28. März 2017, 06:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BU versus AU: Abgrenzung der Leistungsversprechen

Die Arbeitsunfähigkeitskomponente im Rahmen einer Berufsunfähigkeitspolice kann bei unbedarften Versicherungsnehmern zu Verwirrung führen, auch wenn AU und BU zwei gänzlich unterschiedliche Leistungsversprechen beinhalten.

Leistungsversprechen

In der AU geht der Versicherer von einer “vorübergehenden, absehbaren Invalidität” aus, während in der BU eine “langfristige Invalidität” vorliegt.

In dem Netletter des Rückversicherers Gen Re (NetLetter Risiken & Chancen, Ausgabe 1/2017) gehen die Versicherungsexperten Amelie Bohl und Rafael Lorsbach auf die Abgrenzung von Berufsunfähigkeit (BU) und Arbeitsunfähigkeit (AU) ein.

Konzepte sorgen für Verwirrung

Bei Versicherungsnehmern würden diese Konzepte häufig für Verwirrung sorgen, auch wenn es sich dabei definitionsgemäß um zwei unterschiedliche Dinge handele.

So sei eine ununterbrochene Krankschreibung von mindestens sechs Monaten, die für die Anerkennung einer AU notwendig sei, absolut nicht gleichbedeutend mit der sogenannten “Sechs-Monats-Prognose”, die zum Vorliegen einer BU maßgeblich ist.

In der AU gehe der Versicherer von einer “vorübergehenden, absehbaren Invalidität” aus, während in der BU eine “langfristige Invalidität” vorliegen müsse.

Eindeutige Abgrenzung innerhalb der Bedingungswerke

Zu der “Sechs-Monats-Prognose” in der BU habe der erhöhte Wettbewerb zwischen den Marktteilnehmern geführt – früher habe eine BU-Prognose von “voraussichtlich mindestens drei Jahren” gegolten.

Die Autoren heben diesen grundsätzlichen Unterschied beider Leistungsversprechen hervor. Er äußere sich beispielsweise in der Prozentregelung bei der BU im Gegensatz zu einer Ja-Nein-Entscheidung bei der AU-Prüfung. Zudem fehlte bei der AU-Komponente die Verweisungs- und Umorganisationsprüfung oder der Nachweis des Eintritts des Leistungsfalls.

Trotz der Unterschiede bei Definition und Leistungsversprechen von AU und BU nähmen viele Versicherer zusätzlich eine inhaltliche und optische Abgrenzung innerhalb ihrer Bedingungswerke vor – eine Praxis, die der Rückversicherer allen Marktteilnehmern empfiehlt. (nl)

Foto: Shutterstock


Mehr zum Thema Berufsunfähigkeit:

Haftungsrisiken in der BU-Beratung – Top 5 der häufigsten Vermittlerfehler

Infektionsklausel: Achtung bei der BU-Beratung

BU: Kein fälliger Leistungsanspruch bei verweigerter Mitwirkung

1 Kommentar

  1. Welcher Kunde kann diesen Ausführungen folgen? Wieder einmal ein Artikel der zur Verunsicherung führt und nicht zur Klarheit.

    Kommentar von Weigel — 15. Mai 2017 @ 12:53

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Bestnote: DFSI vergibt Triple-A an WWK

Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) zeichnet die WWK Lebensversicherung in seiner aktuellen Studie zur Unternehmensqualität als einzigen Lebensversicherer mit der Bestnote AAA (Exzellent) aus. Bewertet wurden die Kriterien Substanzkraft, Produktqualität und Service. Die WWK konnte in allen drei Bereichen überzeugen und wurde damit erneut als führendes Unternehmen in der Branche ausgezeichnet.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Garantieverpflichtungen: Bei 24 Lebensversicherern reicht es nicht (mehr)

Bei 24 von 82 Lebensversicherern reichten die 2019 erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Das zeigt die aktuelle Analyse des Zweitmarkthändlers Policen Direkt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Haftpflichtkasse muss Gasthaus für Corona-Schließung entschädigen

In der Klagewelle um die Kosten für Gaststätten, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat ein weiterer Wirt gegen seine Versicherung gewonnen.

mehr ...