Die Rente ist nicht genug

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Kim Brodtmann, Ressortleiter Berater, Recht & Steuern

Für seinen (vorzeitigen) Ruhestand hatte James Bond offenbar gut vorgesorgt: Zu Beginn des neuen 007-Abenteuers „Keine Zeit zu sterben“ lebt er in einem schicken Strandhaus auf Jamaika, nachdem er seinen Dienst beim britischen Geheimdienst quittiert hat. Kaum anzunehmen, dass er sich das Haus von seiner Rente als britischer Staatsdiener leisten konnte, oft genug haben ihn seine Gegenspieler wegen seines Gehalts verspottet. „Sie arbeiten für ein Butterbrot, für ein freundliches Dankeschön Ihrer Majestät und ein Almosen als Pension“, provozierte ihn zum Beispiel Francisco Scaramanga in „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Doch so wie es aussieht, hat Bond einige renditestarke Investitionen getätigt, die ihn jetzt seinen Ruhestand in der Karibik genießen lassen. 

Der ein oder andere deutsche Kinobesucher sollte sich das vielleicht zum Vorbild nehmen, denn hierzulande droht das Thema Altersvorsorge gerade etwas in der Hintergrund zu geraten: Gelockerte Corona-Auflagen haben die Konsumlust der Deutschen deutlich steigen lassen, im Gegenzug steht das Sparmotiv Altersvorsorge aktuell weniger im Fokus. Zu diesem Ergebnis kommt die Sommerumfrage der Privaten Bausparkassen. Demnach erklären 53 Prozent der Bundesbürger, Geld für späteren Konsum auf die Seite zu legen – im Frühjahr waren es 50 Prozent. Altersvorsorge nennen nur noch 50 Prozent der Bundesbürger als Sparmotiv – im Frühjahr waren es noch 55 Prozent. Angesichts dieser Verschiebung der Prioritäten kann man nur hoffen, dass die Deutschen die Altersvorsorge nicht ganz aus den Augen verlieren. Es wäre jedenfalls fahrlässig, sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Sie wird nicht reichen, um den bisherigen Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. 

James Bond muss übrigens nicht lange mit dem angesparten Geld auskommen, denn am Ende von „Keine Zeit zu sterben“ stirbt er erstmals in seiner fast 60jährigen Leinwandkarriere den (allzu pathetischen) Heldentod. Wie heißt es in Sachen Altersvorsorge immer so schön: Dumm, wenn am Ende des Geldes noch Leben übrig ist. Ein Problem, das Bond definitiv nicht hat. 

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