BVK: Europa-Rente ist überflüssig

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) bezweifelt, dass EU-weite Altersvorsorgeprodukte geeignet sind die private Vorsorge europaweit anzukurbeln. Die Pan European Pension Products (Pepp) seien nicht attraktiver als bestehende Produkte und verkomplizierten zudem die Durchführungswege in der betrieblichen Altersvorsorge.

BVK Eiopa Pepp
Der BVK kritisiert den Vorschlag der EU-Kommission, Pepp die private Altersvorsorge in Europa anzukurbeln.

In einer aktuellen Mitteilung kritisiert der BVK den Vorschlag der EU-Kommission, durch sogenannte Pepps die private Altersvorsorge europaweit in Gang zu bringen.

„Wir bezweifeln, dass die standardisierten Pepp attraktiver für die Bürger sind, als bereits bestehende Angebote über Riester, Rürup und private Renten- sowie Lebensversicherungen“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Die genannten Produkte würden in Deutschland einen hohen Zuspruch genießen, das zeigten die rund 90 Millionen abgeschlossenen Lebensversicherungen. „Außerdem verkomplizieren die Pepp die ohnehin schon komplexen Durchführungswege in der betrieblichen Altersvorsorge“, meint BVK-Präsident Heinz.

Der Verband moniert zudem, dass die europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen Eiopa plane, die in den neunziger Jahren erfolgte Deregulierung im Produktbereich rückgängig zu machen. Diese sei schließlich durchgeführt worden, um der gewachsenen Vielfalt an individuellen Lebensformen und damit verbundenen Risiken zu entsprechen.

BVK: Eiopa begeht gleich zwei Sünden

Mit Pepp werde dieser „richtige Schritt teilweise wieder rückgängig gemacht“, kritisiert der BVK. Dadurch würden EU-Bürgern standardisierte Produkte angeboten – ohne eine qualifizierte Beratung durch Versicherungsvermittler. „Damit werden gleich zwei Sünden begangen: Rückfall zu überflüssiger Regulierung und mangelhafter Verbraucherschutz durch fehlende Beratung“, meint Heinz.

Zudem kritisiert der BVK, dass der Deckungsstock des neu zu schaffenden paneuropäischen Pensionsfonds in der aktuellen Niedrigzinsphase zunächst nur mit staatlichen Zuschüssen aufgebaut werden müsse. Dies sei ordnungspolitisch und wettbewerbsrechtlich bedenklich.

Der Verband bezweifelt auch, dass die Übertragung der Pepp tatsächlich in alle EU-Staaten möglich sei: Durch die „völlig unterschiedlichen Steuer- und Sozialversicherungssysteme“ der 28 Ländern, sei eine einheitliche Behandlung der Pepp-Altersvorsorge nur schwer vorstellbar.

Die Pepp-Enführung sieht der BVK daher kritisch und warnt vor einer Einschränkung der individuellen Absicherung. Kunden sollten weiterhin die Altersvorsorge-Lösung wählen können, die „ihrer besonderen und individuellen Lebenssituation“ entspricht. (jb)

Foto: Shutterstock

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