Anzeige
Anzeige
20. September 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MSF-Fonds: Wo ist das Geld der Anleger?

Beim Amtsgericht Hamburg ist unter dem Aktenzeichen 67 c IN 312/05 das Insolvenzverfahren über den MSF Master Star Fund Deutsche Vermögensfonds I der Berliner DA Deutsche Anlagen AG eröffnet worden. Grund: Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung des Fonds.

Laut Bericht des Amtsgerichts stehen Passiva von rund 49 Millionen Euro lediglich rund 5,3 Millionen Euro Guthaben des Fonds gegenüber. Allein die Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber den Fondsanlegern belaufen sich demnach auf rund 43 Millionen Euro.

Bemerkenswert: Laut Gericht wurden mit den Geldern der Anleger bis heute lediglich so genannte ?graue Kosten? bezahlt. Wertpapiere seien nicht wie geplant erworben worden. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung haben verschiedene Anwaltskanzleien dies bereits zum Anlass genommen, im Namen ihrer Mandanten (Fondsanleger) gegen Verantwortliche des Fonds Strafanzeige wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug zu erstatten.

MSF-Geschäftsführer Walter Rasch weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück: ?Es ist vollkommen unerfindlich, wie die Anwälte darauf kommen, dass rund 37,3 Millionen Euro ausschließlich für ?graue Kosten? aufgebraucht worden wären?, so der Manager. ?Ebenso falsch ist, dass mit den Anlegergeldern keine Investitionen getätigt wurden, sondern das komplette Kapital für so genannte ?graue Kosten? verbraucht wurde.? Laut Rasch wurden alle Gelder nach Freigabe durch den Mittelverwendungskontrolleur Deloitte, München, entsprechend der prospektierten Planung verwendet.

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jens-Sören Schröder aus Hamburg ernannt. Am 14. Oktober findet im Amtsgericht Hamburg eine Gläubigerversammlung statt, auf der über den weiteren Gang des Verfahrens beraten werden soll.

Hintergrund: Der MSF-Fonds wurde 2004 emittiert und sollte ursprünglich ein Volumen von rund 200 Millionen Euro erreichen, das in ein Portfolio aus Immobilien, Wertpapieren, Hedgefonds und Private-Equity-Beteiligungen investiert werden sollte.

Mitte 2005 jedoch schloss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Fonds unter dem Vorwurf, der Fonds betreibe Finanzkommissionsgeschäfte ohne die dafür erforderliche Erlaubnis der Bonner Aufsichtsbehörde. Bis zu dem Zeitpunkt hatten Anleger bereits die rund 43 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt, über die nun gestritten wird.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...