Soli-Wegfall wird nicht zur Altersvorsorge genutzt

Hermann Schrögenauer, Vorstandsmitglied bei der LV 1871

89 Prozent der Deutschen vertun die Chance, den frei gewordenen Soli gewinnbringend anzulegen. Nur 11 Prozent nutzen den Wegfall des Solidaritätszuschlags für Investitionen in die Altersvorsorge. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Lebensversicherung von 1871 a. G. München (LV 1871) in Kooperation mit Civey hervor.

Dabei haben etwa Singles ohne Kinder jetzt monatlich im Schnitt rund 24 Euro mehr Nettoeinkommen auf dem Konto als im vergangenen Jahr, schreibt die LV 1871 und beruft sich dabei auf eine Schätzung des Deutschen Steuerzahlerinstituts des Bundes der Steuerzahler e.V. für die Rheinische Post.

Die Ersparnis haben der LV 1871-Umfrage zufolge derzeit 24,8 Prozent noch nicht verplant. 32,4 Prozent nutzen das frei werdende Geld dagegen, um laufende Kosten zu decken.

„Durch den Wegfall des Solis haben die Deutschen seit Januar 2021 mehr Geld in der Tasche. Den Betrag in Altersvorsorge zu investieren, zahlt sich aus. Unter anderem sind betriebliche Altersversorgung (bAV) und insbesondere die fondsgebundene Direktversicherung wegen ihrer Steuer- und Sozialabgabenersparnis hier eine attraktive Variante“, sagt Hermann Schrögenauer, Vorstand der LV 1871.

Vermittler gefragt

Dabei hat der Soli-Wegfall auch für Vermittler positives: Sie könnten den Wegfall nutzen, um Kunden über den Mehrwert fondsgebundener Vorsorgelösungen und betriebliche Altersversorgung zu informieren und gemeinsam individuelle Konzepte für die Altersvorsorge aufzustellen, betont die LV 1871 in der Mitteilung.

Um das zusätzliche Geld gewinnbringend anzulegen und die Investition sogar noch zu erhöhen, könnten Arbeitnehmer beispielsweise gemeinsam mit ihren Arbeitgebern in die betriebliche Altersversorgung einzahlen.

Entscheidee sich der Arbeitnehmer, die zusätzlichen 24 Euro monatlich in eine fondsgebundene Direktversicherung zu investieren, erhielte er zusätzlich zur Soli-Ersparnis noch eine Steuer- und Sozialabgabenersparnis sowie 15 Prozent verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss, rechnet der Versicherer vor.

Damit komme ein Kunde auf eine Gesamtförderung von fast 55 Euro. Wer zum Beispiel mit 27 Jahren starte, könne so bei einer angenommenen Wertentwicklung von drei Prozent mit 67 Jahren eine monatliche Rente von rund 125 Euro oder eine einmalige Kapitalabfindung von rund 43.300 Euro erhalten.

An der repräsentativen Umfrage der LV 1871 zusammen mit Civey vom 14. Januar 2021 haben 2.501 Personen teilgenommen.

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