Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins bei ihrer jüngsten Sitzung unverändert gelassen. Diesen EZB-Zinsentscheid stuft Dr. Roger Rüegg, der bei Swisscanto/ZKB den Bereich Multi-Asset-Solutions leitet, als zweitrangig ein: Die Notenbank gerate zunehmend in den Sog politischer Entwicklungen in der Eurozone.
Hintergrund sind wichtige Wahlen, die 2027 in mehreren Ländern der Eurozone bevorstehen. Rüegg ordnet zudem die vorzeitige Neubesetzung des EZB-Präsidiums in diesen politischen Kontext ein. „Die EZB gerät zunehmend in den Sog politischer Entwicklungen“, sagt er.
Steigende Finanzierungskosten bremsen bereits die Konjunktur
Unterdessen sind die Finanzierungskosten in der Eurozone gestiegen. Grund dafür sind sowohl die vergangenen Leitzinserhöhungen der EZB als auch höhere Risikoprämien, die Anlegerinnen und Anleger an den Anleihemärkten verlangen. Das bremst laut Swisscanto bereits die Konjunktur.
Swisscanto erwartet nach dem EZB-Zinsentscheid einen schwächeren Euro
Für die eigene Asset-Allokation leitet Swisscanto daraus eine eindeutige Einschätzung ab: Die Risikoprämien für Anleihen hoch verschuldeter Staaten werden sich nach Ansicht der Vermögensverwalter auch in den nächsten Monaten kaum verringern. Da die Inflation rückläufig ist, geht Swisscanto dennoch von einem sinkenden Zinsniveau aus. Die wichtigste Konsequenz zieht Rüegg für den Wechselkurs: „Der Euro dürfte an Wert verlieren.“













