30. März 2017, 12:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen”

Heide Härtel-Herrmann ist seit über 30 Jahren als Beraterin tätig. Mit Cash. hat sie über ihren Werdegang, Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche und die Bedürfnisse weiblicher und männlicher Kunden gesprochen.

Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen

Heide Härtel-Herrmann: “Vor 30 Jahren gab es eine regelrechte Versorgungs- beziehungsweise Beratungslücke für Frauen. “

Cash.: 1986 haben Sie den Frauenfinanzdienst gegründet. Wie kam es dazu?

Härtel-Herrmann: Zum einen hat Wirtschaft mich schon immer interessiert, deswegen habe ich Ökonomie studiert – eine Kombination von Volks- und Betriebswirtschaft. Zum anderen war ich vorher in anderen Bereichen tätig, was mir keine Freude mehr bereitete.

Dann bekam ich die Chance, bei einem Makler zu arbeiten, der sich auf die Fahnen geschrieben hatte, seriös und fair zu beraten. Dort habe ich sehr viel gelernt und mich nach ungefähr einem Jahr selbstständig gemacht.

Ich habe schon vorher immer selbstständig gearbeitet, sodass der Schritt in die Selbstständigkeit keine Überwindung für mich war. Ich eigne mich nicht als Angestellte.

Sie sind nun schon über 30 Jahre in der Beratung aktiv. Was hat sich seither bei Ihren Kundinnen verändert?

Die Berufsorientierung von Frauen hat in dieser Zeit zugenommen. Mehr Frauen haben eine gute Ausbildung und Karriereambitionen und verfügen dadurch über ihr eigenes Einkommen und Vermögen. So ist für viele Frauen die Geldanlage ein Thema geworden, mit dem sie sich aktiv beschäftigen.

Grundsätzlich gibt es innerhalb der Gruppe der Frauen allerdings Unterschiede, die viel größer sind als zwischen Männern und Frauen. Die Bedürfnisse von Frauen und Männern haben sich in den letzten 30 Jahren sehr verändert, einfach weil wir in anderen Zeiten leben. Auch die Branche hat sich in dieser Zeit bewegt. Als ich angefangen habe, war es geradezu exotisch, sich auch mal mit Frauen zu beschäftigen.

Ich erinnere mich gut an Veranstaltungen zur Berufsunfähigkeit, auf denen Produktgeber ihre Lösungen vorgestellt haben oder Referenten über das Thema gesprochen haben – lange vor der Einführung der Unisex-Tarife. Keiner hat sich dort die Mühe gemacht, zu erwähnen, dass die Beispielrechnungen sich auf einen Mann beziehen. Ich bin dann immer gern aufgestanden und habe die Redner darauf aufmerksam gemacht.

Es gab damals eine regelrechte Versorgungs- beziehungsweise Beratungslücke für Frauen. Das habe ich erkannt und mich auf die Beratung von Frauen spezialisiert. 1988 haben wir dann das erste Netzwerk gegründet, um etwas zu bewegen. Wir haben sehr intensive Medien- und Pressearbeit gemacht und damit sicherlich zur Veränderung in der Branche beigetragen – auch in Bezug auf Unisex-Tarife.

Seite zwei: “Die Unabhängigkeit der Beratung ist entscheidend

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...