Kupfer: Julius Bär sieht langfristig höhere Preise, warnt aber vor Rückschlag

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Julius Bär erhöht die Kupferpreisziele und erläutert, warum trotz Marktüberschuss ein kurzfristiger Rückschlag droht.

Die Nachfrageprognosen für Kupfer sind hoch, der Markt weist jedoch einen Überschuss auf. Julius Bär erwartet langfristig steigende Preise, hält kurzfristig aber einen Rückgang für möglich. Was stützt den Kurs derzeit?

Die optimistischen Prognosen zur Kupfernachfrage stehen im Widerspruch zur tatsächlichen Lage. Aber längerfristig erhöhen wir unsere Preisprognose für Kupfer, erläutert Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär:

Die optimistischen Prognosen zur Kupfernachfrage stehen im Widerspruch zur tatsächlichen Lage. Auf dem Kupfermarkt herrscht weiterhin ein erheblicher Überschuss. Dieser wird durch opportunistische Überimporte in die USA verzerrt, die auf der Erwartung möglicher Einfuhrzölle basieren. Wir glauben aber nicht mehr, dass diese Zölle tatsächlich eingeführt werden. Die Erwartungen für Kupfer sind äußerst hoch und konzentrieren sich auf künstliche Intelligenz, Elektrifizierung und strategische Autonomie. Die Nachfrage ist hingegen deutlich schwächer.


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Wenn der Kupfermarkt einen so erheblichen Überschuss aufweist und die Lagerbestände steigen, warum bleiben die Preise dann nahe ihrer Rekordhochs? Wir sehen zwei Ursachen: Erstens befinden sich die Lagerbestände am falschen Ort. Die USA machen nur 6 % des weltweiten Kupferverbrauchs aus, halten aber 70 % der sichtbaren Lagerbestände. Das Metall ist im Wesentlichen vom Markt genommen, was anderswo zu einer Verknappung führt. Zweitens ist die Marktstimmung extrem optimistisch. Spekulative Händler und Trendfolger an den Terminmärkten setzen auf einen anhaltenden Preisanstieg, was im Großen und Ganzen die extrem hohen Nachfrageprognosen und die Erwartungen hinsichtlich potenzieller US-Importzölle widerspiegelt. 

Letztlich dürfte die künftige Nachfragerealität diese Prognosen einholen. Kupfer ist wichtig für die Elektrifizierung. Die Nachfrage dürfte zunehmend von einer Mischung aus Elektrofahrzeugen, sauberer Energie und den damit verbundenen netzgekoppelten Batteriespeichersystemen sowie dem Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur geprägt sein. 

Wir konzentrieren uns in unserer Einschätzung stärker auf diesen überzeugenden langfristigen Ausblick, heben unsere Einschätzung auf „Neutral“ an und erhöhen unsere 3- und 12-Monats-Kursziele auf 13.250 USD bzw. 14.500 USD pro Tonne. Wir sehen aber auch das Risiko eines kurzfristigen, von der Marktstimmung getriebenen Rückschlags, insbesondere falls Donald Trump sich aktiv gegen Einfuhrzölle entscheiden sollte. Das hätte möglicherweise eine Korrektur der Kupferpreise um 10 % bis 15 % zur Folge. Angesichts der äußerst überzeugenden Aussichten würden wir einen solchen Rückschlag jedoch als längerfristige Kaufgelegenheit betrachten.

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