alternatives Modell an Bedeutung

Ein Teil der Nachfrage verlagerte sich im Jahresverlauf auf andere Modelle der Immobilienverrentung. Dazu zählt insbesondere das Erbbaurecht, das seit 2025 stärker im BVIV vertreten ist. Anbieter im Verband sind EVG, Hausvorteil, Heimkapital, Lebenswert und vobahome.

Das Modell gilt seit Jahrzehnten als etabliertes Instrument zur Nutzung von Immobilienwerten und ergänzt das bestehende Spektrum der Verrentung. Es eignet sich insbesondere für spezielle Objektarten, etwa Immobilien mit Denkmalschutz, komplexer Bausubstanz oder eingeschränkter Drittverwertbarkeit.

Im Jahr 2025 wurden knapp 30 Ankäufe über Erbbaurechtsmodelle registriert. Der durchschnittliche Marktwert der betroffenen Immobilien lag bei etwa 350.000 Euro. Daraus ergibt sich ein Transaktionsvolumen von rund zehn Millionen Euro.

Leibrente bleibt auf niedrigem Niveau stabil

Im Segment der Leibrente meldet das BVIV-Mitglied Stiftung Liebenau bis Ende 2025 insgesamt 13 Transaktionen. Der durchschnittliche Marktwert der Immobilien bei Vertragsabschluss lag bei rund 420.000 Euro. Das entspricht einem Ankaufsvolumen von rund 5,5 Millionen Euro und bewegt sich damit auf einem stabilen Niveau im Vergleich zum Vorjahr.

BVIV-Vorstand Christoph Sedlmeier betont die Bedeutung unterschiedlicher Modelle innerhalb der Immobilienverrentung: „Gerade in einer alternden Gesellschaft braucht es unterschiedliche Wege, gebundenes Immobilienvermögen verantwortungsvoll zu mobilisieren. Die stabile Entwicklung der Leibrente zeigt, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern passgenaue Modelle für unterschiedliche Lebensphasen und Bedürfnisse.“

Verbands-Vorstandsspitze bestätigt

Der BVIV blicke trotz der rückläufigen Abschlusszahlen im Teilverkauf optimistisch auf die weitere Marktentwicklung, heißt es in der Mitteilung. Die Vorstandsspitze um Christoph Sedlmeier und Thomas Weiss wurde kürzlich für zwei weitere Jahre bis Ende 2027 bestätigt.

Ein wichtiger Impuls für den Markt ist demnach ein jüngst veröffentlichtes rechtswissenschaftliches Gutachten zur verbraucherrechtlichen Einordnung des Immobilien-Teilverkaufs. Der Verband sieht darin einen Beitrag zu mehr rechtlicher Klarheit.

Zudem arbeitet der BVIV an einer stärkeren Standardisierung und Transparenz von Produktinformationen und baut seine Weiterbildungsangebote aus. Die neu gestarteten Fortbildungsprogramme stoßen laut BVIV bereits zu Beginn des Jahres 2026 auf großes Interesse, was auf einen wachsenden Bedarf an qualifizierter Beratung zur Freisetzung von Immobilienvermögen im Alter hinweist.

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