5. Mai 2014, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Erbschaftsplanung: den Familienfrieden wahren

Der Tod eines Menschen ist für die Angehörigen eine große emotionale Belastung. Hat der Verstorbene zudem seinen Nachlass nicht oder nur unzureichend geregelt, führt dies häufig zu erbittertem Streit und Missgunst unter seinen Erben. Es ist daher sinnvoll, gefährliche Fallstricke bei der Erbschaftsplanung zu kennen.

Gastbeitrag von Markus Kühn, Kanzlei Kühn

Vorerbe

“Kinderlose Ehepaare verkennen oft, dass nicht automatisch der andere Ehepartner alles erbt.”

Gefährliche Miterbengemeinschaft

Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge. Gibt es danach mehr als einen Erben, bilden die Erben eine Miterbengemeinschaft. Das hat zur Folge, dass jeder Miterbe entsprechend seiner Erbquote am gesamten Nachlass beteiligt ist und alle Miterben grundsätzlich nur gemeinsam über Nachlassgegenstände entscheiden und verfügen können.

Zur Aufteilung des Nachlasses ist eine sogenannte Auseinandersetzung erforderlich, bei der sich die Erben dann über die Aufteilung im einzelnen einigen müssen. Und je mehr Miterben vorhanden sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer “querschießt” und es zu keiner vernünftigen Regelung kommt.

Das kann dann dazu führen, dass eine Immobilie im Nachlass zu einem Wert weit unter dem Verkehrswert teilungsversteigert werden muss, um anschließend den Versteigerungserlös aufteilen zu können.

Vor einer solchen Zwangsversteigerung ist der überlebende Ehegatte selbst dann nicht gefeit, wenn ihm die Immobilie vor dem Erbfall zur Hälfte gehört hat und er nach dem Erbfall zusätzlich Miterbe an der anderen Hälfte des Hauses ist.

Ehegatten werden nicht immer Alleinerbe

Kinderlose Ehepaare verkennen oft, dass nicht automatisch der andere Ehepartner alles erbt. Leben die Eltern noch oder – falls nicht – gibt es noch Geschwister oder deren Abkömmlinge oder Großeltern des verstorbenen Gatten, so erbt der überlebende Ehegatte abhängig vom Güterstand nur die Hälfte beziehungsweise drei Viertel.

Überlebender Ehegatte und sonstige Erben (also Mitglieder der “Schwieger- Familie”) bilden dann ebenfalls eine Erbengemeinschaft – Ärger ist vorprogrammiert.

Erbengemeinschaften bei zweiter Ehe des Erblassers besonders streitanfällig

Miterbengemeinschaften sind besonders streitanfällig, wenn der Erblasser nach einer Scheidung erneut geheiratet hat und seine Kinder aus der ersten Ehe sich nach seinem Tod in einer Miterbengemeinschaft mit der neuen Ehefrau und Kindern aus der zweiten Ehe wiederfinden.

Streitigkeiten einfach vermeiden

Solche Streitigkeiten lassen sich vermeiden, wenn der Erblasser dafür sorgt, dass im Erbfall keine Erbengemeinschaft entsteht. Das kann er zum Beispiel dadurch erreichen, dass er in einem Testament nur einen Alleinerben bestimmt und weiteren Personen mittels eines Vermächtnisses bestimmte Gegenstände zukommen lässt.

Seite zwei: Probleme bei nichtverheirateten Lebenspartnern

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Erster im Markt: Gothaer bündelt bAV- und bKV-Verwaltung in einem Portal

Um den Verwaltungsaufwand für die betriebliche Vorsorge und Absicherung für Arbeitgeber deutlich zu vereinfachen, bündelt die Gothaer als erster Versicherer die bAV und bKV-Verwaltung für Arbeitgeber in einem gemeinsamen Portal.

mehr ...

Immobilien

Stadtflucht wegen Coronakrise?

Treibt Corona die Deutschen aufs Land? Immerhin haben die Vorteile der Stadt in Zeiten von Kontakteinschränkungen und Sperrstunden weniger Relevanz. Große Menschenansammlungen sind auf dem Land leichter zu meiden. Doch spiegelt sich diese landläufige Ansicht auch im Suchverhalten und den Nachfragepräferenzen von Immobiliensuchenden wider?

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Konsolidierung mit Kapital und Köpfen

Suchten Makler in der Vergangenheit Anschluss an einen Pool oder wollten zu einem anderen wechseln, lenkten sie den Blick meist auf die Provisionstabellen. Wettbewerb lief vor allem über die Vergütung und Produktpalette. Diese Zeiten sind vorbei. Natürlich spielen beide Kriterien noch eine Rolle, aber die entscheidende Frage lautet: Wie bewältigt der Pool des Vertrauens die Herausforderungen, die wegen der enorm schnellen und einschneidenden technischen Entwicklung entstehen?

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...