13. September 2016, 11:18
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IDD: “Minimalumsetzung ist das grundsätzliche Ziel”

Unter dem Motto “Finanzberatung 2020: Was will der Kunde, was die Politik und was Europa?” hatte der Versicherer Standard Life zu einer prominent besetzten Podiumsdiskussion geladen. Vertreter aus Politik, Versicherungswirtschaft, Vermittlerschaft, Verbraucherschutz und Wissenschaft sprachen über die Zukunft der Beratung in Deutschland.

IDD: Minimalumsetzung ist das grundsätzliche Ziel

Die Teilnehmer der Diskusionsrunde (von links): Manfred Zöllmer (SPD), Norman Wirth (AfW), Axel Kleinlein (BdV), Susanna Karawanskij (Die Linke), Marc Surminski (Moderator), Anja Karliczek (CDU), Dr. Peter Schwark (GDV) und Prof. Dr. Thomas Köhne.

Rund 100 Makler waren am letzten Donnerstagabend auf Einladung von Standard Life Deutschland ins Haus der Bundespressekonferenz in Berlin gekommen, um zu erfahren, welchen Rahmenbedingungen die Beratung in Deutschland künftig unterliegen wird. Im Zentrum der Diskussion stand die Umsetzung der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) in deutsches Recht.

Als Diskutanten hatte der Versicherer neben den Mitgliedern des Finanzausschusses Anja Karliczek (CDU), Susanna Karawanskij (Die Linke) und Manfred Zöllmer (SPD) auch Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV), Professor Dr. Thomas Köhne von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin sowie Norman Wirth vom Vermittlerverband AfW, und Dr. Peter Schwark vom Versichererverband GDV gewinnen können.

IDD-Umsetzung noch in dieser Legislaturperiode

Moderator Dr. Marc Surminski, Chefredakteur der “Zeitschrift für Versicherungswesen”, eröffnete die Diskussion mit einer Frage, die wohl die meisten deutschen Vermittlern derzeit umtreibt: “Wann kommt die IDD-Umsetzung in deutsches Recht?”. CDU-Politikerin Karliczek versicherte, dass der Finanzausschuss die EU-Richtlinie noch vor den nächsten Wahlen in nationales Recht umsetzen wolle. Auch Koalitionspartner Zöllmer bestätigte, dass man bestrebt sei, noch im nächsten Jahr “den Deckel zuzumachen”.

Das Vorhaben sei wichtig, damit die gesamte Branche, die ohnehin schon vor großen Herausforderungen stehe, Planungssicherheit erhalte, so Zöllmer. Zur genauen Ausgestaltung der Regulierung wollten sich die beiden Mitglieder des Finanzauschusses indes nicht äußern. Karliczek sagte jedoch, dass keine Verschärfung der Brüsseler Vorgaben geplant sei. “Die Minimalumsetzung ist das grundsätzliche Ziel”, so die CDU-Finanzexpertin.

Die Linke will Honorarberatung aus der Nische holen

So blieb die Frage, ob eine Verpflichtung zur Provisionsoffenlegung oder gar ein Provisionsverbot geben werde, unbeantwortet. “Hier ist entscheidend, was die Eiopa macht”, sagte SPD-Politiker Zöllmer. Bis Februar 2017 hat die EU-Versicherungsaufsichtsbehörde Zeit, ihre technischen Ratschläge zur IDD-Umsetzung zu finalisieren und an die Europäische Kommission zu übermitteln.

Die-Linke-Finanzexpertin Karawanskij sprach sich zwar nicht für ein Provisionsverbot aus, erklärte jedoch, im Rahmen der IDD-Umsetzung mit konkreten Vorschlägen zur Offenlegung der Vergütungssysteme auf mehr Transparenz drängen zu wollen. “Wohlwissend, dass in der Honorarberatung nicht zwingend das Heil liegt, wollen wir sie aus der Nische befördern”, sagte Karawanskij.

Seite zwei: Linke fordert mehr Vergütungstransparenz

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1 Kommentar

  1. In welcher Form eine „Vermittlung“ vergütet wird, wird nicht das Problem werden.

    Aber die „Beratungs-Dienstleistung“ vor der Vermittlung. Nur wer diese mit einer Honorar-Option „verkaufen“ kann, wird – wegen Ausweitung von Umsonst-Beratungen – noch Spaß an der Geldanlage-/Altersvorsorgeberatung haben.
    Wie gerade mitgeteilt, gelten die Product Governance Regeln auch bei IDD, d.h. FLVs.

    Welche praxiserprobten Wege es zu rechtssicheren Mischmodellen gibt, siehe eBooks bei mwsbraun.de

    Kommentar von Frank L. Braun — 14. September 2016 @ 12:36

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