Die Zusammenführung von Helvetia und Baloise in Deutschland hat eine wichtige formale Hürde genommen. Anfang November hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Portfoliotransfer im Nichtlebengeschäft genehmigt, die Übertragung ist inzwischen vollzogen. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Homburg rechnet sich nach eigenen Angaben zu den zehn wichtigsten Versicherern im Maklermarkt.
Konkret ist das Schaden- und Unfallgeschäft der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland, auf die Baloise Sachversicherung AG Deutschland übergegangen. Neben dem Vertragsbestand wechselten auch Betriebsmittel, Vermögenswerte und Mitarbeitende zur aufnehmenden Gesellschaft. Ziel ist eine einheitliche Betriebs- und Verwaltungsstruktur, von der sich das Unternehmen effizientere Prozesse verspricht.
Das Sachgeschäft macht dabei den Anfang. Um die Gesellschaftsstruktur zu vereinfachen, sollen die bislang getrennten Risikoträger beider Versicherer schrittweise zusammengeführt werden. Einen Zeitplan für das Lebensversicherungsgeschäft nennt das Unternehmen nicht.
Gemeinsame Produkte unter der Marke Helvetia
Im Vertrieb ist die Zusammenführung bereits seit dem Frühjahr spürbar. Im Mai kamen die harmonisierten Privatkundenprodukte in Leben und Nichtleben in den Maklerkanal, im Juli folgte der Exklusivvertrieb. Angeboten werden die Produkte unter der Marke Helvetia, begleitet von der Werbekampagne „Sicher geht das“.
Auch Standorte, Internetauftritt und Marketing laufen inzwischen unter gemeinsamem Namen, Logo und Erscheinungsbild. Nach außen tritt das Unternehmen damit einheitlich als Helvetia auf, während das Sachgeschäft rechtlich bei der Baloise Sachversicherung AG Deutschland liegt.
Im Oktober startete der Verkauf der ersten gemeinsamen Firmenkundenprodukte in der gewerblichen Haftpflicht und der Transportversicherung. Sie sind vollständig auf der Softwareplattform Guidewire abgebildet. Laut Helvetia läuft der gesamte Underwriting-Prozess digital und ohne Medienbrüche, von der Anfrage über die Risikoprüfung bis zur Angebotserstellung und Policierung.
Neuer Hauptsitz in Bad Homburg
Die interne Neuaufstellung erfolgte bereits zu Jahresbeginn: Das Unternehmen schloss ein Freiwilligenprogramm ab und setzte die neue Organisationsstruktur um. Wie viele Beschäftigte an dem Programm teilnahmen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Im Vordergrund stand nach Unternehmensangaben, die Geschäftsabläufe stabil zu halten und die Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern nicht zu belasten. Als gemeinsame Werte hat sich das Unternehmen „Drive“, „Closeness“ und „Trust“ gegeben.
Mit dem Umzug aus Frankfurt nach Bad Homburg haben beide Gesellschaften inzwischen auch einen gemeinsamen Hauptsitz. Weitere Standorte unterhält Helvetia in Hamburg, Bremen, Karlsruhe und Nürnberg. Rund 2.000 Mitarbeitende betreuen hierzulande nach Unternehmensangaben etwa drei Millionen Kundinnen und Kunden.









