Anzeige
3. August 2007, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DPM: Ex-Senator unterliegt in zweiter Instanz

Das Kammergericht Berlin hat die Verurteilung von Walter Rasch auf Zahlung von 13.000 Euro Schadenersatz an zwei Anleger des Deutschen Vermögensfonds 1 bestätigt (Aktenzeichen: 17 U 33/06). Der ehemalige Berliner Schulsenator Rasch war Vorstand der DPM Deutsche Portfoliomanagement AG, Braunschweig, die als Gründungsgesellschafterin und Komplementärin des Fonds fungierte.

Nach Angaben der Münchener Kanzlei CLLB Rechtsanwälte, die das Verfahren führte, handelt es sich bei den beiden Beschlüssen um die ersten obergerichtlichen Entscheidungen, in denen Rasch zu Schadensersatz verurteilt wurde (das Kammergericht Berlin entspricht dem Oberlandesgericht in anderen Bundesländern). Die Kanzlei führt nach eigenen Angaben ?insgesamt rund 25 Klageverfahren? gegen Rasch.

Hintergrund: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte vor zwei Jahren die Abwicklung des Fonds angeordnet, da er nicht über die erforderliche Zulassung für Finanzkommissionsgeschäfte verfüge, woraufhin der Fonds Insolvenz anmelden musste. Die Verfügung wurde nach einem Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs im März 2006 von der BaFin allerdings wieder ausgesetzt.

Das Kammergericht lässt nun die Frage offen, ob der Prospekt dieses Risiko trotzdem hätte thematisieren müssen. Dies könne?dahingestellt bleiben?. Es begründet die Haftung des Ex-Senators mit einem anderen Prospektfehler: Unzureichende Informationen über die Beteiligung an der neu gegründeten Vertriebsgesellschaft Invictum, in die der Fonds einen wesentlicher Teil seines Vermögens investierte.

?Es wird nicht klar, in welchem hohe Maße der Anlageerfolg des Fonds von der Investition in die Invictum abhing und welche hohen Risiken sich mit dieser Investition verbinden würden?, heißt es in der Beschlussankündigung des Gerichts, die cash-online vorliegt. Daraus geht auch hervor, dass über die Invictum rund sieben Millionen Euro mittelbar an die C.S. Customer Service Center GmbH, ein Unternehmen der mittlerweile insolventen Göttinger Gruppe, fließen sollten.

Pikant: Das Prospektgutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche hatte die Vollständigkeit, Richtigkeit und Klarheit des Prospekts gemäß dem Prüfungsstandard IDW S 4 bestätigt. Deloitte bestätigte gegenüber cash-online auf Anfrage in einer knappen schriftlichen Stellungnahme, den Prospekt beurteilt zu haben, und schreibt weiter: ?Deloitte hat sich insoweit nichts vorzuwerfen.? (gei/sl)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Berufstätige Frauen und Mütter stärken die Rentenversicherung

Eine deutlich stärkere Erwerbsbeteiligung von Müttern könnte die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2050 um insgesamt rund 190 Milliarden Euro entlasten. Zugleich würde der Staat rund 13,5 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen einsparen. Zudem würde das Rentenniveau steigen, bei niedrigeren Beiträgen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Immobilien

Hypoport erweitert Geschäftsbereiche durch Übernahme von FIO Systems

Die Hypoport AG übernimmt die Leipziger FIO Systems AG und erweitert damit ihr Leistungsspektrum. FIO Systems ist ein Spezialanbieter webbasierter Branchenlösungen für die Finanz- und Immobilienwirtschaft.

mehr ...

Investmentfonds

Hemmer neuer Vertriebs-Chef bei Carmignac

Der französissche Asset Manager Carmignac ernennt Nils Hemmer zum Country Head für Deutschland und Österreich. Mit Sitz in Frankfurt wird er im Juli die Leitung des deutschen und österreichischen Geschäfts übernehmen.

mehr ...

Berater

Prominente Unterstützung für Insurtech Ottonova

Der digitale Krankenversicherer Ottonova hat Seriengründer, Tech-Investor und TV-Star Frank Thelen (“Die Höhle der Löwen”) als Unterstützer gewonnen. Seine Beteiligungsfirma Freigeist Capital ist allerdings nicht direkt an Ottonova beteiligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Sehr attraktives Marktumfeld mit historisch günstigen Schiffswerten”

Die Ernst Russ AG (vormals HCI Capital) hat das Geschäftsjahr 2017 mit Gewinn abgeschlossen und nach eigener Darstellung die strategische Neupositionierung erfolgreich fortgesetzt. Dazu zählen auch wieder Schiffe.

mehr ...

Recht

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...