Die Rohstoffmärkte bleiben von strukturellen Angebotsrisiken und langfristigen Nachfrageverschiebungen geprägt. Neben der Elektrifizierung und dem Ausbau der Energieinfrastruktur rücken dabei die Sicherheit der Versorgung und der Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten stärker in den Vordergrund.
Auch die Entwicklung an den Anleihemärkten könnte die Nachfrage nach Edelmetallen beeinflussen. „Die Ausweitung von Liquiditätsmaßnahmen für länger laufende US-Staatsanleihen könnte die Sorgen über die Liquidität an den Anleihemärkten verstärken und Gold sowie Silber angesichts fiskalischer Unsicherheit unterstützen“, erläutert Roberta Caselli, Commodities Research Analyst bei Global X ETFs Europe, in der September-Ausgabe des Rohstoff-Trackers.
Im Nuklearsektor sorgen steigende langfristige Uranpreise und die wachsende Bedeutung der Versorgungssicherheit für zusätzlichen Investitionsbedarf. Der Uran-Spotpreis legte im August um 3,5 Prozent zu. Aktien von Uranminenbetreibern und Herstellern von Nuklearkomponenten stiegen im selben Zeitraum um 16,1 Prozent.
Langfristige Uranverträge gewinnen an Bedeutung
Nach Einschätzung von Global X könnte die zunehmende Dynamik bei langfristigen Lieferverträgen dem Uransektor weitere Impulse geben. US-Versorger verbrauchen demnach weiterhin mehr Uran aus bestehenden Verträgen, als sie durch neue Vereinbarungen ersetzen. Neue Lieferverträge und steigende langfristige Preise unterstreichen den wachsenden Stellenwert der Versorgungssicherheit.
Zusätzliche Investitionen könnten durch grüne Finanzierungsinstrumente mobilisiert werden. Diese könnten sowohl den Bau neuer Reaktoren als auch die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Anlagen unterstützen.
Am Kupfermarkt stieg der Preis im August um rund 4,4 Prozent, während Aktien von Kupferminen um 18,2 Prozent zulegten. Eine knappe Versorgung außerhalb der USA, wachsende Lagerbestände an US-Börsen aufgrund erwarteter Zölle und die Nachfrage aus Infrastrukturprojekten bestimmen derzeit das Marktumfeld.
Kupfer profitiert von Elektrifizierung und Netzausbau
Für die globale Elektrifizierung und den Ausbau der Stromnetze gewinnt Kupfer weiter an strategischer Bedeutung. Bei BHP leistete das Metall erstmals den größten Beitrag zum Ergebnis. Das langfristige Wachstum des Angebots hängt allerdings davon ab, ob neue Förderprojekte erfolgreich umgesetzt werden können.
Deutlich stärker als die zugrunde liegenden Edelmetalle entwickelten sich im August die Minenaktien. Goldminen legten um 32,6 Prozent zu, Silberminen um 33,1 Prozent. Global X führt die Kursbewegungen unter anderem auf wachsende Sorgen über die fiskalische Lage der USA und mögliche Spannungen an den Anleihemärkten zurück.
Der weitere Ausblick für Gold und Silber hängt zudem von der Inflation und der Geldpolitik der US-Notenbank ab. Eine anhaltende Nachfrage nach Edelmetallen als Wertspeicher sowie eine stärkere Positionierung von Anlegern könnten die Entwicklung zusätzlich beeinflussen.
Staaten fördern kritische Rohstoffketten
Auch Lithium- und Batterieunternehmen verzeichneten im August Zuwächse. Ihre Aktien stiegen um zehn Prozent, während sich Lithiumcarbonat um 10,7 Prozent verteuerte. Gleichzeitig fördern staatliche Programme zunehmend Investitionen in Lithium, Kobalt sowie deren Verarbeitung und Recycling.
Die USA treiben insbesondere den Aufbau eigener Wertschöpfungsketten voran. Das US-Energieministerium stellte 500 Millionen US-Dollar für sieben Projekte entlang der Batterie-Wertschöpfungskette bereit. Schwierigkeiten bei internationalen Rohstoffprojekten zeigen jedoch, dass zusätzlich privates Kapital und wirtschaftlich tragfähige Alternativen erforderlich sind, um die Lieferketten langfristig widerstandsfähiger zu machen.











