Rückgabeeinschränkungen bei Private‑Debt‑Fonds in den USA sowie bei offenen Immobilienfonds – zuletzt auch bei einem ELTIF – haben die Debatte über Liquiditätsversprechen in den Private Markets neu belebt. Gleichzeitig kommen weiterhin zahlreiche semi‑liquide Produkte auf den Markt, die gezielt Privatanleger ansprechen und illiquide Anlageklassen zugänglicher machen sollen.
Dazu sagt Nico Auel, Vorstand Munich Private Equity: „Semi‑liquide Strukturen senken die Einstiegshürden für Privatanleger, schaffen aber neue Erwartungshaltungen. Rückgabemöglichkeiten wirken attraktiv, zugleich reagieren Privatanleger in Stressphasen häufig prozyklisch und wellenartig auf exogene Schocks oder angespannte Marktbedingungen. Dadurch besteht das Risiko, dass Rückgabeoptionen gerade dann eingeschränkt werden müssen, wenn der Liquiditätsbedarf vieler Anleger am höchsten ist. Die Gefahr von Enttäuschungen über eine im Ernstfall nicht verfügbare, aber erwartete Liquidität sollte daher nicht unterschätzt werden.
Mehr Flexibilität erhöht zugleich das Risiko prozyklischen Verhaltens. Viele Privatanleger investieren verstärkt in positiven Marktphasen, dann zu höheren Bewertungen. In Krisenphasen steigt hingegen der Wunsch oder die Notwendigkeit nach Rückgaben – genau zu dem Zeitpunkt, an dem Fonds gezwungen sein können, Portfolio‑Assets zu ungünstigen Konditionen zu veräußern, um Rückgaben zu bedienen. Dabei sind es gerade diese Phasen, die aus langfristiger Sicht die besten Einstiegsmöglichkeiten bieten, da Bewertungen korrigiert sind.
Viele Anleger wissen, dass Private‑Markets‑Investments dem langfristigen Vermögensaufbau dienen. Dennoch fällt der Griff zu vermeintlich flexibleren Produkten leichter. Illiquide Konzepte sind die ehrlichere Lösung, da sie sowohl dem langfristigen Anlagehorizont der Investoren als auch der strukturellen Illiquidität der zugrunde liegenden Assets gerecht werden.
„lliquidität wird häufig als Nachteil wahrgenommen, ist aber eine Grundvoraussetzung für die strukturelle Logik von Private Equity. Die Anlageklasse lebt davon, dass Kapital über viele Jahre gebunden bleibt und Unternehmen langfristig entwickelt werden können. Geschlossene Fondsstrukturen sorgen dabei für Planungssicherheit – für Fondsmanager wie für die Portfoliounternehmen.“











