Anzeige
Anzeige
6. Januar 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Viele Fonds nicht ?fernabsatzfähig?

Obwohl das Gesetz zur Änderung der Vorschriften über Fernabsatzverträge bei Finanzdienstleistungen bereits seit dem 8. Dezember 2004 in Kraft ist, haben noch längst nicht alle Initiatoren ihre Prospekte mit den erforderlichen Hinweisen ausgestattet. Von den derzeit bei der Internetplattform efonds24.de gelisteten 104 Angeboten haben lediglich 46 Angebote den Zusatz ?fernabsatzfähig?.

Anwendung findet das Gesetz bei allen Finanzdienstleistungen, die ausschließlich über Fernkommunikationsmittel zustande kommen. Dabei müssen einem Verkaufsprospekt diverse Angaben, wie beispielsweise eine ladungsfähige Adresse der Projektverantwortlichen, Mindestlaufzeiten der Verträge sowie Risiken in Extra-Dokumenten beigefügt werden. Besonders wichtig im Rahmen des Gesetzes ist die Einführung einer Widerrufsfrist von zwei Wochen, bei Lebensversicherungen und Verträgen für die Altersvorsorge sind es 30 Tage.

Ein Grund dafür, dass jedoch so viele Prospekte noch nicht erweitert wurden, ist die Annahme der betroffenen Emissionshäuser, dass ihre Geschäftstätigkeit nicht unter das Gesetz fällt, weil die Fonds nach Aussage der Emittenten ausschließlich in persönlichen Gesprächen vermittelt werden. Zwar wird im Markt bereits spekuliert, ob nicht auch in persönlichen Gesprächen vermittelte Fonds unter die Fernabsatzregel fallen, weil der Vermittler rechtlich als reiner Bote eingestuft werden könnte. Das entscheidende Informationsmedium beim Vertrieb von unternehmerischen Beteiligungen sei der Verkaufsprospekt (siehe etwa DFI-Gerlach-Report Ausgabe 51/04).

Dennoch: Die Verantwortlichen beispielsweise bei der Fundus-Gruppe, Düren, sind anderer Meinung. ?Wir haben den Sachverhalt von unseren Rechtsexperten prüfen lassen und das Gutachten fiel so aus, dass unsere Tätigkeiten nicht von diesem Gesetz betroffen sind?, erklärt Fundus-Generalbevollmächtigter Johannes Beermann.

Auch der Münchener Initiator RWB hat seine Prospekte noch nicht aktualisiert. ?Das Thema pressiert bei uns noch nicht so sehr, weil unsere Berater ausschließlich mit Gesprächsprotokollen arbeiten?, begründet die Justitiarin bei RWB, Ulrike Scholz. ?Trotzdem werden wir die Sache demnächst in Angriff nehmen.?

Andere Emittenten sind vorsichtiger. Das Dortmunder Emissionshaus Dr. Peters etwa ist ebenfalls der Überzeugung, dass ihre Fondsvermittlung nicht betroffen ist. Das Unternehmen geht jedoch lieber auf Nummer sicher und hat die Prospekte entsprechend ergänzt.

Das Fernabsatzgesetz inklusive Muster für die Widerrufsbelehrung können hier hier abgerufen werden.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Thomas Bischof neu im Vorstand der Württembergischen

Thomas Bischof, derzeit Leiter Konzernentwicklung bei Munich Re, übernimmt mit Wirkung zum 1. Juli die Verantwortung bei den Versicherungstochtergesellschaften der Wüstenrot & Württembergischen. Zudem ist nach Angaben des Unternehmens beabsichtigt, dass er im Laufe des Jahres 2018 zu deren Vorstandschef berufen und als Geschäftsfeldleiter Versicherungen ins Management Board der W&W-Gruppe einziehen wird.

mehr ...

Immobilien

Offener Immobilienfonds Hausinvest erwirbt Seattle-Zentrale von Facebook

Die Commerz Real hat den Büroneubau Dexter Station in Seattle im US-Bundesstaat Washington für ihren offenen Immobilienfonds Hausinvest erworben. Das Objekt ist mit einem Vertrag über zehn Jahre an Facebook vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Fed betritt mit Geldpolitik unbekanntes Terrain

Nach Jahren der lockeren Geldpolitik steht ein Epochenwechsel ins Haus. In den USA dürfte die Notenbank Fed in diesem Jahr mit der Verringerung ihrer Bilanzsumme beginnen und damit terra incognita betreten. Die Folgen für die Leitzinsentwicklung

mehr ...

Berater

Schenkungsvertrag: Rückforderungsrecht als Reißleine

Geschenktes darf man nicht zurückverlangen? Das sieht der Gesetzgeber bei Schenkungsverträgen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge anders. Mit einer pfiffigen Vertragsgestaltung kann der Unternehmer jederzeit die “Reißleine” ziehen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Showdown im Poker um die Rickmers-Reederei

In einem 35 Seiten starken Papier begründet die Rickmers Holding AG, warum die Alternative zum Restrukturierungskonzept nur ein Insolvenzantrag ist und schließt Nachverhandlungen aus. Die Entscheidung fällt in der Gläubigerversammlung am 1. Juni.

mehr ...

Recht

Nachteile durch komplizierte Bauverträge

Richtet sich ein Bauvertrag nicht allein nach dem BGB sondern enthält zusätzlich Klauseln des VOB/B, wird er für Laien schnell unverständlich. Das Baufinanzierungsportal Baufi24 rät Bauherren zur Vorsicht.

mehr ...