Fondskolosse: Höher, schneller, weiter…

Derzeit bieten Emissionshäuser wie die DFH von Michael Ruhl Fonds mit Eigenkapitalvolumina von mehr als 100 Millionen Euro auf den Markt. Können die Konzepte der „Megafonds“ aufgehen?



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Text: Andreas Friedemann

Als „langweilige Sensation“ bezeichnet Michael Ruhl (Foto oben), Vorstand des Stuttgarter Emissionshauses DFH Deutsche Fonds Holding AG, den neuesten Immobilienfonds seines Hauses. Beteiligungsangebot Nummer 98 sieht vor, insgesamt 361 Millionen Euro in einen Neubaukomplex am Düsseldorfer „Seestern“ zu investieren. Nach der für Ende 2012 geplanten Fertigstellung des Fondsobjektes sollen 5.000 Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters Vodafone darin tätig sein, der in dem Gebäudeensemble seine Deutschlandzentrale unterbringen möchte.

„Sensationell“ meint neben der Architektur schlicht die Größe des Bauvorhabens: Auf dem knapp 27.000 Quadratmeter großen Grundstück, das die Fondsgesellschaft ebenfalls erwirbt, sollen insgesamt rund 111.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche errichtet werden. Kernstück des geplanten Komplexes ist ein ellipsenförmiger Turm mit 19 Etagen und einer Höhe von rund 75 Metern, der die Düsseldorfer Skyline prägen wird. Hinzu kommen weitere Gebäude mit sechs beziehungsweise neun Stockwerken, in denen weitere Büro- und Konferenzräume, Eventflächen und ein Vodafone-Test-Center untergebracht werden sollen. Daneben werden sie Geschäfte, einen Friseur und Fitnessbereich, Restaurants sowie eine Kindertagesstätte beherbergen. In dem geplanten Parkhaus und der Tiefgarage können 2.200 Pkw abgestellt werden.

„Langweilig“ ist aus Sicht Ruhls der Mietvertrag mit dem bonitätsstarken und „weltweit größten Mobilfunkanbieter“ insofern, als er 20 Jahre lang weilen soll und neben einer Indexierung zwei Verlängerungsoptionen zu je fünf Jahren vorsieht. Theoretisch könnte Vodafone den Schwaben bis Dezember 2042 als Mieter erhalten bleiben. Bis dahin ist viel Zeit. Näher liegt da schon das selbstgesteckte Platzierungsziel, bis zum Silvestertag 2012 den prospektierten Eigenkapitalanteil in Höhe von 225 Millionen Euro bei den Anlegern einzusammeln. „Die Erhöhung des Eigenkapitalanteils ist die einzige Stellschraube, an der ein Fondskonzeptionär drehen kann, um ein Produkt so sicher wie möglich zu gestalten. Mit 65 Prozent des Investitionsvolumens liegen wir deutlich über dem Marktüblichen“, sagt DFH-Chef Ruhl, dessen Emissionshaus eine Platzierungsgarantie bis Ende 2013 in gleicher Höhe abgegeben hat.

Seite 2: Zwei Türme treten gegen einen Würfel an

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