Anzeige
Anzeige
28. April 2011, 11:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Interessengleichheit statt Regulierung

Ermittlungen gegen Initiatoren, Falschberatung bei Banken, die Beluga-Pleite – viele Privatanleger sind derzeit verunsichert und fragen sich, ob sie in geschlossene Fonds investieren sollen. Die Regulierungspläne der Politik helfen nur bedingt weiter.

Gastkommentar: Frank Schuhmann, Dima24

Frank-schumann-dima-127x150 in Interessengleichheit statt Regulierung

Frank Schuhmann

Um die Anleger vor schwarzen Schafen zu schützen, hat das Bundeskabinett nun den Gesetzentwurf zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts verabschiedet. Allerdings ist den privaten Anlegern damit nur mäßig geholfen, denn Produktqualität erreicht man nicht mit Regulierung.

Natürlich sollen Fondsvermittler qualifiziert sein, wie das Gesetz absichern soll. Doch sie können ihre Kunden nur beraten. Auf die Qualität der Beteiligungsangebote insgesamt haben sie wenig Einfluss. Warum sollten sie auch Einfluss nehmen? Ihr Metier ist vielfach einzig der Vertrieb.

Der Initiator wiederum konzipiert einen Fonds, kassiert eine attraktive Vergütung und ist aus dem Schneider: Das Risiko trägt allein der Anleger. Daran ändert auch die staatliche Aufsicht und das neue Gesetz nichts. Vermittleraufsicht ist gut, aber Produktqualität ist genauso wichtig. Und Qualität erkennt man an der Bereitschaft, sich in den eigenen Produkten selbst zu engagieren. Wer Vertrauen wieder aufbauen will, muss selbst Vertrauen in die Produktpalette beweisen: Bei Vermittlern etwa durch die eigene Beteiligung an den vermittelten Fonds mit mindestens je 15.000 Euro und einem Nachweis von mindestens fünf Zeichnungen geschlossener Fonds.

Für Emissionshäuser sollte ein Stammkapital von mindestens 1.000.000 Euro, die Eigenbeteiligung an den aufgelegten Fonds mit mindestens 200.000 Euro pro Fonds und eine Platzierungsgarantie verpflichtend sein. Initiatoren und Vermittler würden so mehr Mitverantwortung übernehmen, mit dem Anleger im selben Boot sitzen.

Beträgt die Mindestanlagesumme grundsätzlich 15.000 Euro je Fonds wird Kleinanlegern der Einstieg in den Markt erschwert, was sie vor risikoreichen Verlustgeschäften bewahren kann. Und der Nachweis, dass die Zeichnung des Fonds nicht mehr als 15 Prozent seines Vermögens ausmacht, schützt Anleger vor dem Verlust ihres Gesamtvermögens. Die Umsetzung dieser einfachen Vorschläge wäre weit mehr ein Beitrag zum wirksamen Anlegerschutz als die Regulierung des Marktes für geschlossene Fonds durch Bafin oder Gewerbeaufsicht.

Der Autor ist Chefanalyst der Fondsplattform Dima24.

Foto: Dima24

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Cybergefahren: So werden Sie abgefischt

Gehackte Online-Shopping-Accounts, Phishing-Mails, Fakeshops: Die Liste potenzieller Cybergefahren lässt sich beliebig erweitern. Mit immer neuen Maschen versuchten Hacker, an Zugangs- oder Bankdaten zu gelangen. Wie hoch die Deutschen die Risiken einschätzen, zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag von Roland-Rechtsschutz.

mehr ...

Immobilien

Deutscher Immobilienmarkt: Bislang ein Boom – und nun?

Der Boom am deutschen Immobilienmarkt geht zu Ende, der Aufwärtstrend setzt sich jedoch auch 2019 fort. So lautet eine Kernthese des international tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmens Savills in seiner Analyse „Ausblick Immobilienmarkt Deutschland“. Die Gründe.

mehr ...

Investmentfonds

Rom gibt im Haushaltsstreit nach

Italien will Strafen im Haushaltsstreit mit der Europäischen Union abwehren. Daher gibt die populistische Regierung in Rom teilweise nach. Unklar ist, ob das Strafverfahren damit abgewendet werden kann.

mehr ...

Berater

Erstes Urteil zur P&R-Vermittlung: Es war “execution only”

Das Urteil des Landgerichts Ansbach, das die Klage einer Anlegerin gegen einen Vermittler von P&R-Containern abgewiesen hat, liegt nun schriftlich vor. Demnach gab es in dem Fall einige Besonderheiten.

mehr ...

Sachwertanlagen

HEP bringt Solarfonds mit internationalem Fokus

Die HEP Kapitalverwaltung AG aus Güglingen (bei Heilbronn) hat den Vertrieb des neuen Alternativen Investment Fonds (AIF) „HEP – Solar Portfolio 1 GmbH & Co. geschlossene Investment KG“ gestartet.

mehr ...

Recht

Krankenversicherung des Kindes von der Steuer absetzen

Ist ein Kind durch die Eltern privat krankenversichert, so sind monatlich Beiträge an die Versicherung zu entrichten. Sind die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, so können diese Beiträge als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden.

mehr ...