Für die deutsche Wirtschaft gehören die USA zu den wichtigsten Handelspartnern und Technologielieferanten. Bei der politischen Zusammenarbeit fällt das Urteil vieler Unternehmen jedoch kritisch aus: 59 Prozent halten die USA derzeit nicht für einen verlässlichen Partner Deutschlands. 25 Prozent stufen sie als eher nicht verlässlich ein, 34 Prozent als überhaupt nicht verlässlich.
Das geht aus einer repräsentativen Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten hervor, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der US-Zwischenwahlen am 3. November in Auftrag gegeben hat. Ein positiveres Bild haben 38 Prozent der Befragten. 24 Prozent halten die USA für eher verlässlich, 14 Prozent für sehr verlässlich.
Große Erwartungen an die Midterms hat die Mehrheit nicht. Rund die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) rechnet nach den Wahlen mit keiner wesentlichen Veränderung der US-Handelspolitik. 30 Prozent erwarten, dass diese wieder verlässlicher wird, 13 Prozent gehen von einer nochmals geringeren Verlässlichkeit aus.
Hohe Abhängigkeit von digitalen Technologien aus den USA
Wie eng die wirtschaftlichen Verflechtungen sind, zeigen weitere Ergebnisse der Bitkom-Studie. Von den Unternehmen, die digitale Technologien und Leistungen aus den USA beziehen, sehen sich 87 Prozent von diesen abhängig, 47 Prozent sogar stark. Fast drei Viertel aller Befragten (73 Prozent) bereitet die digitale Abhängigkeit Deutschlands von den USA Sorgen.
„Die USA sind und bleiben einer unserer wichtigsten Lieferanten, gerade bei digitalen Technologien, Software und Plattformen. Echte Partnerschaft bedeutet, dass man sich gerade in schwierigen Zeiten hundertprozentig aufeinander verlassen kann. Diese Verlässlichkeit hat zuletzt gelitten und muss wiederhergestellt werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Mit Blick auf die transatlantischen Beziehungen sieht der Verband vor allem Europa gefordert. „Die transatlantische Zusammenarbeit hat für die deutsche Wirtschaft einen hohen Wert. Sie wird besser funktionieren, wenn Europa technologisch und wirtschaftlich auf Augenhöhe kommt“, sagt Wintergerst.













