Anzeige
17. November 2009, 10:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Schwarz-Gelb ist keine Gefahr für bestehende Fonds”

Grüne Beteiligungen sind auf der Überholspur. Daniel Kellermann, Geschäftsführer des Info-Portals Green Value, erklärt im cash-online-Interview, warum Erneuerbare Energien noch viel Potenzial haben, und Anleger sich nicht vor Schwarz-Gelb fürchten müssen.

Greenenergy in Schwarz-Gelb ist keine Gefahr für bestehende Fonds

Interview: Hannes Breustedt

cash-online: Geschlossene Fonds liegen seit Ausbruch der Finanzkrise wie Blei in den Regalen der Vertriebe, die Platzierungszahlen sind dramatisch eingebrochen. Einzig das Volumen von grünen Beteiligungen, vor allem Energiefonds, legt kontinuierlich zu. Warum?

 

DKellermannLR-127x150 in Schwarz-Gelb ist keine Gefahr für bestehende Fonds

Kellermann: Grüne Beteiligungen, insbesondere Energiefonds, sind kaum konjunkturabhängig, wie es beispielsweise beim Immobilien- oder Frachtgeschäft der Fall ist. Nahezu weltweit herrscht die einhellige Meinung, dass Erneuerbare-Energien- und Umwelttechnologien aus Gründen des Umweltschutzes auf- und ausgebaut werden müssen. Die verschiedenen Länder forcieren den erforderlichen Ausbau deswegen mit nationalen Förderprogrammen. Das bietet Investoren Stabilität und Sicherheit. Private Anleger und institutionelle Investoren wie Energieversorger oder Versorgungswerke haben die Vorteile erkannt. Immer mehr Initiatoren tun das auch, und stellen sich mit neuen Produkten darauf ein.

cash-online: Woran erkennen Vermittler und Anleger unseriöse Anbieter, Trittbrettfahrer und Novizen, die durch den Boom auf den Plan gerufen werden?

Kellermann: Mangelnde Transparenz und unrealistisch hohe Renditeversprechen sind Kennzeichen unseriöser Anbieter. Dass Initiatoren, die aus anderen Fondsbereichen kommen, jetzt auf den Umweltfondszug aufspringen, ist grundsätzlich nicht verwerflich. Problematisch wird es dann, wenn beispielsweise technische Risiken oder die eigenen Spielregeln des Energiemarktes unterschätzt oder verkannt werden. Beispielsweise kann eine fehlende Baugenehmigung, eine fehlende Finanzierungszusage oder zu geringe Eigenkapitalplatzierungsstärke ein Projekt ins Stocken oder gar zum Kippen bringen. All diese Punkte gehören zu den üblichen Projektrisiken die auch grüne Fonds aufweisen. Sie sind in der Regel lösbar und, falls bei Fondsstart noch nicht gelöst, als Risiken entsprechend zu kennzeichnen.

cash-online: Müssen Anleger ihr ökologisches Bewusstsein mit Abstrichen bei der Rendite bezahlen?

Kellermann: Klares Nein. Grüne Beteiligungen haben sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt. Nicht erst seit dem Wegfall der steuerlichen Verlustzuweisungen stehen Ausschüttungen und Rendite im Vordergrund. Die gesamte Branche der Erneuerbare-Energien- und Umwelttechnologien, dazu gehören die technischen Zulieferer, Serviceunternehmen und Versicherungen, haben sich in den letzten Jahren professionell aufgestellt. Ein neuer Wirtschaftszweig ist entstanden, in dem Abstriche bei den Investorenrenditen keinen Platz haben. Andernfalls gäbe es ihn nicht.

cash-online: Nicht nur das Volumen, sondern auch die Beteiligungsangebote am Markt haben deutlich zugenommen. Welche Produkttrends beobachten Sie?

Kellermann: Aktuell steht die Stromerzeugung aus Sonnenenergie bei neuen und etablierten Anbietern hoch im Kurs. Neben Deutschland liegen Projektstandorte in Spanien und Italien nach wie vor im Trend. Nach und nach dürften auch die ersten Solarprojekte in Griechenland und Tschechien realisiert werden und diese Länder als Projektstandort an Bedeutung gewinnen.  Zu beobachten ist auch, dass einige Emittenten mit Blindpool Fonds starten und Portfolios aus Energieanlagen, beispielsweise Biogas- oder Photovoltaikanlagen, zusammenstellen. Bei zunehmendem Wettbewerb um Energieprojekte könnte diese Fondskonzeption an Beachtung gewinnen. Denn mit einem gefüllten Portemonnaie ist eine Einkaufstour erfolgreicher.

Lesen Sie auf Seite 2, warum Windkraft trotz ertragsschwächerer Jahre noch viel Luft nach oben hat.

Weiter lesen: 1 2 3 4

2 Kommentare

  1. Wann wird man begreifen daß das Wort “Sicher” schon längst aus den Lexicum genommen wurde.

    Kommentar von Rieckheer — 18. November 2009 @ 12:59

  2. Leider rechnen sich viele Konzepte nur über staatliche Garantien.
    Diese sind leider in der Zukunft nichts Wert.
    Deshalb würde ich keinem meiner Mandanten ein solches Investment empfehlen.

    Kommentar von Stauch Peter — 17. November 2009 @ 20:47

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Ausbildung, Studium, Arbeitslosigkeit: Wie Schulabgänger versichert werden

Für viele Schulabgänger beginnt der Ernst des Lebens mit einer Ausbildung, andere starten ins Studium. Wer keinen Platz für die Lehre oder an der Uni ergattert hat, ist möglicherweise erst einmal arbeitslos. Je nach Situation muss die Vorsorge und Krankenheitsabsicherung anders geregelt werden.

mehr ...

Immobilien

Warum die Maßnahmen des Wohngipfels verpuffen

Der Wohngipfel, der am Freitag in Berlin stattfand, um Lösungen für die Wohnungsnot und gegen die galoppierenden Mieten in Deutschland zu finden, kann laut Ifo-Institut nur ein erster Schritt sein. 

mehr ...

Investmentfonds

Warum der US-Handelskrieg eine Chance für die EU ist

Amerikas saure, nicht süße Handelspolitik zwingt China, Alternativen zu suchen. So belebt Peking die eurasische Seidenstraße wieder und holt Russland mit ins Boot. Beide Länder verbindet sicher keine Liebesbeziehung, aber für eine Vernunftehe gegen den gemeinsamen Feind USA reicht es allemal. Könnte man auch noch Europa anbinden, würde sich der bislang zeitintensive Seeweg chinesischer Exporte in die westliche Welt erheblich verkürzen. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Plausibilitätsprüfung! Unbegrenztes Haftungsrisiko für Vermittler?

Anlagevermittler sehen sich vor Gericht nicht selten dem Vorwurf ausgesetzt, sie hätten die Plausibilität des Prospekts nicht geprüft. Wo sind die Grenzen und wie können Vermittler Pflichten reduzieren?

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium veröffentlicht geprüften Portfoliobericht

Solvium Capital, Anbieter von Direktinvestments in Container und Wechselkoffer, hat den aktuellen Portfoliobericht des Unternehmens vorgelegt. Anders als offenbar beim ehemaligen Konkurrenten P&R läuft demnach alles vertragskonform.

mehr ...

Recht

Welche finanziellen Vorteile die Eheschließung bringt

Heiraten – ja oder nein? Keine einfache Entscheidung, doch auch neben der Liebe gibt es gute Gründe dafür. Die Experten der DVAG erklären, wie sich Eheleute bei Steuern und Versicherungen besserstellen können und geben Tipps, was sie beachten sollten.

mehr ...