Wie viel Coaching braucht Führung 4.0?

Schneller, höher, weiter: Die Anforderungen an das vielbeschworene Arbeiten 4.0 stellt Führungskräfte vor neue Aufgaben. Vor allem wenn es um den Kampf um die besten Köpfe geht.

Gastbeitrag von Ilona Lindenau, Business-Coach

Ilona Lindenau: „Selbstreflexion ist eine Schlüsselqualifikation zu guter Führung und Mitarbeiterbindung.“

Die besten Talente warten in Zeiten der Digitalisierung nicht auf Headhunter. Sie agieren selbstbewusst und wissen um ihr Potenzial. Daher prüfen Führungskräfte von morgen die Führungskräfte von heute auf Herz und Nieren.

Und das nicht nur sprichwörtlich. Wer also erfolgreich und vor allem nachhaltig Nachwuchs rekrutieren will, braucht Stil, Empathie und eine gefestigte Persönlichkeit.

Drei Charaktereigenschaften, die nicht nur Kollegen und Mitarbeiter überzeugen, sondern auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Zukunftsausrichtung eines Unternehmens haben.

Wer führen will, muss coachen können

Selbstreflexion ist dabei eine Schlüsselqualifikation zu guter Führung und Mitarbeiterbindung. Je besser ich mich selbst als Mensch führe, desto besser kann ich auch andere Menschen führen.

Die Aufgabe klingt simpel und doch erfordert sie ein funktionierendes und anwendbares Instrumentarium: Umso reichhaltiger mein Methodenkasten zur Selbstführung bestückt ist, desto gezielter kann ich das Werkzeug Coaching auch beim Führen anderer anwenden.

Der Chef agiert damit als interner Coach, der seine Mitarbeiter bei der Entwicklung individueller Lösungen unterstützt, vorhandene Stärken und Potenziale erkennt und diese optimiert. Das Resultat sind motivierte Mitarbeiter, die als Botschafter ihres Unternehmens wiederum Außenstehende überzeugen können.

Die Botschaft ist klar: Wer künftig erfolgreich führen will, braucht Coaching-Kenntnisse. Nicht ohne Grund gilt Business Coaching mittlerweile als wesentlicher Bestandteil der Personalentwicklung und zählt zu den weltweit am schnellsten wachsenden Branchen.

Der Mensch im Mittelpunkt

Wie viel Coaching bedarf jedoch eine Führungskraft? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wer ein gesundes Verständnis für Ursachen und Zusammenhänge verfügt, kann souverän mit herausfordernden Mitarbeitern und Situationen umgehen.

Dabei ist es wichtig, unvoreingenommen und wertfrei im Umgang mit Mitarbeitern zu sein. Auch die Kunst des Zuhörens und der Reflektion will gelernt sein.

Wohlgemerkt: Die Rolle des Coachs ersetzt dabei nicht die Rolle des Vorgesetzten. Die Integration von Coaching-Fähigkeiten im Führungsalltag zu verankern heißt, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und dabei die Werte und Ziele des Unternehmens an den Menschen weiterzugeben.

Seite zwei: Möglichst authentisch bleiben

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