VGF kritisiert BaFin-Regulierungspläne

Der VGF Verband Geschlossene Fonds kritisiert die jüngsten Pläne der Finanzaufsicht BaFin, den sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“ künftig strenger zu kontrollieren. Der Branchenverband spreche sich zwar grundsätzlich für eine strengere Regulierung geschlossener Fonds aus, sei aber bei der Frage der Umsetzung anderer Meinung als die BaFin.

Aufsicht will mehr Kontrolle für „Grauen Kapitalmarkt“

Hintergrund: Die Aufsichtsbehörde hat dem Bundestag vorgeschlagen, den Vertrieb von „kollektiven Anlagemodellen“ – gemeint sind in erster Linie geschlossene Beteiligungen, aber auch Bereiche des Marktes für Namensschuldverschreibungen und Genussrechte – besser zu überwachen und zu diesem Zweck ihre Zuständigkeiten auszuweiten.

Bislang prüfen die Aufseher Prospekte für Beteiligungen lediglich auf deren formale Richtigkeit. In ihrem aktuellen Bericht an den Finanzausschuss regt die BaFin nun an, geschlossene Fonds im Kreditwesen- und im Wertpapierhandelsgesetz als „Finanzinstrumente“ einzustufen. Für deren Vertrieb gelten strengere Auflagen. So müssen interne Kosten und Vermittlerprovisionen aufgedeckt werden.

VGF: Einstufung als „Finanzinstrumente“ keine Lösung

Nach Ansicht von VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba geht es am Ziel vorbei, geschlossene Fonds als Wertpapiere einzustufen, das habe sich schon in der Diskussion um die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFid gezeigt. „Die Anteile sind nicht übertragbar, ein liquider Handel fehlt bekanntermaßen ebenso“, erklärt Romba gegenüber cash-online

Die Kategorisierung würde zudem bedeuten, dass Prospekte nach dem Wertpapierprospektgesetz erstellt werden müssen. Das allerdings wäre, so Romba, ein klarer Rückschritt, denn im Gegensatz zum Verkaufsprospekt enthalte der Wertpapierprospekt nur vergangenheitsbezogene Angaben und keine Prognosen.

„Besser wäre es, zusätzlich zur formellen Prospektprüfung die inhaltliche Prüfung festzuschreiben – und zwar in einem eigenen Vermögensanlagengesetz, das dem Produkt, seinem Vertrieb und den Anforderungen an einen wirksamen Anlegerschutz auch tatsächlich gerecht wird“, so Romba weiter.

FDP-Finanzexperte: BaFin hat schon genug Probleme

Skeptisch gegenüber den Plänen der Allfinanzaufsicht äußerte sich auch FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. „Ich habe Zweifel bezüglich der Ausweitung der Aufsicht durch die BaFin, da sie schon im bisherigen regulierten Bereich genug Probleme hat“, erklärte Schäffler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach VGF-Angaben sammelten die deutschen Anbieter geschlossener Fonds im vergangenen Jahr 8,3 Milliarden Euro bei privaten Anlegern ein. (hb)

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