Vergleichsangebot: VIP-Anleger machen Tabula Rasa

Das Vergleichsangebot der Commerzbank und der Hypo Vereinsbank (HVB) an Anleger der Medienfonds VIP 3 und 4 findet offensichtlich auf breiter Front Akzeptanz. Nach Angaben von Anlegeranwälten haben mindestens neun von zehn Investoren die Ende Februar auslaufende Offerte der Banken bereits angenommen.

Jens-Peter Gieschen, KWAG
Jens-Peter Gieschen, KWAG

Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen erklärte gegenüber der „Financial Times Deutschland“ (FTD), dass 95 Prozent der rund 1.200 von seiner Kanzlei KWAG vertretenen VIP-Anleger sich auf den Kompromiss eingelassen haben.

Katja Fohrer, Mattil & Kollegen
Katja Fohrer, Mattil & Kollegen

Laut Katja Fohrer von der Kanzlei Mattil & Kollegen, die 300 Anleger vertritt, stimmten 90 Prozent der Klienten zu.

Hintergrund: HVB und Commerzbank bieten den VIP-Anlegern 95 Prozent der selbst erbrachten Bareinlage (54,5 Prozent der Fondsbeteiligung). Zudem verzichtet die HVB darauf, ihre Darlehen einzufordern, die weitere 45,5 Prozent der Beteiligung ausmachen. Auf diese Weise sollen Anleger ihre Einlagen des Flop-Investments bis zum Laufzeitende fast komplett zurückerhalten.

Vorgeschichte: Die Geldhäuser waren Vertriebspartner des Filmfondsanbieters VIP. Mit mehr als 13.000 Anlegern und 750 Millionen Euro platziertem Kapital war das Münchner Unternehmen führend im Markt für Medienfonds.

Nachdem der Gesetzgeber den Beteiligungskonzepten die steuerlichen Vorteile aberkannt hat, rechnen sich die Geschäftsmodelle der Fonds für Investoren nicht mehr. Schlimmer noch: Die Finanzämter fordern mitunter Steuernachzahlungen in erheblichem Umfang. Seit drei Jahren tobt deshalb ein Rechtsstreit an unterschiedlichen Fronten. (hb)

Fotos: Cash.; Mattil & Kollegen; Shutterstock

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