„Die Kundenansprache ist das Entscheidende“

Michael Hauer: Ich finde es zunächst nicht dramatisch, dass keine einheitliche Definition existiert. Wichtig ist aber, dass Kunden 50-plus frühzeitig etwas für ihren Ruhestand tun – ob sie es nun in Form von Altersvorsorge oder Ruhestandsplanung betreiben ist weniger entscheidend. Allerdings ist es gut, dass der Begriff der „Ruhestandsplanung“ geprägt wurde, denn ein neuer Begriff beinhaltet auch immer neue Chancen.

Mit dem Thema Altersvorsorge locken Sie niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Mit der Ruhestandsplanung spricht man bewusst eine bestimmte Zielgruppe an und spezialisiert sich auf diese. Wenn man sich auf diese Kunden konzentriert, kommen auch Themen wie Vollmachten und Patientenverfügungen zur Sprache, die in der herkömmlichen Altersvorsorge keine Rolle spielen, aber gerade für diese Zielgruppe sehr wichtig sind. Diese Abgrenzung ist wichtiger als eine eindeutige Definition.

Uwe-Matthias Müller: Für uns als Bundesverband Initiative 50Plus geht die Ruhestandsplanung weit über das Feld der Finanzplanung hinaus. Sie befasst sich mit dem Übergang von der Arbeitsphase in die Nacherwerbsphase, für die es bisher kaum Begleitung gibt. Die Menschen werden hier allein gelassen. In früheren Jahrzehnten war das sicherlich gerechtfertigt, da die Lebenszeit nach dem Rentenbeginn relativ kurz war. Heute reden wir aber von 15 bis 30 Jahren, die man noch lebt, nachdem man in den sogenannten Ruhestand geht.

Diese Zeit gilt es in erster Linie zu gestalten und dann auch dementsprechend zu finanzieren. Aus unserer Sicht kann man mit der Ruhestandsplanung daher nicht früh genug anfangen. Mit Anfang fünfzig sollte die Planung beginnen, da das eine Phase ist, in der man strukturell noch etwas ändern kann. Die Themen gehen hierbei weit über die Finanzplanung hinaus. So müssen die Menschen beispielsweise entscheiden, wie und wo sie im Ruhestand leben wollen sowie gesundheitliche Vorsorge treffen.

Welche Rolle spielt die Ausbildung der Berater bei der Ruhestandsplanung?

Rosemeyer: Da sich die Ruhestandsberatung speziellen Fragestellungen widmet, müssen die Berater entsprechend ausgebildet sein. A.S.I. gibt es seit 47 Jahren, viele unserer Kunden, sind entweder bereits im Ruhestand oder befinden sich kurz davor. Aufgrund dieser Tatsache haben wir bereits vor einigen Jahren ein Projekt zur Ruhestandsplanung ins Leben gerufen, an dem zunächst nur ausgewählte Berater teilnehmen durften.

Seite drei: „Jeder neue Berater ist wertvoll

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