Anzeige
Anzeige
12. August 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BaFin: Keine weitere Regulierung geplant

Karl-Burkhard Caspari, Exekutivdirektor bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Frankfurt und Bonn, erwartet keine weitere Regulierung für geschlossene Fonds. Das geht aus einem Interview mit dem Chef der Wertpapieraufsicht in der aktuellen Ausgabe von Cash. hervor (ab 14. August im Handel).

Er widerspricht damit der Erwartung eines Großteils der Branche, wonach vor allem im Rahmen einer weiteren Umsetzung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID zusätzliche gesetzliche Reglementierungen erfolgen werden. Caspari dazu: ?Die Bundesregierung hat klar entschieden, dass geschlossene Fonds nicht unter die MiFID fallen. Mir sind keine derartigen Diskussionen auf politischer Ebene bekannt.?

Keine Änderung des Verkaufsprospektgesetzes

Eine Veränderung des Verkaufsprospektgesetzes oder des Prüfungsauftrags an die BaFin sei ebenfalls nicht geplant. Beides habe sich bewährt, betont der Exekutivdirektor der Aufsichtsbehörde, in dessen Verantwortungsbereich die seit drei Jahren notwendige Prüfung und Gestattung der Prospekte von geschlossenen Fonds fällt.

Caspari räumt auch mit verbreiteten Fehleinschätzungen über den Umfang der BaFin-Prüfung auf. Die Behörde prüfe weder die Plausibilität der Fonds noch die Vollständigkeit der Risikohinweise im Prospekt. ?Es liegt in der Verantwortung des Anbieters, über welche Risiken er im Prospekt informiert?, sagt Caspari. ?Wenn er im Prospekt versichert, dass er alle wesentlichen Risiken abschließend benannt hat, müssen wir von der Vollständigkeit ausgehen?, so der Exekutivdirektor weiter. Selbst bei offensichtlichen inhaltlichen Lücken interveniert die Behörde demnach nicht. Die Richtigkeit der Angaben ist ohnehin nicht Gegenstand der BaFin-Prüfung.

Inhaltliche Vollständigkeit verantwortet der Anbieter

Die Behörde untersucht lediglich, ob der Prospekt bestimmte Mindestangaben enthält. Diese reichen jedoch unter Umständen nicht aus, um die Vermögensanlage wie gesetzlich vorgeschrieben so darzustellen, dass der Anleger sie zutreffend beurteilen kann. Auch BaFin-gestattete Prospekte können demnach unvollständig sein.

?Welche Informationen im Einzelfall über die Mindestangaben hinaus notwendig sind, entscheidet und verantwortet wiederum allein der Anbieter?, sagt Caspari und rät den Initiatoren mit Blick auf die zivilrechtliche Haftung, ?so viele Angaben wie möglich zu machen.? (sl)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

ÖPPs sollen für bessere Einkommensabsicherung sorgen

Öffentlich-private Partnerschaften (“Public-private-Partnership”) zwischen Regierung, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und Einzelpersonen können der entscheidende Lösungsansatz sein, um Lücken in der Einkommensabsicherung zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Zurich Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel: Modebranche vor dem Umbruch

Die Anforderungen der Kunden an den Einzelhandel ändern sich. Damit ändern sich auch die Ansprüche der Mieter. Welche Herausforderungen die Branche erwartet und welche Vorstellungen die Mieter von Handelsimmobilien von der Zukunft haben, hat der Investor in Handelsimmobilien ILG untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...