3. Juli 2018, 09:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Commerzbank verkauft Teilbereiche an Société Générale

Die Commerzbank vereinfacht ihr Geschäft. Der Verkauf von Bereichen der Firmenkundensparte – dem Derivate- und dem ETF-Geschäft – soll Freiräume schaffen. Hunderte Mitarbeiter sind betroffen.

Commerzbank verkauft Teilbereiche an Société Générale

Die Commerzbank senkt mit dem Verkauf Kosten und Risiken, allerdings werden künftig auch die Erträge der Sparte fehlen.

Die Commerzbank macht mit dem Verkauf der Sparte EMC einen weiteren Schritt bei ihrem Konzernumbau. Das in diesem Bereich gebündelte Geschäft mit Aktienderivaten und börsengehandelten Fonds (ETFs) geht wie erwartet an die französische Großbank Société Générale.

Einen Kaufpreis nannten die Institute auch auf Nachfrage nicht. Etwa 520 Mitarbeiter der Commerzbank sollen im Rahmen der Transaktion zur Société Générale wechseln.

Die Commerzbank senkt mit dem Verkauf Kosten und Risiken, allerdings werden künftig auch die Erträge der Sparte fehlen. “Wir vereinfachen unser Geschäft”, erklärte Commerzbank-Chef Martin Zielke in einer Mitteilung des Frankfurter Dax-Konzerns.

Commerzbank will Kostenbasis entlasten

Der Schritt setze zudem Kapital für das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden frei. Die Handelsbücher der Sparte sollen schrittweise übertragen werden, dies soll Ende 2018 beginnen.

“Daher werden aller Voraussicht nach die EMC-Erträge im Laufe des Jahres 2019 auslaufen”, teilte die Commerzbank mit. Die Sparte hatte im vergangenen Jahr Bruttoerträge von 381 Millionen Euro erwirtschaftet und damit rund vier Prozent der Gesamterträge des teilverstaatlichten Konzerns.

Auf der anderen Seite will die Commerzbank durch den EMC-Verkauf ihre Kostenbasis bis Ende 2020 um mindestens 200 Millionen Euro entlasten. Dies werde dabei helfen, das 2016 ausgerufene Sparziel zu erreichen.

Eigenkapitalmarktgeschäft nicht Teil der Transaktion

Bis 2020 will die Bank die jährlichen Kosten auf rund 6,5 Milliarden Euro senken. Die Aufwandsquote soll so auf weniger als 66 Prozent sinken. 2017 hatten die Verwaltungsaufwendungen knapp 7,1 Milliarden Euro betragen und damit fast 82 Prozent der bereinigten Erträge.

Die Société Générale verspricht sich nach eigenen Angaben von dem Einkauf “ein hohes Potenzial an Synergien”, der EMC-Bereich der Commerzbank ergänze das Geschäft des Instituts komplementär.

Nicht Bestandteil der Transaktion ist das Eigenkapitalmarktgeschäft, das beispielsweise das Begleiten von Unternehmen bei der Ausgabe von Aktien sowie den Aktienhandel umfasst. Auch das Geschäft mit Absicherungsprodukten für Rohstoffrisiken behält die Commerzbank. (dpa-AFX)

Foto: Commerzbank

 

Mehr Beiträge zum Thema Banken:

Öffentliche Banken mahnen Regulierungspause an

EBA: Banken unzureichend auf harten Brexit vorbereitet

Bürgerschaft soll Drei-Milliarden-Kredit für HSH Nordbank bewilligen

Ihre Meinung



 

Versicherungen

PKV-Versicherungspflichtgrenze: Die Messlatte wird höher gelegt

Auch im kommenden Jahr wird die Hürde für den Wechsel in die private Krankenversicherung für Arbeitnehmer höher. Nach dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 aus dem Bundesarbeitsministerium soll die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung ab dem kommenden Jahr 64.350 Euro betragen – ein Plus von 1.800 Euro (2020: 62.550 Euro) oder fast drei Prozent. Das sorgt für Unmut beim PKV-Verband.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Ökostrom-Anteil in diesem Jahr bisher bei rund 48 Prozent

Nahezu die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland wurde in den ersten neun Monaten des Jahres aus erneuerbaren Energien gedeckt. Der Ökostrom-Anteil soll weiter steigen.

mehr ...

Berater

Finanzstark ins digitale Zeitalter

Home-Office, Online-Handel, E-Business – nur einige Begriffe, die für den fundamentalen Wandel in der Unternehmenslandschaft stehen. Ein Wandel, der zwar schon vor Corona begann, aber durch die Pandemie eine neue Dynamik erreicht hat. Gastbeitrag von Dirk Oliver Haller, DFT Deutsche Finetrading 

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...