Anzeige
8. November 2017, 13:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Steueraffäre: DSGV verschiebt Präsidenten-Wahl

Der Verdacht der Steuerhinterziehung gegen Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon gefährdet dessen Pläne für eine zweite Amtszeit an der Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Der DSGV-Präsidialausschuss hat die Wiederwahl des Präsidenten nun verschoben.

Steueraffäre: Wahl des Sparkassenpräsidenten verschoben

Georg Fahrenschon: “Mir ist es wichtig, dass die Wahl das Vertrauen zur Person zum Ausdruck bringt und nicht durch eine Abstimmung über einen Zustand überlagert wird.”

Der DSGV hat die eigentlich für Mittwoch geplante Wiederwahl seines seit 2012 amtierenden Chefs erst einmal abgeblasen. Der Verband will zunächst den Ausgang des Strafprozesses abwarten, der auf Fahrenschon vor dem Münchner Amtsgericht zukommt. Eigentlich hatte sich Fahrenschon ungeachtet des Steuerverfahrens wiederwählen lassen wollen.

Nun hat Fahrenschon seine Linie geändert: “Mir ist es wichtig, dass die Wahl das Vertrauen zur Person zum Ausdruck bringt und nicht durch eine Abstimmung über einen Zustand überlagert wird”, erklärte er in einer Pressemitteilung des Verbands. Auf seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit verzichten will der 49-Jährige aber nicht.

Der frühere bayerische Finanzminister und CSU-Politiker hatte eingeräumt, seine Steuererklärungen für 2012 bis 2014 erst im vergangenen Jahr beim Finanzamt eingereicht zu haben – bestreitet jedoch eine vorsätzliche Straftat. Fahrenschon betont, seine Steuern mittlerweile gezahlt zu haben.

Noch kein Termin für öffentlichen Strafprozess

Die Staatsanwaltschaft München jedoch sieht in der mehrjährigen Verzögerung Steuerhinterziehung, das Münchner Amtsgericht hat einen von der Ermittlungsbehörde beantragten Strafbefehl erlassen. Da Fahrenschon diesen nicht akzeptieren will, wird es nun einen öffentlichen Strafprozess geben. Das Amtsgericht hat noch keinen Termin festgesetzt.

Im Falle einer Verurteilung müsste Fahrenschon je nach Schwere des Falls mit Geld- oder Haftstrafe rechnen, theoretische Höchststrafe für besonders schwere Fälle sind zehn Jahre Gefängnis. Eine derart harte Strafe verhängen die Gerichte aber in aller Regel nicht einmal bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Um wie viel Geld es geht, ist nicht bekannt. Fahrenschons Jahresgehalt dürfte mindestens im sechsstelligen Bereich liegen – ein sechsstelliges Gehalt bezieht beispielsweise auch der Vorsitzende des bayerischen Sparkassenverbands. Abgesehen von seinem Berliner Hauptjob hat Fahrenschon auch Nebeneinkünfte: Er ist Vizepräsident der Europäischen Sparkassenvereinigung und Mitglied mehrerer Aufsichts- und Verwaltungsräte. Mit den Steuervorschriften kennt er sich aus: Von 2008 bis 2011 war er als bayerischer Finanzminister Chef der bayerischen Steuerverwaltung. (dpa-AFX)

Foto: DSGV

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Merkel besucht Altenheim: Pflegeberuf durch gute Löhne stärken

Es war nur eine Stippvisite bei einem, der den Pflegeberuf attraktiver machen will. Doch ihren Besuch bei dem engagierten Altenpfleger Ferdi Cebi in Paderborn verband die Bundeskanzlerin mit einer klaren Botschaft für die Pflegekräfte der Nation.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Nachfrage im im Osten so hoch wie nie

Wohneigentum ist in Ostdeutschland aktuell so gefragt wie nie zuvor. Neben klassischen Selbstnutzern bringt die Niedrigzinsphase laut der Landesbausparkasse (LBS) auch immer mehr Investoren dazu, nach sicheren Anlagen auf dem Immobilienmarkt zu suchen.

mehr ...

Investmentfonds

“Fatale Selbstüberschätzung bei Kryptowährungen”

Jeder Dritte Deutsche ist bereit, in Kryptowährungen wie Bitcoin zu investieren. Männer und Frauen haben dabei unterschiedliche Motive. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie ihr Wissen über Kryptowährungen überschätzen. Was viele Investoren nicht beachten:

mehr ...

Berater

Roboadvisor in der Anlageberatung – Sie werden immer besser

Robo-Advisor von Fintech-Unternehmen oder Banken sollen die Anlageberatung beleben und Privatkunden eine komfortable Hilfe bei der Geldanlage bieten. Wie gut die digitalen Helfer sind, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das im Auftrag des Nachrichtensenders n-t 17 Robo-Advisor-Lösungen von 15 Anbietern unter die Lupe genommen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse warnt erneut vor “Lockangebot”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG entrüstet sich erneut über ein Angebot, wonach den Anlegern der Kauf ihrer Fondsanteile weit unter dem Zweitmarktkurs angeboten wird. In diesem Fall ist die Diskrepanz besonders groß.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...