Anzeige
Anzeige
3. August 2010, 15:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

KWAG-Anwalt Gieschen: “Keine Klageflut durch BGH-Urteil”

Der BGH hat entschieden, dass Anleger auf Prospektangaben ihrer Berater vertrauen können. Inzwischen liegt die schriftliche Urteilsbegründung vor. Anlegeranwalt Jens-Peter Gieschen erklärt im Interview, was die Entscheidung für die Vermittlerpraxis bedeutet.

Justizia in KWAG-Anwalt Gieschen: Keine Klageflut durch BGH-Urteil

Wie vergangene Woche berichtet, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Grundsatzurteil (Az: III ZR 249/09) beschlossen, dass Vermittler geschlossener Fonds sich künftig nicht mehr darauf berufen können, dass Anleger die Risiken einer Beteiligung durch Studium der Emissionsprospekte selbst recherchieren müssen.

In der Vergangenheit wurde das Ignorieren des Prospekts durch den Anleger von verschiedenen Gerichten als grob fahrlässig bewertet. Das hatte bedeutet, dass die dreijährige Verjährungsfrist, in der Anleger Schadensersatzansprüche geltend machen können, mit Übergabe des Prospekts ausgelöst wurde.  Bei langfristigen Investments wie geschlossenen Fonds ein erheblicher Nachteil für Anleger.

Der BGH hat diese Rechtsprechung mit seinem jüngsten Urteil kassiert. In der inzwischen veröffentlichten schriftlichen Urteilsbegründung wird deutlich: Entscheidend ist, was der Berater im Gespräch sagt, nicht was im Prospekt steht. Es stellt somit keine grobe Fahrlässigkeit dar, wenn der Anleger auf die Erklärungen des Beraters vertraut und diese Angaben nicht nochmals anhand des Verkaufsprospektes überprüft. Die Verjährungsfrist beginnt demzufolge erst dann, wenn der Anleger erkennt, dass die Angaben des Beraters mit denen des Prospekts nicht übereinstimmen.

Rechtsanwältin Dr. Petra Brockmann, Partnerin der Kanzlei Hahn, die das Urteil für einen Anleger erstritten hat, misst der richterlichen Entscheidung höchste Bedeutung bei. Zahlreiche Gerichte hätten die Klagen von geschädigten Anlegern bisher wegen angeblicher Verjährung abgewiesen. Das könne künftig nicht mehr geschehen.

Was bedeutet die neue Rechtsprechung für die Vermittlerpraxis? Droht nun eine Klagewelle?

Seite 2: KWAG-Anwalt Gieschen im Interview

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Hallo, zur info

    Kommentar von silvia — 15. Juni 2011 @ 19:23

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...