Die Märkte lieben es, die Deutsche Bank zu hassen

Der lang erwartete Umbauplan der Deutschen Bank scheint diesmal einschneidender und damit wohlmöglich wirkungsvoller zu sein als frühere Restrukturierungspläne des Instituts. Unserer Meinung nach liebt es der Markt, die Deutsche Bank zu hassen. Schließlich hat er schon viele Pläne kommen und gehen sehen und diesmal muss das Management zeigen, dass es wirklich liefern kann. Ein Kommentar von Mark Dowding, Partner und Chief Investment Officer von BlueBay.

Allerdings waren wir nie der Auffassung, dass die Deutsche Bank ein massives Risiko darstellt. Vielmehr halten wir die Liquidität der Bank für sehr robust, die Kapitalausstattung für angemessen und die Bilanzrisiken in der Wahrnehmung durch die Märkte für übertrieben.

Der nun angekündigte Plan wird dazu beitragen, die Risiken weiter zu verringern und endlich das anzupacken, was wir als Hauptprobleme ansehen: Die enorme Kostenbasis und der Mangel an einer fokussierten Strategie.

Nachgelagerte Teile bieten einen attraktiven Aufschlag

Während die Bewertung des Aktienkapitals und des zusätzlichen Kernkapitals während der Umsetzungsphase unter Vorbehalt stehen und damit volatil bleiben dürften, bieten unserer Meinung nach die eher nachgelagerten Teile der Kapitalstruktur einen attraktiven Aufschlag.

Generell haben wir eine konstruktive Haltung zur nachgeordneten Kapitalstruktur europäischer Finanzinstitute, wo wir überzeugende Bewertungen, eine sich verbessernde Kreditqualität, rückläufige Kreditausfälle und stetig steigende Kapitalquoten sehen.

Nebenbei bemerkt

Nach dem Regierungswechsel in Griechenland bevorzugen wir weiter griechische Staatsanleihen vor dem Hintergrund der starken Unterstützung des Landes durch die EU-Institutionen und verbesserter Wirtschaftsdaten. Generell finden wir an den Rändern Europas weiterhin werthaltige Investments. Neben Griechenland ist hier vor allem Italien zu nennen.

Foto: Shutterstock

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