Private-Equity-Branche übt sich in Zuversicht

Private-Equity-Manager sehen ihre Branche nach dem ersten Schock durch die Auswirkungen der Subprime-Krise auf dem Wege der Besserung. So lautet das Ergebnis des aktuellen Private-Equity-Survey der Münchner Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH.

Nachdem das Jahr 2007 für die Branche verheißungsvoll begonnen hatte, schränkten die großen Kreditgeber ihre Aktivitäten infolge der Subprime-Turbulenzen ab dem dritten Quartal erheblich ein. Im vierten Quartal ging die Übernahmetätigkeit stark zurück. Das Volumen im deutschen Markt sank Zahlen des kanadischen Researchers Thomson Financial zufolge binnen Jahresfrist um 60 Prozent auf 17,1 Milliarden US-Dollar. Insgesamt ging das Dealvolumen in Deutschland nach Deloitte-Angaben im zweiten Halbjahr 2007 von 260 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro zurück. Megadeals mit einem Transaktionswert von über einer Milliarde Euro wurden zur Ausnahme.

Trotzdem habe sich die Stimmungslage innerhalb der Branche verbessert, die Hälfte der 1.200 im Rahmen der Deloitte-Studie befragten Manager rechnen mit einer Entspannung der Lage und gehen von einer deutlichen Zunahme des durchschnittlichen Deal-Volumens aus. ?Das zweite Halbjahr hat gezeigt, dass insbesondere größere Deals von den indirekten-Effekten auf den Private-Equity-Markt betroffen waren. Fraglich bleibt, ob man von einer Krise sprechen kann, oder ob nur eine Marktkonsolidierung für Beteiligungskapital stattgefunden hat?, meint Karsten Hollasch, Partner M&A Transaction Services bei Deloitte. ?Fakt ist, dass die momentane Situation keine Knappheits- sondern eher eine bankenseitige Vertrauenskrise ist?, so der Experte weiter.

Allerdings gehen über 50 Prozent der Manager künftig von einem verschärften Wettbewerb innerhalb der Branche aus und bestätigen damit Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG aus dem Februar dieses Jahres (cash-online berichtete hier).Hollasch ist dennoch der Meinung, dass die Kreditmarkt-Krise den Private-Equity-Markt nur vordergründig schwer getroffen hätte, tatsächlich habe die Dealanzahl auch im zweiten und dritten Quartal des zurückliegenden Jahres weiter zugenommen. Besonders für die mittelständisch geprägte deutsche Branche hätten die Banken auch künftig Finanzierungskonzepte verfügbar. Entsprechend gering würden sich die weiteren Auswirkungen der Konsolidierung des US-Subprime-Marktes für deutsche Private-Equity-Fonds ausnehmen. (hb)

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