Anzeige
30. November 2017, 07:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schenkung: Tipps für die vorzeitige Übertragung von Vermögen

Wer sein Vermögen bereits zu Lebzeiten an seine Nachkommen überträgt, statt es nach seinem Tod zu vererben, hilft den potenziellen Erben bares Geld zu sparen. Schenkungen sollten trotzdem wohlüberlegt sein.

Schenkung-Haus-Niessbrauch in Schenkung: Tipps für die vorzeitige Übertragung von Vermögen

Immobilien werden häufig als Schenkung an die Nachkommen weitergegeben.

“Man soll mit warmer Hand geben”, weiß der Volksmund. Schenkungen zu Lebzeiten nennen das die Fachleute. Aber aufgepasst: Schenkungen lassen sich leider nicht problemlos rückgängig machen, wenn es später zu finanziellen Engpässen beim Schenkenden oder zu Streitigkeiten kommt.

“Schenkungen sollten deshalb gut überlegt sein und nie ohne eine rechtliche und steuerrechtliche Beratung erfolgen”, rät Isabell Gusinde von der Postbank.

Vorbeugen kann man zum Beispiel mit einer “Schenkung unter Auflage”. Dabei muss der Beschenkte für die Übertragung des Vermögens eine Gegenleistung erbringen. Das kann die Übernahme eines Grundschulddarlehens, die Zahlung einer Rente oder das Einräumen eines Wohnrechts sein.

Wann ein Zugriff auf das übertragende Vermögen möglich ist

Auch die Rücknahme einer Schenkung kann vertraglich geregelt werden. In jeden Schenkungsvertrag sollte unbedingt eine Rückfallklausel aufgenommen werden. Diese verhindert, dass beim plötzlichen Tod eines Beschenkten Erbschaftssteuer fällig wird.

“Beschenkte sollten zudem bedenken, dass das übertragene Vermögen in den zehn Jahren nach der Schenkung nicht komplett gegen Zugriffe gefeit ist”, so Isabell Gusinde.

Kann der Schenkende seinen Lebensunterhalt nicht mehr aus eigener Kraft bestreiten und benötigt staatliche Unterstützung, so kann die Schenkung zum Beispiel einer Immobilie angefochten werden, wenn weniger als zehn Jahre seit der Übertragung vergangen sind.

Freibeträge clever nutzen

Auch der Fiskus verlangt bei größeren Schenkungen seinen “Anteil”. Nach geltendem Recht steht aber jedem Beschenkten alle zehn Jahre ein vom Verwandtschaftsgrad abhängiger Freibetrag zu.

Beispiel: Der Vater schenkt seinem Sohn 500.000 Euro. Nach Abzug des Freibetrags muss der Sohn 100.000 Euro mit elf Prozent versteuern. Er zahlt 11.000 Euro Schenkungsteuer an das Finanzamt. Schenkt der Vater seinem Filius jedoch zunächst nur 400.000 Euro und nach zehn Jahren weitere 100.000 Euro, ist die gesamte Schenkung steuerfrei.

Ausschlaggebend für den persönlichen Freibetrag, die Steuerklasse und den Steuersatz ist das Verwandtschaftsverhältnis. Als Faustformel gilt: Je näher die Verwandtschaft, desto höher ist der persönliche Freibetrag und desto niedriger der Steuersatz, der zwischen sieben und 50 Prozent betragen kann. (fm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

Immobilienerbe: Weniger Erbschaftssteuer wegen Schäden?

Schenkungen: Die sieben häufigsten Fehler

Achtung, Erbe! Welche Steuerfallen beim Nachlass lauern

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Wintereinbruch: Diese Pflichten haben Eigentümer und Mieter

Der Winter ganz Deutschland im Griff: Selbst in schneearmen Regionen und Städten wie Köln bleibt die weiße Pracht auf Straßen und Gehsteigen liegen. Die Winterlandschaft bringt Verpflichtungen für Hauseigentümer oder Mieter mit sich – zum Beispiel die gesetzliche Pflicht zum Schneeräumen. Auch versicherungstechnisch ist das Räumen und Streuen des Gehwegs relevant.

mehr ...

Immobilien

Zwölf Städte vereinen 30 Prozent des Gewerbeimmobilienumsatzes

London ist 2018 der Top-Performer für globale gewerbliche Immobilien-Investitionen. Investoren bevorzugen weiterhin Städte, mit denen sie vertraut sind und die über gut etablierte Investment-Märkte und hohe Transparenz verfügen. Dazu gehören mit Frankfurt, Berlin, Hamburg und München vier deutsche Städte.

mehr ...

Investmentfonds

Tim Bröning: Worte statt Taten

Viele Menschen starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Sie möchten häufiger ins Fitnessstudio gehen, weniger Süßigkeiten essen und sich generell einen gesünderen Lebenswandel zulegen.

Die Bröning-Kolumne

mehr ...

Berater

Hat die Finanzbranche #MeToo verschlafen?

Auf Branchenmessen begegnet man auch in Zeiten der “Me-too”-Debatte noch immer vielen Hostessen. “Nett aussehen, während die Männer Geschäfte machen: Der Beruf der Hostess ist so aus der Zeit gefallen wie kaum ein anderer”, schrieb kürzlich die “Süddeutsche Zeitung”. Hat die Branche eine wichtige gesellschaftliche Entwicklung verschlafen?

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB steigert das Platzierungsvolumen kräftig

Die auf Private-Equity-Konzepte für Privatanleger spezialisierte RWB Group hat im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 76 Millionen Euro platziert und damit ein Umsatzplus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht (2017: etwa 59 Millionen Euro).

mehr ...

Recht

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...