24. September 2010, 12:17
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Honorarberatung: Umfrage zeigt geringe Zahlungsbereitschaft

Ob Finanzen, Immobilien oder Konsumgüter – die Bundesbürger tun sich schwer damit, für Beratungsdienstleistungen das Portemonnaie aufzumachen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung (DVAG).

Kleingeld in Honorarberatung: Umfrage zeigt geringe Zahlungsbereitschaft

Honorarberatung hat in der breiten Bevölkerung weiterhin einen schweren Stand, so zumindest das Ergebnis der vom Marktforschungsinstitut Usuma durchgeführten Studie. Auf die Frage, welches Vergütungsmodell sie bei Beratungen eher in Anspruch nehmen würden, sprachen sich weniger als 26 Prozent der mehr 1.000 Befragten für einen festen Stundensatz oder Pauschalbetrag aus, acht Prozent haben sich enthalten. Mit 67 Prozent bevorzugt hingegen die überwiegende Mehrheit der Befragten das klassische Modell, bei dem der Berater nur bei einem tatsächlichen Vertragsabschluss eine Provision erhält.

Noch deutlicher fällt die Ablehnung gegenüber den Honoraren bei den Befragten mit geringerem Einkommen aus. Von diesen sind weniger als 15 Prozent bereit, für die Beratung als Dienstleistung zu bezahlen.

Im Bereich Immobilien ist lediglich jeder dritte Befragte bereit, für Dienstleistungen von Immobilienmaklern mehr als 500 Euro auszugeben. Im Konsumgüterbereich ist die Akzeptanz der Beratungshonorare noch geringer. So halten nur zehn Prozent der Befragten es für angemessen, beim Autokauf mehr als 500 Euro für professionellen Rat zu bezahlen. Bei der Unterhaltungselektronik akzeptieren lediglich fünf Prozent der Bürger Honorarkosten von über 500 Euro. Bei Finanzdienstleistungen würde nur jede Zehnte mehr als 500 Euro für honorarbasierte Beratung ausgeben.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage zeigt, dass eine regelmäßige Überprüfung der Finanz- und Vorsorgesituation so gut wie nicht in Anspruch genommen würde, wenn für die Beratung ein Honorar zu zahlen wäre. Nur zehn Prozent aller Befragten wären bereit, alle zwei Jahre oder öfter einen Honorarberater zu konsultieren, fast ein Drittel der Bevölkerung würde dies nie tun. (hb)

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. Mit meinem Namen habe ich mich bereits geoutet. Ich kann diese ganzen Phrasen nicht mehr hören.

    Wenn die Anfrage von der DVAG kommt, was wird wohl dabei raus kommen…? Genauso objektiv wie wenn ein Interessenvetreter der Honorarberatung das macht.

    Und es ist weder richtig, dass alle Honorarberater zwingend gut beraten, noch dass alle Provisionsberater zwingend schlecht beraten. Einfach für Chancengleichheit sorgen und den Kunden enscheiden lassen.

    Und zum Thema “Zahlungsbereitschaft”: es kommt immer drauf an wie man fragt… Kunde, willst Du zukünftig für die Beratung zahlen…? Da ist doch die Antwort klar.

    Kommentar von Honorarfan — 30. September 2010 @ 08:59

  2. Auch ich kann es nicht mehr hören, das wir nur auf Provisionen aus sind und die einzig “Ehrliche und Kundenorientierte Beratung” die der Honorarberatung ist. Wo würden denn die bleiben die sich keine 100,- und mehr € für Beratung leisten können oder wollen. Ausser dem steht man mit seiner Prov. in der Haftung. Mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit geht meiner Meinung nicht. LG Norman Zwirlein

    Kommentar von Norman Zwirlein — 29. September 2010 @ 13:12

  3. Viele hatten es vermutet, ich habe es gewußt. Und wo sind die Knaben, die uns gebetsmühlenartig immer wieder erzählt haben, das Provisonsmodell sei tot, und würde durch Honorarberatung abgelöst ?? Macht es doch einfach so wie ich: Fragt Eure Kunden einfach was SIE möchten und brauchen und hört ihnen aufmerksam zu. Das Leben kann so einfach sein. Liebe Grüße, Nils Fischer, AWD

    Kommentar von Nils Fischer — 28. September 2010 @ 21:57

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