Lloyd Fonds stoppt den Vertrieb des ?Smart Shipping Invest?

Das börsennotierte Emissionshaus Lloyd Fonds hat den Vertrieb des geschlossenen Fonds Smart Shipping Invest noch vor dem offiziellen Start (cash-online berichtete hier) vorerst ausgesetzt. Der Fonds sollte in den von der Lloyd Fonds AG gemeinsam mit Sal. Oppenheim initiierten offenen Schiffsfonds ?LF Open Waters OP? investieren.

Die Hamburger begründen den vorläufigen Stopp damit, dass aktuelle Unsicherheit darüber herrsche, ob der Fonds unter den in verschiedenen Gesetzgebungsverfahren thematisierten Begriff der Anlageverwaltung falle und somit als erlaubnispflichtiges Geschäft nach Paragraf 32 KWG anzusehen wäre. Es gäbe dazu mehrere Gesetzentwürfe des Bundesfinanzministeriums, deren Interpretation leider nicht für die wünschenswerte Klarheit sorge. Hinzu komme, dass von einem anderen Emissionshaus derzeit ein ähnliches Produkt vertrieben werde, das zwar die Gestalt eines geschlossenen Fonds habe, faktisch aber den Anlegern ein jederzeitiges Kündigungsrecht einräume und damit zur Rechtsunsicherheit beitrage.

Laut Lloyd Fonds ist das grundsätzliche Problem bei der Prospektierung des Fonds bekannt gewesen und mit einem entsprechenden Risikohinweis im Prospekt thematisiert worden. Die rechtlichen Berater seien in ihren Stellungnahmen bislang aber davon ausgegangen, dass der Vertrieb des Fonds kein erlaubnispflichtiges Geschäft darstelle. Trotzdem habe Lloyd Fonds mit der Maßnahme den Vertrieb des „Smart Shipping Invest“ vorläufig auszusetzen der Rechtssicherheit für Anleger und Vertriebspartner Vorrang vor dem Platzierungsergebnis gegeben. Eigenen Angaben zufolge soll der Stopp so lange bestehen bleiben, bis eine verlässliche Auskunft darüber vorliegt, ob der Fonds in seiner derzeitigen Struktur platziert werden kann. (te)

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