Anzeige
19. Mai 2015, 08:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Family Office ist die Königsdisziplin”

Im Oktober 2014 ist Jens Spudy nach zwanzig Jahren aus dem von ihm gegründeten Spudy & Co. Family Office ausgeschieden. Im Cash.-Interview spricht er über sein neues Unternehmen Spudy Invest und den deutschen Family-Office-Markt.

Spudy

Jens Spudy: “90 Prozent der deutschen Family Offices befassen sich vor allem mit dem liquiden Vermögen. Zum Family-Office-Konzept gehört aber viel mehr.”

Cash.: Was sind die Hintergründe Ihres Ausstiegs bei Spudy & Co.?

Spudy: Der Hauptgrund waren unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Ich bin immer mehr zu der Überzeugung gekommen, dass ein Family Office auf die Verwaltung des liquiden Vermögens verzichten, externe Verwalter objektiv auswählen und eine ganzheitliche Betrachtung in den Vordergrund seiner Arbeit stellen sollte. So habe ich mich schließlich entschieden, meine Anteile zu verkaufen, noch einmal neu anzufangen und dabei meine Überzeugungen umzusetzen.

Anfang April haben Sie dann das neue Unternehmen Spudy Invest gegründet. Die erste Pressemitteilung kündigte das “Multi Family Office 2.0” an. Was ist das Innovative am Unternehmenskonzept?

90 Prozent der deutschen Family Offices befassen sich vor allem mit dem liquiden Vermögen. Zum eigentlichen Family-Office-Konzept gehört aber viel mehr: Nur das Kapitalvermögen zu betreuen, reicht meiner Ansicht nach nicht aus. Das sehen auch viele Familien so. Sie möchten nicht nur ihr Vermögen bewahren, sondern auch etwas bewegen und gestalten. Vor allem die jüngere Generation ist sich ihrer Verantwortung sehr bewusst und möchte sich engagieren – für die Gesellschaft, für die Umwelt, für den Fortschritt. So spielen die Faktoren Impact und Innovation eine immer größere Rolle. Um diese Fragen kümmern sich herkömmliche Family Offices aber kaum.

Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Familien in der Öffentlichkeit stehen und Reputationsschäden zum Beispiel bei ethisch fragwürdigen Anlagen immens sein können. Wir messen diesen Themen große Bedeutung bei und haben unsere Philosophie in Leitlinien definiert. Dazu gehören neben den klassischen Family-Office-Tugenden Sicherheit, Diskretion, Unabhängigkeit, Exzellenz und Zuverlässigkeit auch Fairness, Transparenz, Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Um dieser Überzeugung Gewicht zu verleihen, haben wir für das gesamte Unternehmen die UN-Kriterien für verantwortungsvolles Investieren unterzeichnet. Das Konzept des “Multi Family Office 2.0” steht also für die Professionalität und Nachhaltigkeit, die wir unseren Mandanten bieten wollen.

Seite zwei: “Family Office ist en vogue”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...