Kupfer auf Rekordkurs: US-Zollpläne verknappen das Angebot

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US-Zollpläne lenken Kupfer in amerikanische Lager und treiben Preise sowie regionale Knappheit auf Rekordniveau.

Der Kupferpreis erreicht in New York ein Rekordhoch und nähert sich auch in London historischen Marken. Verantwortlich ist vor allem der massive Lageraufbau in den USA. Warum ein globaler Überschuss dennoch wie ein Defizit wirkt.

Der Kupferpreis hat am Dienstag in New York ein neues Rekordniveau erreicht und sich auch in London wieder den historischen Höchstständen angenähert. Auslöser ist weniger ein klassischer Nachfrageschub als eine Verschiebung der globalen Metallströme: Die drohenden US-Importzölle ziehen raffiniertes Kupfer in amerikanische Lagerhäuser und verwandeln einen erwarteten globalen Überschuss zunehmend in physische Knappheit in anderen Weltregionen.

Lageraufbau in den USA stützt Rekordpreise

Der September-Kontrakt an der Comex stieg zeitweise auf einen historischen Höchststand von 6,7270 US-Dollar je Pfund (rund 14.830 US-Dollar je Tonne), bevor er sich bei 6,7125 US-Dollar einpendelte. Damit baut der amerikanische Markt seinen deutlichen Preisaufschlag von knapp 4 Prozent gegenüber der London Metal Exchange (LME) weiter aus. Auch in London blieb die Dynamik hoch: Der Dreimonatskontrakt erreichte im Handelsverlauf bis zu 14.343 US-Dollar je Tonne und notiert damit nur noch knapp unter seinem Allzeithoch aus dem Januar.

Diese Entwicklung folgt auf eine Phase extremer Volatilität. Mitte August hatten stark steigende LME-Lagerbestände und schrumpfende Prämien für sofort verfügbares Metall den Preis kurzzeitig unter Druck gesetzt. Die Entspannung am Londoner Markt erwies sich jedoch als extrem kurzlebig. Zuletzt wurden Abzugsanträge über mehr als 65.000 Tonnen im LME-System registriert. Der Markt interpretiert diesen massiven Mittelabfluss als klaren Beweis dafür, dass Kupfer weiterhin unaufhaltsam in Richtung USA abfließt. Dort sind die Comex-Lagerbestände seit 46 Handelstagen ununterbrochen gestiegen und haben ein beispielloses Rekordniveau von über 675.000 Tonnen erreicht.

Zollpolitik diktiert die globale Kupferbilanz

Die aggressive US-Importdynamik – die Einfuhren nähern sich dem Rekordwert von 1,64 Millionen Tonnen aus dem Vorjahr – wird von der Sorge vor zukünftigen Handelsbarrieren getrieben. In Washington stehen weiterhin mögliche Strafzölle auf raffiniertes Kupfer von 15 Prozent ab 2027 und 30 Prozent ab 2028 im Raum.

Diese politische Unsicherheit hebelt die eigentlichen fundamentalen Prognosen aus. Ursprünglich hatten Branchenbeobachter wie CRU für 2026 einen globalen Überschuss von fast 640.000 Tonnen erwartet. Doch das Metall ist nun in amerikanischen Lagerhäusern gebunden. Wenn die Importe in diesem Tempo anhalten, verhalte sich der Markt laut Analysten in der Realität längst wie ein Defizitmarkt. Die Ansichten über den weiteren Verlauf gehen jedoch auseinander: Während Experten von Bank of China International in naher Zukunft mit weiteren Höchstständen rechnen, verweisen Beobachter von Macquarie darauf, dass es Jahre dauern könnte, bis die gewaltigen US-Lagerbestände tatsächlich industriell verbraucht seien. Glencore-CEO Gary Nagle geht sogar davon aus, dass allein die endgültige politische Entscheidung über die Zölle den Markt beruhigen und die Preise drücken könnte – unabhängig davon, wie hoch die Abgaben letztlich ausfallen.

Für den Moment bleibt jedoch nicht die absolute Fördermenge entscheidend, sondern die regionale Verfügbarkeit. Solange Kupfer in Erwartung neuer Zölle über den Atlantik abgezogen wird, wirkt ein theoretischer Überschuss im Rest der Welt wie reale Knappheit – eine Dynamik, die den Preis vorerst weiter antreiben dürfte.

Auch Kupfer-Explorer profitieren

Vom starken Anstieg des Kupferpreises profitieren mittlerweile nicht mehr ausschließlich die Produzenten sondern nun auch die Explorationsfirmen. So konnte zum Beispiel die kanadische Algo Grande Copper (TSX-V: ALGR; FRA: KM00), die sich gerade frisches Kapital besorgt, um die Exploration des vielversprechenden Adelita-Projekts in Mexiko zu beschleunigen, allein im vergangenen Monat einen Kursanstieg von mehr als 39% verzeichnen!

Algo Grande hatte zuletzt zudem mit einer Reihe positiver Nachrichten vom Adelita-Projekt auf sich aufmerksam gemacht, unter anderem den Kupfer-Footprint auf dem Projekgebiet verdoppelt! Unter anderem angesichts dessen hatte man beschlossen, die geplanten Bohrarbeiten sowohl auszuweiten als auch zu beschleunigen – und in naher Zukunft dürften auch die ersten Ergebnisse der bisherigen Bohrungen aus dem Labor zurückkommen. Fallen diese positiv auf, dürfte das der Gesellschaft noch einmal neuen Schwung verschaffen, meinen wir.

Autor Björn Junker ist Chefredakteur von Goldinvest.de und seit über 15 Jahren Wirtschaftsjournalist mit Schwerpunkt Edel-, Basis- und Batteriemetalle.


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