Direktbanken schnuppern Honorarberatungsluft

Die Direktbanken Cortal Consors, Nürnberg, und Comdirect, Quickborn, tasten sich an Honorarberatungsmodelle ran. Aktuell testen beide Institute Preismodelle der Honorarberatung für die telefonische Wertpapierberatung. Während Comdirect gemeinsam mit 200 Kunden das Modell testet, hat Cortal Consors einen größeren Testballon gestartet: 4.000 Kunden wurden angeschrieben.

Comdirect hält sich auf Anfrage von cash-online mit konkreteren Informationen zurück. Zum genauen Preismodell will sich das Unternehmen nicht äußern. Es sei eine Servicegebühr, aber auch eine Gebühr, die sich an der Performance des Kundendepots orientiert, denkbar, heißt es. Das Thema werde gemeinsam mit den Kunden entwickelt, Ergebnisse würden Ende des Jahres erwartet.

Bei den Nürnbergern äußert sich ein Sprecher von Cortal Consors gegenüber cash-online zum vorgesehenen Modell konkreter: Die Testgruppe habe die Möglichkeit zur Nutzung eines klassischen Honorarmodells. Das heißt, der Kunde zahle eine jährliche Pauschale von einem Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer bei einem Depotwert bis 100.000 Euro. Die Gebühr falle stufenweise bis auf 0,7 Prozent bei einem Depotwert von mehr als einer halben Million Euro. Eine Gewinnbeteiligung sei in diesem Modell nicht vorgesehen, betont der Sprecher. Zurzeit lägen noch keine Ergebnisse vor, aber im Herbst werde das Institut eine Entscheidung treffen, wie es weitergehe.

Quirin Bank legt weiteres Preismodell vor

Die Quirin Bank aus Berlin, die sich selbst als erste Honorarberatungsbank Deutschlands bezeichnet, hat indes ein weiteres, neues Preismodell eingeführt. Der Kunde kann für seine Vermögensberatung eine „All-in-Gebühr“ wählen. Das heißt, mit dieser Gebühr in Höhe von 1,65 Prozent des Anlagevolumens, sind alle Kosten für die Vermögensverwaltung sowie sämtliche Transaktionen abgedeckt. Die Bank erstattet nach eigenen Angaben darüber hinaus sämtliche Bestandprovisionen und Kick-Backs.

„Auf diese Weise fällt die tatsächliche Kostenbelastung deutlich niedriger aus. Wer etwa auf einen Anlagebetrag von 100.000 Euro eine Pauschalgebühr von 1.650 Euro zahlt, kann davon bis zur Hälfte an rückerstatteten Provisionen erwarten, je nachdem für welche Anlageinstrumente er sich entscheidet“, sagt Christian Kreuser, Leiter Private Banking der Quirin Bank.

Neben dem neuen Preismodell hält das Institut auch weiter an den bisherigen Preismodellen, wie an dem der monatlichen Grundgebühr von 75 Euro, fest.

Eine Unternehmenssprecherin sagte auf Anfrage von cash-online, dass jeweils individuell von Kunde zu Kunde im Rahmen einer ausführlichen Beratung entschieden werden muss, welches Preismodell für ihn das Beste sei. Das käme im Einzelfall immer darauf an, welche Anlageinstrumente er wähle. (ks)

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